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    <title>Schachtelhalm - Gesellschaft</title>
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    <description>Institut für allgemeines und vergleichendes Kontingenzbewusstsein</description>
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    <pubDate>Tue, 30 Jun 2009 07:19:23 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Schachtelhalm - Gesellschaft - Institut für allgemeines und vergleichendes Kontingenzbewusstsein</title>
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    <title>Ein Stern verlässt die Erde</title>
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            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
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    Ich bin kein großartiger Kenner des Pop und auch kein besonderer Michael Jackson Fan - was die Musik betrifft. Sein Tod bewegt mich zu einem Nachruf, weil ich ein Fan des Menschen Michael Jackson bin, weil er in einem keineswegs idealen Setting seinen Weg gegangen ist, in einsamer Konsequenz. Die Welt hat sein musikalisches Genie gewürdigt, seine Lebensweise aber letztlich verdammt oder zumindest belächelt. Er hat darum gekämpft, sich und der Welt die Kindheit wieder zurück zu holen. Wer den Star-Rummel, die fetischistisch gepflegten Schrullen, die private Sentimentalität und den exzentrischen Auftritt von Michael Jackson nicht aus irgend einer angewöhnten Konvention heraus als Abnormität, sondern wertfrei als Ausdruck seines Wesens betrachtet, der findet in diesem außergewöhnlichen Leben nicht nur einen exzellenten Musiker, sondern einen Menschen von großer Fragilität, Zartheit und Mitleidsfähigkeit. Das ist mein ganz subjektives Bild, das ich von diesem Menschen mit mir herum trage und das mich für ihn, so wenig ich ihn eigentlich kannte, eine innige Sympathie empfinden ließ. Er hat seine Schwäche zur Stärke gemacht, er hat die Härte seiner Welt mit Weichheit bekämpft, er hat sich verletzbar gemacht, um unverletzbar zu werden, er war ein taoistischer Ritter des kampflosen Kampfes. Als solcher hatte er schon immer einen stillen Platz im Tempel meiner privaten Heroen, auch wenn mein Regal, wie ich gestehe, keine einzige CD von ihm beherbergt. 
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    <pubDate>Fri, 26 Jun 2009 11:59:43 +0200</pubDate>
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    <title>Stephan Guber</title>
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            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 200px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&#039;serendipity_image_link&#039; href=&#039;http://www.stephan-guber.de&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/guber_paradies.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Stephan Guber: Ausschnitt aus &quot;das Paradies&quot;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Ich bin ab sofort offizieller Stephan Guber Fan! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorgestern haben ich einen Vertrag unterzeichnet, der dem Künstler &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://www.stephan-guber.de&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://www.stephan-guber.de&quot; border=&quot;0&quot;&gt;Stephan Guber&lt;/a&gt;  eine monatliche Zuwendung meinerseits sichert, und mir den Zugriff auf seine Kunstwerke im Gegenwert der Zuwendung, sowie ein paar besondere Privilegien, über die ich mehr erfahre, wenn ich demnächst mein &quot;Starter-Kit&quot; erhalte, das der Künstler mir in Aussicht stellte, als ich den Vertrag anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Rathaus in Eschborn bei Frankfurt übergab. Stephan Guber finanziert sein Leben nun schon seit vielen Jahren mit diesem Modell. Ein partielles Grundeinkommen könnte man das nennen und es scheint zu funktionieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das liegt allerdings nicht nur an der Originalität dieses Finanzierungsmodells, sondern schlicht an der Qualität seiner Arbeit. Sein thematischer Grundstrom ist &quot;das Rätselhafte&quot;, sein Material ist Holz, Feuer, Bienenwachs und andere urtypische Naturmaterialien. Seine schlanken, schüchtern-heroischen Holzplastiken arbeitet er unter anderem mit der Motorsäge aus mannshohen Eichen-Spaltlingen heraus. Mit dem Flammenwerfer werden die Figuren in ihr eigenes Kohlekleid gehüllt, das dann im Gesicht wieder teilweise abgeschliffen wird, so dass das Holz hervorleuchtet. So entstehen geheimnisvolle Figuren, düster und leuchtend zugleich, wie traumwandelnd eine Verheißung flüsternd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den Bildern - auf Holz gebrachtes Bienenwachs, Pollen, Kohle und anderes - spürt man, wie der Künstler dem Material eine Geschichte abringt. Immer versucht, nichts aufzuzwingen sondern die Formen entstehen zu lassen, aber stets aufmerksam kontrollierend, um nicht Beliebigkeit entstehen zu lassen. Auch die Bilder bleiben in jenem instabilen Gleichgewicht zwischen Offenbarung und Verhüllung, das unsere ästhetische Phantasie herausfordert und uns jenen Dialog fühlen lässt, in dem der Künstler mit seinem Werk stand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selten habe ich den Eindruck, so authentisch und intim durch das Werk ins Innere des Künstlers zu blicken. Man erlebt im Betrachten mit, wie der Künstler der Form nachspürt. Das Rätselhafte, das Geheimnisvolle, dieses Paradox aus Unsichtbarkeit und Verlockung, dieses Wechselspiel aus Vorenthaltung und sich Zeigen, ist das Urbild von Dialog und Kommunikation und die eigentliche Erotik der Begegnung. Meisterhaft ist die unprätentiöse Ästhetik, mit der Guber diese Urgesten so faszinierend in Szene setzt, dass man den Blick nicht mehr abwenden kann. Und am Ende sind seine Werke eines vor allen anderen Dingen: außergewöhnlich schön!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr Info: &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://www.stephan-guber.de&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://www.stephan-guber.de&quot; border=&quot;0&quot;&gt;www.stephan-guber.de&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Fri, 01 May 2009 17:40:36 +0200</pubDate>
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    <title>Das Grundeinkommen ist da!</title>
    <link>http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/56-Das-Grundeinkommen-ist-da!.html</link>
            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Endlich hat die Bundesregierung reagiert! Nachdem in einer Petition über 50.000 Bürger das Grundeinkommen gefordert haben kann man es ab sofort bei der Bundesagentur für Einkommen &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://www.bundesagentur-fuer-einkommen.de/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://www.bundesagentur-fuer-einkommen.de/&quot; border=&quot;0&quot;&gt;online beantragen&lt;/a&gt; .  Weitere Informationen sind auf der &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://www.bundesagentur-fuer-einkommen.de/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://www.bundesagentur-fuer-einkommen.de/&quot; border=&quot;0&quot;&gt;Website der Bundesagentur&lt;/a&gt;  zu finden. 
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    <pubDate>Wed, 01 Apr 2009 16:49:16 +0200</pubDate>
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    <title>Mit 5 Klicks zur Revolution!</title>
    <link>http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/54-Mit-5-Klicks-zur-Revolution!.html</link>
            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Einfach die &lt;a href=&quot;http://tinyurl.com/7b84ll&quot;&gt;Petition zum Grundeinkommen&lt;/a&gt; unterschreiben. Verlängert bis zum 17. Februar 2009[1]!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Ideen und Institutionen, die sind so selbstverständlich, einleuchtend und naheliegend, dass man sich nach ihrer Einführung nicht mehr vorstellen kann, wie die Menschheit ohne sie ausgekommen ist. Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine solche. Mit dem Unterschied, dass wir derzeit noch vor ihrer Einführung stehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedingungslose Grundeinkommen ist keine Utopie einer neuen Gesellschaftsordnung, in der alles viel besser ist als heute, in der am grünen Tisch das Paradies entworfen wird. Das bedingungslose Grundeinkommen ist die Anerkennung der sozialen Realität. All diese Provisorien, Umwege, Notlösungen, Behelfsinstitutionen und Zugeständnisse an scheinbare Sachzwänge, mit denen wir versuchen ein längst obsoletes soziales Konzept zum Schein noch aufrecht zu erhalten, werden ersetzt durch eine geradlinige neue institutionelle Form für die soziale Realität, die hinter diesen Hilfskonstruktionen steckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon längst sind Arbeit und Einkommen getrennt - weniger als 50% der Bürger sind erwerbstätig. Längst wird jeder bei Bedarf mit einem Mindesteinkommen versorgt - wir betrachten es aber als Notlösung, als &quot;Stütze&quot; und diskriminieren die Betroffenen. Schon längst geben wir mehr als die Hälfte unseres Einkommens dem Staat zur solidarischen Verwendung - wir verstecken diese hohe Staatsquote nur hinter einem gigantisch komplexen Steuersystem. Schon längst leben wir von den Leistungen der Gesellschaft und nicht von unserer eigenen - indem wir Arbeitsplätze wie Waren behandeln täuschen wir nur vor, unsere Leistung zu verkaufen. Schon längst führen wir eine Nivellierung der Einkommen durch - wir machen es nur versteckt mit Sozialnachlässen, Steuerprogression, Luxussteuern, Freibeträgen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All diese Dinge und noch viel mehr werden vom bedingungslosen Grundeinkommen nicht wie eigentlich zu behebende Defekte behandelt, sondern sie werden als gesellschaftliche Realität ganz neutral anerkannt und mit möglichst effizienten Mitteln verwaltet, statt einem obsoleten gesellschaftlichen Konzept nachzuhängen, das auf fragwürdigen Zwangsvorstellungen einer Leistungs- und Verdienstethik basiert, das seine Wirtschaft zwischen Sozialneid und sozialer Verantwortung aufreibt und sich an ausrangierten Prinzipien wie Vollbeschäftigung und staatlicher Gnade orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedingungslose Grundeinkommen schafft nicht das Paradies auf Erden, aber es macht Schluss mit der sozialen Schizophrenie, die uns nicht nur daran hindert, allen Menschen die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, ohne sie mit dem Stigma des Scheiterns zu belegen, sondern die uns auch daran hindert, eine effiziente Marktwirtschaft zu betreiben, die uns von Arbeit befreit, statt uns um des Einkommens Willen an sinnlose, ineffiziente und unattraktive Produktions- und Arbeitsmethoden zu binden. Und die uns nicht zuletzt zu einem Verwaltungsaufwand zwingt, der allein schon einen großen Teil der eingenommenen und wieder verteilten Steuern verschlingt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 10. Februar gibt es die Möglichkeit, bei einer Petition an den Bundestag zu unterschreiben, die diesen veranlasst, das Thema Grundeinkommen endlich auf die Tagesordnung zu setzen und ernsthaft die Vor- und Nachteile dieser Idee zu besprechen, die sich immer mehr als eine der drängendsten Forderungen unserer Zeit gerade aus der gesellschaftlichen Basis heraus formuliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://tinyurl.com/7b84ll&quot;&gt;Petition zum Grundeinkommen&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sich für die Petition anmelden, das ist aber ganz unkompliziert und in fünf Minuten erledigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Infos zum Grundeinkommen:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Grundeinkommen&quot;&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Grundeinkommen&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.grundeinkommen.tv/blog/&quot;&gt;http://www.grundeinkommen.tv/blog/&lt;/a&gt; mit einem hervorragenden Film zum Downloaden über das Grundeinkommen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[1] Ergänzung vom 9.2.09: lt. Angaben des Netzwerk Grundeinkommen (www.grundeinkommen.de) wurde die Petition aufgrund anhaltender technischer Probleme in den letzten Tagen um eine Woche bis zum 17.2.2009 verlängert. &lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 02 Feb 2009 18:12:42 +0100</pubDate>
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    <title>Wir sind Israel!</title>
    <link>http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/48-Wir-sind-Israel!.html</link>
            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Ab sofort prangen bei Schachtelhalm oben links zwei Fähnchen von Deutschland und Israel und verweisen auf eine &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://www.theisraelproject.org/site/apps/nlnet/content2.aspx?c=hsJPK0PIJpH&amp;b=3757539&amp;ct=6479853&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://www.theisraelproject.org/site/apps/nlnet/content2.aspx?c=hsJPK0PIJpH&amp;b=3757539&amp;ct=6479853&quot; border=&quot;0&quot;&gt;Informationsseite von &quot;The Israel Project&quot;&lt;/a&gt;  über Israel und den Nahostkonflikt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch immer wird in Deutschland antiisraelische Hetze betrieben und unter dem heuchlerischen Namen des Pazifismus der palästinensische und islamistische Terrorismus verharmlost und naiv romantisierend zum Friedens- und Freiheitskampf stilisiert. Berge von Halbwahrheiten und unreflektierter tendenziöser Desinformation versuchen davon abzulenken, dass da eine Horde rein ideologisch motivierter, politisch völlig unkontrollierter und gezielt mordender Terroristen gegen einen demokratischen Staat steht, der seine Zivilbevölkerung militärisch gegen diese Angriffe verteidigt. Das Blutvergießen ist schrecklich, aber wenn wir uns nicht hinter Israel stellen, stellen wir uns außerhalb der freiheitlich-demokratischen Werteordnung, auf der unsere zivilisierte Welt gründet. Dieser Werteordnung ist auch die israelische Offensive verpflichtet und durch sie legitimiert, weil die Provokationen der Hamas und ihrer islamistischen Gesinnungsgenossen nicht nur jenseits dieser Werteordnung stehen, sondern sie gezielt, mit feiger Gewalt und zynischer Propaganda bekämpfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn ganz gleich wie groß die Mitschuld Israels an diesem Krieg ist und ob ihre Mittel angemessen sind - Israel steht auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Zivilisation. Israel will Frieden, Sicherheit und sein Existenzrecht. Und es verteidigt diese mit den selben Mitteln, die auch wir uns als demokratische Nation zur Verteidigung unseres Landes vorbehalten. Die Hamas hingegen will erklärtermaßen keinen Frieden für Palästina, sondern die Vernichtung Israels mit allen Mitteln. Niemand, der auch nur einen Funken politischen Verstand hat und dem das Wohl und der Frieden des palästinensischen Volkes am Herzen liegt, handelt wie die Hamas handelt. Die Hamas missbraucht das geschundene palästinensische Volk, insbesondere die zahllosen zu Kampfmaschinen und als Schutzschilde missbrauchten Kinder und Jugendlichen, für ihren ideologischen Kampf gegen die Freiheit. Und dieser Kampf gilt nicht nur Israel, er gilt ebenso Europa, er gilt der gesamten freien Welt; er gilt auch uns!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wir sind Israel!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für die antiisraelische bis antisemitische Pro-Terrorismus-Propaganda:&lt;ul&gt;&lt;br /&gt;
&lt;li&gt;Die &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://www.freunde-palaestinas.de/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://www.freunde-palaestinas.de/&quot; border=&quot;0&quot;&gt;&quot;Freunde Palästinas&quot;&lt;/a&gt;  huldigen dem Terror und promoten &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://de.youtube.com/watch?v=wmgPrjNZsiE&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://de.youtube.com/watch?v=wmgPrjNZsiE&quot; border=&quot;0&quot;&gt;Prof. Dr. Udo Steinbach&lt;/a&gt;  von der Uni Marburg mit haarsträunden Aussagen wie &quot;die Hamas ist eine kämpfende Gruppe, die sich in gewisser Weise zur Wehr setzt. Aber das eigentliche Problem liegt bei den Israelis&quot;! Steinbach hält es gar für &quot;normal&quot;, dass &quot;die Menschen militant werden&quot;. Von Israel hingegen fordert er Verzicht auf militärische Mittel und Abwehr der 3200 Raketenangriffe allein im letzten Jahr ausschließlich durch politisches Engegenkommen! Es ist bodenlos, was ein staatlich bezahlter Universitätsprofessor da öffentlich an proterroristischer Propaganda von sich gibt.&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;
&lt;li&gt;Auf dem &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/&quot; border=&quot;0&quot;&gt;Palästina-Portal&lt;/a&gt;  vergreift sich Ehardt Arendt am Begriff des Genozids, den er einem Land vorwirft, aus dem seit Beginn der aktuellen Eskalation u.a. 178 Wagenladungen Hilfsgüter nach Gaza gebracht wurden.&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;
&lt;li&gt;Ein alter Bekannter: &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://nachsichten.anthroposophie.de/index.php?/archives/33-Michael-Grandt-glaubt-an-UFOs.html&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://nachsichten.anthroposophie.de/index.php?/archives/33-Michael-Grandt-glaubt-an-UFOs.html&quot; border=&quot;0&quot;&gt;Ufologe&lt;/a&gt;  und &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://schachtelhalm.net/s9y/archives/35-Dummheit-und-Gegendummheit.html&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://schachtelhalm.net/s9y/archives/35-Dummheit-und-Gegendummheit.html&quot; border=&quot;0&quot;&gt;Lügenjournalist&lt;/a&gt;  Michael Grandt &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://info.kopp-verlag.de/news/gaza-israels-massenmord-an-den-palaestinensern.html&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://info.kopp-verlag.de/news/gaza-israels-massenmord-an-den-palaestinensern.html&quot; border=&quot;0&quot;&gt;hetzt beim Kopp-Verlag&lt;/a&gt; . Wer sich näher mit Grandt beschäftigt hat, dem fällt dazu überhaupt nichts mehr ein. Dieser &quot;Journalist&quot; ist seine eigene Karrikatur!&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;
&lt;li&gt;Der &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://www.muslim-markt.de/Palaestina-Spezial/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://www.muslim-markt.de/Palaestina-Spezial/&quot; border=&quot;0&quot;&gt;Muslim-Markt&lt;/a&gt;  betreibt offen antisemitische Hetze gegen die angeblich &quot;rassistische Ideologie&quot; Israels und des Zionismus und fordert die Tilgung des israelischen Staates. Der Muslim-Markt hält es sogar für nötig, sich dann aber doch ausdrücklich von Adolf Hitler zu distanzieren. So groß ist die ideologische Nähe!&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;
&lt;li&gt;Die &amp;#160;&lt;a href=&quot;http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=5893&amp;Itemid=86&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg&quot; alt=&quot;External Link&quot; title=&quot;Link to: http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=5893&amp;Itemid=86&quot; border=&quot;0&quot;&gt;Linkezeitung&lt;/a&gt;  empört sich &quot;über die Grausamkeit und Brutalität Israels&quot; und fordert &quot;umgehend Verhandlungen für einen gerechten Frieden&quot;. Über die 3200 Raketen der Hamas in ein Land, das die Hamas und Gaza mit Hilfsgütern versorgt, empört sie sich nicht und auch nicht darüber, dass die Hamas die für Verhandlungen notwendige Waffenruhe einseitig beendet hat...&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All diese Seiten - und das sind nur wenige Beispiele - verharmlosen und solidarisieren sich mit der Hamas, die von den USA und der EU als terroristische Vereinigung eingestuft ist und in deren Charta u.a. folgende Überzeugungen niedergelegt sind:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Hamas ist eines der Glieder in der Kette des Djihad, die sich der zionistischen Invasion entgegenstellt. (...) Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!&lt;br /&gt;
(...)&lt;br /&gt;
Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; (...) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit. &lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Das ist nicht die Stimme eines verfolgten und unterdrückten Volkes, nicht die Stimme eines Kampfes für Freiheit und Frieden, es ist die Stimme eines barbarischen Vernichtungswillens und kompromissloser Agression, die weder Recht noch Gnade kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wem das nicht genügt, wer die Hamas noch immer für eine Pfadfindertruppe hält, die bedrohte Kinder und Mütter schützt und sich nur gegen die angebliche israelische Unterdrückung wehrt; wer nicht verstehen will, dass Israel nicht gegen die Palästinenser sondern gegen die Hames kämpft und dass die Palästinenser nicht von Israel sondern von der Hamas instrumentalisiert und in diesen Krieg hineingezogen wird, um eines fundamentlistisch-ideologischen Kreuzzuges Willen, der weit über die Vernichtung Israels hinaus zielt; wer immer noch nicht begreift, dass man sich mit Anit-Israel-Demonstrationen an die Seite von Terroristen und gegen die europäische und amerikanische Zivilisation stellt, der möge sich im Originalton anhören, was und wem er da seine Stimme gibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;object width=&quot;320&quot; height=&quot;265&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/pZvopfDbea4&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/pZvopfDbea4&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;265&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch Fragen?&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 05 Jan 2009 01:31:00 +0100</pubDate>
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    <title>Spinat-Ricotta-Ravioli und Höhlengnome</title>
    <link>http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/40-Spinat-Ricotta-Ravioli-und-Hoehlengnome.html</link>
            <category>Anthroposophie</category>
            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Es duftet nach Bienenwachs und gebrannten Mandeln, an den Wänden hängt Tannenreisig, Kerzen brennen, handgemalte Schilder weisen den Weg zu Stuben und Buden, in denen allerlei Handgemachtes aus Wolle und Holz verkauft wird. Nicht ganz perfekte, aber liebevolle Unikate. Alles ist zurechtgemacht, profane Funktionselemente des Schulgebäudes sind mit Seidentüchern oder Weihnachtsgestecken kaschiert, von irgendwo tönt Musik. Die Ästhetik der Waren und Dekorationen zeugt von Anspruch, wird bisweilen aber auch von allzu ernster Schwere erdrückt. Kinder werden mit Märchen, bekerzten Nussschalenschiffchen und der langwierigen schichtweisen Herstellung von Bienenwachskerzen unterhalten. Grellbuntes, Aufdringliches, Quäkendes und Plärrendes, profanes Plastik und monotone Industrieware muss draußen bleiben. Alles folgt einer stillschweigenden ästhetischen und qualitativen Norm: Adventsbasar an der Waldorfschule!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die typische Athmosphäre eines Waldorfbasars kennt nur, wer dort war. Und als Schüler war ich notgedrungen jedes Jahr dort. Heute war ich nach gut 20 Jahren wieder einmal auf dem Adventsbasar meiner ehemaligen Schule. Besagte Atmosphäre allerdings nicht. Dabei war vordergründig alles wie immer. Kerzenziehen, gebrannte Mandeln, Märchen, Kuchen, Filz und Naturfarben. Alles war da. Aber bei näherem Hinsehen: ein waldorfpädagogisches No-Go nach dem anderen! Kaum Reisig an den Wänden. Unverhüllte Feuerlöscher. Die Zimmer durchnummeriert. Statt wachskreidenbemalter Wegzeiger ein schnöder Orientierungsplan. Zu Essen gab es Spinat-Ricotta-Ravioli in Schinken-Sahne-Sauce mit Parmesan und Ruccola an Balsamico. Zwar lecker, aber vom Adventsbasar-Charme her nicht im Ansatz mit Wienerli &amp;amp; Kartoffelsalat oder selbstgebackenen Waffeln zu vergleichen. An den Verkaufsständen zum größten Teil kommerzielle Waren von externen Anbietern: Bücher, Kurzwaren aus Wolle, Obst und Gemüse, Perlen und Schmuck, Spielwaren. Die handgemachten Weidezäune für die waldorfkompatible Ritterburg, selbstgefilzte Höhlengnome und handbemaltes Tongeschirr musste man teilweise erfolglos suchen. Schließlich doch noch eine Bastelecke, in der man sich für 50 Cent aus Baumscheiben, Moos und Wachsknete eine weihnachtliche Miniaturlandschaft basteln konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nicht so einfach sagen, was mir fehlte. Denn im Grunde darf man froh sein, dass die enge und bisweilen von jeglicher Frischluftzufuhr abgeschnittene Subkultur der klassisch waldorfpiätistischen Weleda-Ästhetik in weiten Teilen der Vergangenheit angehört. Bei diesem Adventsbasar hatte ich allerdings das Gefühl, dass damit zugleich etwas über Bord geworfen wurde, das nicht nur zur gewohnten Atmosphäre des Basars gehört, sondern auch zur originären Idee der Waldorfpädagogik. Denn was hinter der ästhetischen Enge immer auch noch steckte, war ein gewisser Qualitätsanspruch, der sich - nicht unbedingt in dieser Ausformung, aber in seiner Haltung - überall dort findet, wo versucht wird, seinem Tun über die rein technische Funktion hinaus einen Sinn zu verleihen, der sich nicht an der Sache, sondern am Menschen orientiert. &quot;Für Menschen mit Sinn gestaltet&quot; könnte der passende Marketing-Slogan lauten. Sinn für Gediegenheit, für Ursprünglichkeit, für Originalität, für die unmittelbare Sinnlichkeit des natürlichen, für die seelenpflegende Wirkung von Ästhetik, für den wechselseitigen Einfluss von Form und Funktion, für die charakterbildende Kraft des Wahren, Schönen und Guten, für die soziale und persönliche Reifung durch sinnstiftende Kulturtechniken. Kurz ein Sinn für den Sinn einer an einem geistigen Menschenbild und an der konkreten Individualität des Einzelnen Kindes orientierten Pädagogik. Denn geistiges Menschenbild heißt nichts anderes als ein Bild, das den Menschen nicht nur als kausal wirkender Teil einer physikalisch-biologischen Natur sieht, sondern darüber hinaus als einen, der sich und seine Umwelt aus sich heraus mit einem ganz eigenen, alles physikalisch-biologisch-kausale übersteigenden Sinnzusammenhang versieht. In diesem Sinnzusammenhang kann der Mensch überhaupt erst seine Freiheit entfalten, weil er selbst es ist, der den ansich profan und wertneutral der Kausalität folgenden Dingen eine höhere Bedeutung verleiht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pädagogik - weit über Schule hinaus - ist aber am Ende nichts anderes, als die behutsame Einführung eines rein biologisch-kausal funktionierenden Eiweißbündels in die Kunst der autopoetischen Sinngebung, in das Herausheben des eigenen Ichs aus der nichtssagenden Relativität der schieren kausalen Sterblichkeit, in die Zeugung der eigenen Biographie. Und Schule stellt in unserer Kultur dafür einen der wichtigsten Parcours an Anregungen, um diesen eigentlich paradoxen Sprung aus der kausalen Funktionalität hinein in das spontane und freie Versehen der Welt mit Sinn zu schaffen. So wie sich die Freiheit des Gedankens erst dann entfalten kann, wenn das Denken sich zuerst in das Korsett der Regeln einer Sprache gezwängt hat und an ihrem Erlernen überhaupt erst prototypisch die Bedeutung von &#039;Bedeutung&#039; für sich gleichsam aus dem Nichts erschaffen hat, so kann sich auch der junge Mensch erst dann seinen eigenen Sinn geben, wenn er die Fähigkeit der Sinngebung an einer sinnhaften Welt erlernt hat. Nicht weil er diesen Sinn übernehmen soll, sondern weil er daran die Fähigkeit zur selbständigen Sinnstiftung und damit zum freien Handeln in einer über das biophysische hinaus gehenden psychischen, sozialen, künstlerischen und geistigen Welt erlernen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die eigentliche Idee der &quot;Erziehung zur Freiheit&quot;, die hinter der Waldorfpädagogik steckt und die trotz all der muffigen Szeneästhetik als originärer und bewusster Qualitätsanspruch immer zu spüren war. Doch sie scheint immer mehr verloren zu gehen und einer an Traditionen, Gewohnheiten, Moden und scheinbaren Sachzwängen orientierten Beliebigkeit zu weichen, die sich zwar durchaus an netten Dingen erfreut - an Spinat-Ricotta-Ravioli und Unterhosen aus Wolle-Seide-Gemisch zum Beispiel - die aber nicht mehr den Unterschied spürt, zwischen dem Inhalt einer Sache und ihrem Sinn, ihrem inneren Zusammenhang in der Welt. Genau da ist aber der Unterschied zwischen einer Pippi-Langstrumpf-CD und einer Märchenerzählerin, die im Kerzenschein und von Wurzeln und Wollzwergen umringt die Kinder mit ihrer Erzählkunst fasziniert. Nicht weil Pippi-Langstrumpf-CDs irgendwie gefährlich oder ungesund wären, sondern weil die Märchenerzählerin dem Kind (im richtigen Alter) ganz unabhängig vom Inhalt schon als schierer Akt und Performance einen viel reicheren Sinnzusammenhang gibt, an den das Kind anknüpfen kann und durch den das Kind in seiner autopoetischen Sinnstiftung angeregt wird. Es ist nicht die Versorgung des Kindes mit der Information über den Inhalt des Märchens, der den eigentlichen pädagogischen Wert darstellt, sondern der Akt des Erzählens, das Eintauchen in die Geschichte, der Soziale Akt der Veranstaltung, das Erleben des Besonderen, die Interaktion mit Menschen und die Faszination an der Evokation von Vorstellungen. Das alles bringt natürlich auch die CD mit sich, aber in viel schwächerem Maße. Sie ist im Vergleich zur Märchenerzählerin für das Kind wie eine trockene Brotrinde zu einem opulenten Festmahl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob also die Zwerge aus Filz und naturfarben oder ob sie aus Plastik und neonbunt sind, wäre letztlich egal, wenn sie denn nur nicht als beliebiger Dekoartikel in einem Sammelsurium an Zufälligkeiten auftreten (und das tun auch die Filzzwerge mittlerweile viel zu oft), sondern wenn sie sich als Teil eines nachvollziehbaren und sinnlich opulent erfahrbaren Sinnzusammenhanges darstellen, an dem sich die pädagogische Stimulation zur autopoetischen Biographie-Zeugung entzünden kann. Denn das tut die fünfhundertste Merchandising-Figur aus Plastik nicht, der Filzzwerg aber durchaus, weil er seine feste Rolle in der Märchenwelt und damit in jenem kindlichen Instrumentarium zur protoreflektiven Handhabung seiner Innerlichkeit hat. Die Plastikfigur hat da allenfalls eine feste Rolle in der kommerziellen Konsumerziehung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so ist auch der Adventsbasar nur in zweiter Linie eine Verkaufsveranstaltung zur Finanzierung der Schule (so richtig gewichtig ist der Erlös ohnehin nicht) und deswegen auch das Augenmerk auf Verkaufbarkeit, Marktfähigkeit und Nachfrageorientierung der Artikel nur bedingt interessant. In erster Linie ist es ein sozialer Akt, ein Event und eine Gelegenheit, nicht nur für die Kinder sondern auch für die Eltern und Lehrer und nicht zuletzt für die Besucher, sich als Schulgemeinschaft und Schulumwelt, aber auch als Einzelne zur Sinnstiftung anzuregen, indem man gemeinsam in einen zwar beliebig zu wählenden, aber in sich nicht beliebigen Zusammenhang eintaucht, durchaus auch ohne gleich darin zu ersticken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist es, was ich hinter all der ästhetischen Zumutung, die ein Adventsbasar bisweilen mit sich brachte, heute an meiner ehemaligen Schule vermisst habe. Die Aufmerksamkeit für Gediegenheit, für Zusammenhang und Sinn, die sich im Detail in der nur scheinbar funktional überflüssigen Ästhetik und Qualität niederschlägt. Kurz: Kultur! Und das steht nur als pars pro toto für den Eindruck, den ich von der Waldorfpädagogik insgesamt gegenwärtig habe - man korrigiere mich gerne mit empirischen Belegen! - sie verliert ihre Marotten, aber zugleich auch ihre Substanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 29 Nov 2008 23:16:13 +0100</pubDate>
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    <title>Untertitel als Grundversorgung</title>
    <link>http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/26-Untertitel-als-Grundversorgung.html</link>
            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Ich muss mal wieder auf mein Lieblingsthema kommen: auf das &quot;Informationsschreiben der GEZ und/oder Schreiben, mit dessen Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird&quot;. Ja, so heißt das. Nicht etwa nur GEZ-Brief. Das Schriftdeutsche, als solche schon eine deutsche Einmaligkeit (es gibt kein Schriftenglisch oder Schriftitalienisch), entstand ursprünglich aus einer Behördensprache (insb. durch Luthers Bibel), die weit von den lebendigen Dialekten entfernt war. Erst viel später näherte sie sich an, wurde gleichsam verumgangssprachlicht. Allerdings weht der Behördengeist noch allenthalben in ihr. So ist es ein Zeitvertreib der Deutschen, für alle möglichen Dinge des Lebens, für die sie schöne und treffende Wörter haben, sich &quot;offizielle&quot; Begriffe auszudenken: Amtliches Fernsprechbuch für das Telefonbuch, Postwertzeichen für die Briefmarke, Fahrtrichtungsanzeiger für Blinker. Schön ist es z.B. Polizisten im Fernsehen zuzuhören, wenn sie fast an ihren Sätzen ersticken, weil sie nicht einfach sagen können: &quot;Der Golf fuhr beim überholen auf den Traktor auf, weil der ohne zu blinken links in einen Feldweg einbog.&quot; sondern glauben sagen zu müssen &quot;Das landwirtschaftliche Zugfahrzeug leitete ohne Setzen des Fahrtrichtungsanzeigers einen Abbiegevorgang in einen linksseitig in die Straße mündenden Land- und Forstwirtschaftlichen Verkehrsweg ein und verursachte dadurch das Auffahren des sich in einem Überholvorgang befindlichen Kraftfahrzeugs der Marke Volkswagen.&quot; Dabei bricht meist unterwegs noch die Syntax zusammen und am Ende fehlt ein finites Verb, weil der Beamte mit seinem Satzungeheuer selbst überfordert ist. Aber er glaubt, nur so sei es wirklich genau und wirklich offiziell. Schließlich arbeitet er ja bei einer Behörde und was er sagt, muss Brief und Siegel haben! Auch wenn es anders jedermann verstünde, darauf kommt es in Deutschland nicht an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die GEZ ist so etwas wie eine Behörde. Allerdings gibt die sich nicht damit zufrieden, selbst Behördendeutsch zu pflegen, nein, sie reitet auf ihrem Amtsschimmel durchs Internet und versucht unbescholtene Herausgeber von Webseiten mit Strafen zu drohen falls diese sich nicht anschicken, statt verständlicher und allgemein gebräuchlicher Wörter an den Haaren herbeigezogene amtliche Ungetüme zu verwenden. Tatsächlich hat die GEZ vor einem Jahr das Webportal akademie.de abgemahnt, weil es gewagt hatte, &quot;GEZ-Brief&quot; zu schreiben, statt des oben zitierten Amtsgeschwurbels. Das eigentliche Anliegen war natürlich, auf diese Weise Kritik an der GEZ und den Rundfunkgebühren zu unterbinden. Näheres dazu findet sich in dem u.a. Link!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abmahnung ist mittlerweile offenbar vom Tisch und die GEZ musste sich damit arrangieren, dass die Sprecher der Deutschen Sprache selbst entscheiden, wie sie sprechen und sich das nicht von einem staatlichen Zwangsabgaben-Inkassobetrieb vorschreiben lassen. Mir kommt es bisweilen so vor, als sei die GEZ nur ein Experiment, um herauszubekommen, wie man eine Behörde errichtet, die es schafft, über alle Vorbehalte hinaus, die Behörden in der Bevölkerung ohnehin schon genießen, sich so richtig unbeliebt zu machen und das Image einer regelrechten Landplage zu entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das war ja nur ein Fundstück auf meiner abendlichen Suche nach Informationen über Untertitel und die juristischen Details zur sog. Grundversorgung der Medienanstalten. Denn heute habe ich in der Fußgängerzone an einer Unterschriftenaktion von Gehörlosen teilgenommen (s. Links), die mehr Untertitel in Fernsehsendungen fordern. Um genau zu sein fordern sie, was in anderen Ländern schon Alltag ist, nämlich Untertitel für ALLE Sendungen. Zuerst dachte ich: schön, wieder jemand, der nicht begriffen hat, dass man in der Marktwirtschaft Waren und Leistungen nicht &lt;em&gt;fordert&lt;/em&gt; sondern &lt;em&gt;nachfragt&lt;/em&gt; und dass sie nicht per Dekret sondern als Angebot bereitgestellt werden. Aber hoppla! War da nicht was? Wir leben kulturell und medial ja gar nicht in einer Marktwirtschaft sondern im Staatsfeudalismus. Und da sind Untertitel ganz klar eine Aufgabe staatlich-solidarischer Grundversorgung! Also hurtig unterschrieben, damit unsere GEZ-Gelder (vorsicht Abmahnung!) in Zukunft für Untertitel ausgegeben werden und nicht mehr nur für schlecht gemachte Reality-Soaps und Casting-Shows von den Privaten, die in den Öffentlich-Rechtlichen noch schlechter nachgemacht werden oder für die Live-Übertragung von Hochzeiten fremdländischer Monarchien, die allerdings auch schon auf drei anderen Kanälen live übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn 100% Untertitel für Gehörlose wären tatsächlich mal etwas, das den Namen solidarische Grundversorgung verdienen würde. Ich frage mich auch, ob die Gehörlosen statt einer Unterschriftenaktion nicht lieber eine Klage einreichen und sich ihre Grundversorgung vor Gericht erstreiten sollten, in dem Stil wie das auch die GEZ mit den dafür zu verwendenden Worten macht. Aber wahrscheinlich ist &quot;Grundversorgung&quot; auch nur wieder einer dieser Amtseuphemismen, der gar nichts mit dem zu tun hat, was wir normalsprachlichen Bürger darunter verstehen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Links:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion &lt;a href=&quot;http://www.taubenschlag.de/meldung/3657&quot;&gt;Recht auf 100 Prozent Untertitel!&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die GEZ versucht, die deutsche Sprache zu zensieren:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.akademie.de/.../gez-abmahnung.html&quot;  title=&quot;http://www.akademie.de/private-finanzen/gez-und-rundfunkgebuehren/tipps/gez_gebuehren/gez-abmahnung.html&quot;&gt;http://www.akademie.de/private-finanzen/gez-und-rundfunkgebuehren/tipps/gez_gebuehren/gez-abmahnung.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr zur Deutschen Sprachgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.rhetorik-netz.de/rhetorik/deutsch.htm&quot;&gt;http://www.rhetorik-netz.de/rhetorik/deutsch.htm&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Beamtendeutsch&quot;&gt;&quot;Beamtendeutsch&quot; auf Wikipedia&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 14 Aug 2008 00:10:04 +0200</pubDate>
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    <title>Die Waldorf-Nanny</title>
    <link>http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/19-Die-Waldorf-Nanny.html</link>
            <category>Anthroposophie</category>
            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Das &lt;a href=&quot;http://www.ipsum-institut.de/&quot;  title=&quot;http://www.ipsum-institut.de/&quot;&gt;IPSUM Institut&lt;/a&gt; in Stuttgart bietet seit einigen Jahren eine Zusatzausbildung zur Waldorf-Supernanny an. Spezialisiert auf Fragen der Frühkinderziehung und insbesondere der Elternberatung wird dort eben jenem Bedürfnis ein an der Waldorfpädagogik orientiertes Angebot geschaffen, das sich auch in den einschlägigen Sendungen wie &quot;Super-Nanny&quot; äußert. Immer mehr Eltern erleben die Erziehung als eine Aufgabe, die Qualifikationen und professionelle Beratung wünschenswert machen. Diesem Bedürfnis entspricht nun auch Susanne Vieser auf Ihrer Website &lt;a href=&quot;http://www.frühekindheit.de&quot;  title=&quot;http://www.frühekindheit.de&quot;&gt;http://www.frühekindheit.de&lt;/a&gt;. Sie hat das IPSUM-Zertifikat und bietet neben Ihrer Tätigkeit als Waldorferziehung nun auch Beratung, Frühförderung und Kleinkindgruppen an. (näheres auf &lt;a href=&quot;http://www.frühekindheit.de&quot;  title=&quot;http://www.frühekindheit.de&quot;&gt;http://www.frühekindheit.de&lt;/a&gt;, auch unter &lt;a href=&quot;http://www.magdalena-rau.de&quot;&gt;www.magdalena-rau.de&lt;/a&gt; findet sich eine befreundete Waldorf-Nanny aus der IPSUM-Schule). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass mich das so brennend interessiert liegt daran, dass Susanne Vieser meine Schwester ist. Dadurch habe ich auch aus erster Hand viele Informationen über die IPSUM-Ausbildung, die sich als relativ neue Institution offenbar von vielen angestaubten Waldorf-Klischees befreien konnte und den aktuellen Stand der Wissenschaft in ihr Programm integriert. So wurden neben üblichen Anregungen von Steiner auch z.B. die Erkenntnisse des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer einbezogen. Die Ausbildung zielt außerdem auf einen Dialogischen Ansatz insbesondere bei der Beratung, in dem keine Rezepte vorgegeben werden, sondern im Dialog mit den Eltern versucht wird, individuelle pädagogische Herausforderungen zu analysieren und zu einem adäquaten Umgang damit zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wünsche allen Waldorf-Nannies, besonders aber meiner lieben Schwester viel Erfolg mit dem neuen Projekt! 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 05 Jul 2008 19:35:53 +0200</pubDate>
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    <title>Shared-Space - für Fahrradfahrer schon Wirklichkeit</title>
    <link>http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/18-Shared-Space-fuer-Fahrradfahrer-schon-Wirklichkeit.html</link>
            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    In der niedersächsischen Gemeinde Bohmte wird das EU-Projekt &lt;a href=&quot;http://www.bohmte.de/staticsite/staticsite.php?menuid=123&amp;topmenu=123&amp;keepmenu=inactive&quot;  title=&quot;Shared-Space in Bohmte&quot;&gt;Shared-Space&lt;/a&gt; getestet: keine getrennten Verkehrswege mehr für Fußgänger und Autos, keine Schilder, keine Ampeln. Es herrschen die Grundregeln Rechts vor Links und Rücksichtnahme. Das Projekt dient als Versuch und soll zeigen, ob durch Deregulierung die Sicherheit erhöht werden kann. Gleichzeitig wird der Verkehrsraum als Lebensraum attraktiver.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass sich überhaupt eine deutsche Gemeinde für ein solches Projekt erwärmen konnte, ist schon sensationell. Denn eigentlich übersteigt es die deutsche Vorstellungskraft, dass man auf unserem Lieblingsschlachtfeld ganz ohne Regulierung auskommen soll. Wie soll ich wissen, was ich tun muss, wenn kein Schild mir Vorschriften macht? Kann ich überhaupt noch fahren, wenn ich mich nicht auf mein ungeteiltes Recht auf Vorfahrt berufen kann? Muss ich am Ende auf eine minutiöse Handlungsanweisung verzichten und womöglich beginnen, zu kommunizieren? Denn genau darin liegt der Kern von Shared-Space, wie der Verkehrsplaner Hans Mondermann erklärt: &quot;wenn man sich gegenseitig in die Augen blickt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht also keineswegs darum, Regeln abzuschaffen, sondern ganz im Gegenteil, die Regeln zu stärken. Statt der Illusion zu erliegen, man könne wie in einem Computerprogramm den gesamten Ablauf des Verkehrs durch Schilder und weiße Pfeile auf der Straße steuern und kontrollieren, setzt man darauf, dass ein System aus intelligenten Individuen anhand überschaubarer Regeln selbstregulierend funktioniert. So wie das z.B. auch in einer Fußgängerzone geht, wo noch jeder an jedem vorbeigekommen ist. Nicht zuletzt durch Kommunikation. Und wenn es doch Missverständnisse gibt, dann rennt man sich nicht über den Haufen sondern bleibt eventuell im Synchronen hin und her voreinander angewurzelt, bis man sich - eben durch Kommunikation - auf eine Lösung einigt. Dadurch ist noch keiner zu spät zur Arbeit gekommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fahrradfahrer auf deutschen Straßen, insbesondere in Städten wie z.B. Stuttgart, ist Shared-Space ohnehin schon längst Wirklichkeit. Denn er hat keinen eigenen Raum. Die paar Fahrradwege, die existieren und benutzbar sind, teilt er entweder mit Fußgängern oder mit Autofahrern. Wirklich separate Verkehrswege sind die Ausnahme. So ist man als Radfahrer ständig in der Not, Rücksicht zu nehmen auf Fußgänger, die nicht mit Fahrradfahrern rechnen, schon gar nicht von hinten - und zurecht, denn man geht im Park spazieren, um die Gedanken schweifen zu lassen oder Gespräche zu führen, nicht um vor herransausenden Rädern zu fliehen - oder Obacht zu geben auf Autofahrer, für die Fahrradfahrer ein Störfaktor sind, den es durch knappstes Überholen und Schneiden, durch herzstillstandverursachendes Hupen von hinten oder durch schlichtes Ignorieren zu bekämpfen gilt. Völlig vogelfrei und zum Abschuss freigegeben sind Fahrradfahrer immer dann, wenn sie auf einer Straße fahren, obwohl ein Fahrradweg existiert. Meine eindrücklichsten Nahtodeserlebnisse gehen auf solche Situationen zurück. Dass Fahrradfahrer dies tun - dem Autofahrer also mutwillig einen Shared-Space aufnötigen - ist für den Automobilisten meist völlig unverständlich. Aus Radfahrersicht gibt es allerdings in vielen Fällen gute Gründe, die einer Erörterung wert sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass der Shared-Space für Radfahrer aber nicht wirklich funktioniert, liegt daran, dass er nur Gast im Space ist und der jeweils andere nicht einmal ahnt, dass es da etwas zu teilen gibt. Er empfindet den Radfahrer nur als Eindringling, so wie es der ehrgeizige Mobilist auch als Übergriff empfindet, wenn eine andere Karosse auf die Idee kommt, vor ihm auf &lt;em&gt;seine&lt;/em&gt; Fahrspur zu wechseln und dieses Vorhaben auch durchführt, obwohl der Mobilist durch Hupzeichen deutlich klargestellt zu haben meint, dass er dazu keine Erlaubnis gegeben hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Shared-Space wird diese Art des Eigentumsbegriffes über Bord geworfen und es würden die Unfallzahlen schon deswegen rapide sinken, weil all jene Unfälle entfielen, die entstehen, weil jemand trotz rechtzeitigen Erkennens der Gefahrensituation noch hupend beschleunigt, weil er schließlich im Recht ist und diesem Recht Geltung verschaffen will. Shared-Space setzt dieses Recht aus. Wo es kein Verbot gibt, kann es auch keine Übertretung geben. Und wo es keine Übertretung gibt, ist niemand im Recht, sondern nur in der Pflicht, für eine Lösung zu sorgen. Und die heißt im Notfall: bremsen oder ausweichen! Als Radfahrer kennt man diese Option sehr gut, denn die relative Verletzlichkeit des Radfahrers gegenüber dem Auto lässt einen im eignen Interesse darauf verzichten, seine Rechte durchzusetzen, auch wenn sie noch so glasklar zutage liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter diesen Nützlichkeitserwägungen hinsichtlich Verkehrsfluss und Sicherheit, die man natürlich vorschieben muss, weil sich hier niemand für eine Idee erwärmen würde, wenn sich kein äußerer Nutzen nachweisen ließe (wir leben in Deutschland schließlich nicht zum Spaß!), ist aber das eigentlich verlockende an Shared-Space, dass die Straße in der Stadt wieder von der industriellen Logistikfläche&lt;br /&gt;
zum sozialen Raum würde. Denn auch die Fußgängerzone ist da eigentlich nur ein schlechter Behelf. Denn während natürlich Autostraßen in der Stadt durch ihren Lärm und ihre Gefahren, mit denen sie den sozialen Raum zerschneiden, völlig deplaziert sind, gehören aber dennoch Autos zum sozialen Leben hinzu. Man kann Autos nicht aus der Stadt eleminieren, denn in den Autos sitzen Menschen, und die gehören essentiell zu einer Stadt dazu. Shared-Space würde es aber möglich machen, den städtischen Raum, der durch isolierte Autostraßen sozial brach liegt, wieder urbar zu machen. Und zwar &lt;em&gt;mit&lt;/em&gt; Autos! Wer einmal in Italien am Abend eine Piazza in einer Z.T.L (Verkehrsbeschränkten Zone) besucht hat, weiß, wie das funktionieren kann, wie fügsam sich Autos ins Fußgängergetümmel einordnen können und wie kommunikativ es sein kann, doch mit dem Auto schnell beim Bäcker vorbeifahren zu können und sogar ohne auf Parkplatzmarkierungen und Zahlscheine zu achten direkt vor dem Bäcker einfach anzuhalten und auszusteigen. Solange irgendwo noch Platz für andere ist, vorbei zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch solange in Stuttgart mitten durch die Stadt noch 6-Spurige Autobahnen mit Transitverkehr führen, die Ampeln für jede einzelne Spur eine eigene Phase haben und nur 100 Meter weiter in der Hauptfußgängerzone, dem Herz der Stadt, Fahrradverbot besteht, ist man von der Idee eines Shared-Space noch Lichtjahre entfernt. Dazu muss sich zunächst einmal die Erkenntnis durchsetzen, dass soziale Interaktion - denn nichts anderes ist der Straßenverkehr - von Kommunikation lebt und nicht von einer zentralen Steuerung von Oben. Und dass der Straßenverkehr, zumal in der Stadt, kein Wettkampf sondern ein sozialer Akt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es ist ausdrücklich erlaubt, seinen Verstand zu benutzen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Thu, 03 Jul 2008 12:18:08 +0200</pubDate>
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    <title>Eva Herman</title>
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            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
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    Ich kannte Eva Herman nur von der Ferne und als Nachrichtengesicht, bis am 9. Oktober ein Mail mit einem Link zu SPON eintrudelte, wo berichtet wurde, dass eben diese Dame aus der Talkshow von J. B. Kerner geworfen wurde. Ein Eklat! Und das tollste daran in unserer Medienwelt: die Sendung fing gerade erst an. Also einschalten und den Eklat genießen. Und dabei passierte etwas ganz außergewöhnliches:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/9-Eva-Herman.html#extended&quot;&gt;&quot;Eva Herman&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Tue, 16 Oct 2007 08:54:46 +0200</pubDate>
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    <title>Gesund durch Nichthören!</title>
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            <category>Gesellschaft</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
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    Nachdem ich aus gesundheitlichen Gründen seit zwei Jahren auf das Rauchen verzichten muss, bin ich zum leidenschaftlichen Passivraucher geworden. Nun hat das Bundesland, das meine ehemalige Heimat und meine neue Wahlheimat ist, beschlossen, mir auch dieses Vergnügen zu nehmen. Ab heute Nacht 0:00 Uhr ist es vorbei. Zumindest in öffentlichen Einrichtungen und Kneipen. Zuhause dürfte ich noch passivrauchen - nur leider gibt es keinen Aktivraucher in unserer Wohnung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Jubel der Gesundheitsfraktion überschlägt sich. Meilensteine werden gesetzt und der Kampf, der natürlich nicht dem Raucher sondern nur dem Schutz des Nichtrauchers gilt, scheint sich zugunsten des letzteren zu entscheiden, zumindest solange er kein aktiver Passivraucher ist wie ich. Aber Spaß beiseite: weder Rauchen noch Passivrauchen ist gesund! Und weil es schon Ärgernis genug ist, mit der Bahn fahren zu müssen, will ich durchaus dort wenigstens saubere Luft einatmen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rauchfreiheit in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmittel ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit für ein zivilisiertes Land mit rücksichtsvollen Bürgern. Aber ist das überhaupt der Streitpunkt, um den es geht? Geht es wirklich um das Rauchen oder geht es nicht vielmehr um die Frage, wie weit der gesundheitsbewusste Arm des Gesetzes in die Privatsphäre eindringen darf? Denn Kneipen sind anerkanntermaßen Räume eines privaten Dienstleistungsunternehmens und keine öffentlichen Gebäude! Diese Diskussion vermisse ich doch sehr in dem entpolitisierten Glückstaumel der Gesundbeter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann wird denn nun endlich Musik in Kneipen verboten? Ich hasse Musik in Kneipen, weil ich mich unterhalten möchte. Es ist auch wissenschaftliche nachgewiesen, dass Lärm über 65dbA Krankheiten verursachen kann. Habe ich als Nichthörer nicht auch das Recht, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, genauso wie jeder Nichtraucher? Muss ich Krankheitsrisiken in Kauf nehmen, wenn ich als Nichthörer eine Kneipe besuchen will? Wann schiebt der Gesetzgeber hier endlich einen Riegel vor? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ich fordere ein generelles Musikverbot in öffentlichen Gebäuden, Verkehrsmitteln und Gaststätten! Im Dienste der akustischen Umwelt und der Gesundheit aller Nichthörer!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Wed, 01 Aug 2007 13:27:50 +0200</pubDate>
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