Dienstag, 22. Februar 2011
Wind of Change
Das vollmundige Wahlmotto von Obama ist längst zu einem verlegenen Hüsteln erstickt. Nicht nur die US-Regierung, der gesamte demokratische Westen steht dieser Tage wie paralysiert vor der Wucht des Freiheitskampfes in den arabischen Ländern und schafft es nicht, sich aus den scheinbaren Zwängen der vielen langjährig gehegten und gepflegten Arrangements mit Monarchen, Diktatoren und Wahnsinnigen zu befreien und Solidarität mit denjenigen zu zeigen, die für die existenziellste politische Idee kämpfen: für die Freiheit.
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Dienstag, 8. Februar 2011
Offener Brief an den Außenminister
Sehr geehrter Herr Außenminister,
lieber Guido Westerwelle,
mit großer Sorge beobachte ich Ihre und damit die Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu den Protesten in Ägypten. Zum ersten Mal seit 60 Jahren zeichnet sich eine Chance auf eine nachhaltige Bewegung in der Nahostproblematik, zum ersten Mal brechen für unbeugsam gehaltene islamistische Strukturen auf. Und was macht die Bundesregierung, wie verhält sich der angeblich liberale Außenminister? Sie ziehen sich auf eine formale Rechtfertigung einer Nichteinmischung zurück, die nicht nur Angesichts völlig konträrer Strategien im Irak, in Afghanistan und anderen Krisen absolut unglaubwürdig ist, sondern mit der Sie sich gleichwohl in erheblichem Maße einmischen: Sie unterstützen damit ohne Not das Regime eines Diktators, der seine Bürger auf der Straße ermorden lässt, der ihnen das Recht auf Meinungsfreiheit raubt und der einen demokratischen Prozess mit Gewalt verhindert. Statt das Ägyptische Volk mit Solidarität zu stützen und Deutschland klar auf die Seite der Freiheit zu positionieren, stehlen Sie sich mit feigen diplomatischen Ausreden aus der Verantwortung. Ich habe die FDP nicht gewählt, um von einem Außenminister repräsentiert zu werden, der islamistische Unterdrückungsregime unterstützt. Wenn diplomatisches Geschick mangels Alternativen eine formale Kooperation fordern, mag dies als Mittel zum Zweck legitim sein. Wenn aber die ägyptischen Bürger unter Einsatz ihres Lebens die Freiheit suchen und das Regime von innen nachhaltig in Bedrängnis bringen, dann ist es die Pflicht eines demokratischen Landes, diese Bewegung mit allen Kräften zu unterstützen, statt sie aus dem diplomatischen Hinterhalt in Gefahr zu bringen. Ich schäme mich dafür, Bürger eines Landes zu sein, das seine eigenen Prinzipien und Werte an einem seit 30 Jahren in Unterdrückung lebenden Volk verrät.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Christian Grauer
lieber Guido Westerwelle,
mit großer Sorge beobachte ich Ihre und damit die Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu den Protesten in Ägypten. Zum ersten Mal seit 60 Jahren zeichnet sich eine Chance auf eine nachhaltige Bewegung in der Nahostproblematik, zum ersten Mal brechen für unbeugsam gehaltene islamistische Strukturen auf. Und was macht die Bundesregierung, wie verhält sich der angeblich liberale Außenminister? Sie ziehen sich auf eine formale Rechtfertigung einer Nichteinmischung zurück, die nicht nur Angesichts völlig konträrer Strategien im Irak, in Afghanistan und anderen Krisen absolut unglaubwürdig ist, sondern mit der Sie sich gleichwohl in erheblichem Maße einmischen: Sie unterstützen damit ohne Not das Regime eines Diktators, der seine Bürger auf der Straße ermorden lässt, der ihnen das Recht auf Meinungsfreiheit raubt und der einen demokratischen Prozess mit Gewalt verhindert. Statt das Ägyptische Volk mit Solidarität zu stützen und Deutschland klar auf die Seite der Freiheit zu positionieren, stehlen Sie sich mit feigen diplomatischen Ausreden aus der Verantwortung. Ich habe die FDP nicht gewählt, um von einem Außenminister repräsentiert zu werden, der islamistische Unterdrückungsregime unterstützt. Wenn diplomatisches Geschick mangels Alternativen eine formale Kooperation fordern, mag dies als Mittel zum Zweck legitim sein. Wenn aber die ägyptischen Bürger unter Einsatz ihres Lebens die Freiheit suchen und das Regime von innen nachhaltig in Bedrängnis bringen, dann ist es die Pflicht eines demokratischen Landes, diese Bewegung mit allen Kräften zu unterstützen, statt sie aus dem diplomatischen Hinterhalt in Gefahr zu bringen. Ich schäme mich dafür, Bürger eines Landes zu sein, das seine eigenen Prinzipien und Werte an einem seit 30 Jahren in Unterdrückung lebenden Volk verrät.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Christian Grauer
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Montag, 22. November 2010
Satire als Volksaufklärung
Es gibt eigentlich nichts dazu zu sagen. Es ist einfach genau richtig. Schade nur, dass der Sendeplatz am Arsch der Welt liegt. Liefe die Deutschlandsafari am Samstag um 20:15 müsste ich als erbitterter Staatsfernseh-Gegner und GEZ-Basher fast einsehen, dass die ARD einen volkspädagogischen Auftrag erfüllt...
Hier also eingebettet oder direkt bei Youtube die bislang ausgestrahlten Folgen der Deutschlandsafari mit Henryk M. Broder und Hamad Abdel-Samadi:
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Donnerstag, 28. Oktober 2010
Offener Brief an die IHK Stuttgart
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Unternehmer in Stuttgart und bezahle seit 1999 regelmäßig und zwangsweise einen Beitrag an die IHK. Ich darf daher erwarten, dass die IHK als Branchenverband nicht nur meine unternehmerischen, sondern auch meine politischen Interessen vertritt, soweit sie sich politisch äußert. Dass die Mitglieder der IHK heterogene politischen Interessen haben ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich muss es dann sein, dass die IHK als Verband, diese Interessen ebenso heterogen vertritt oder sich politischen insgesamt neutral verhält. Immerhin ist die Mitgliedschaft keine freiwillige sondern der Unternehmer wird per Gesetz dazu gezwungen.
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ich bin Unternehmer in Stuttgart und bezahle seit 1999 regelmäßig und zwangsweise einen Beitrag an die IHK. Ich darf daher erwarten, dass die IHK als Branchenverband nicht nur meine unternehmerischen, sondern auch meine politischen Interessen vertritt, soweit sie sich politisch äußert. Dass die Mitglieder der IHK heterogene politischen Interessen haben ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich muss es dann sein, dass die IHK als Verband, diese Interessen ebenso heterogen vertritt oder sich politischen insgesamt neutral verhält. Immerhin ist die Mitgliedschaft keine freiwillige sondern der Unternehmer wird per Gesetz dazu gezwungen.
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Freitag, 26. Juni 2009
Ein Stern verlässt die Erde
Ich bin kein großartiger Kenner des Pop und auch kein besonderer Michael Jackson Fan - was die Musik betrifft. Sein Tod bewegt mich zu einem Nachruf, weil ich ein Fan des Menschen Michael Jackson bin, weil er in einem keineswegs idealen Setting seinen Weg gegangen ist, in einsamer Konsequenz. Die Welt hat sein musikalisches Genie gewürdigt, seine Lebensweise aber letztlich verdammt oder zumindest belächelt. Er hat darum gekämpft, sich und der Welt die Kindheit wieder zurück zu holen. Wer den Star-Rummel, die fetischistisch gepflegten Schrullen, die private Sentimentalität und den exzentrischen Auftritt von Michael Jackson nicht aus irgend einer angewöhnten Konvention heraus als Abnormität, sondern wertfrei als Ausdruck seines Wesens betrachtet, der findet in diesem außergewöhnlichen Leben nicht nur einen exzellenten Musiker, sondern einen Menschen von großer Fragilität, Zartheit und Mitleidsfähigkeit. Das ist mein ganz subjektives Bild, das ich von diesem Menschen mit mir herum trage und das mich für ihn, so wenig ich ihn eigentlich kannte, eine innige Sympathie empfinden ließ. Er hat seine Schwäche zur Stärke gemacht, er hat die Härte seiner Welt mit Weichheit bekämpft, er hat sich verletzbar gemacht, um unverletzbar zu werden, er war ein taoistischer Ritter des kampflosen Kampfes. Als solcher hatte er schon immer einen stillen Platz im Tempel meiner privaten Heroen, auch wenn mein Regal, wie ich gestehe, keine einzige CD von ihm beherbergt.
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Freitag, 1. Mai 2009
Stephan Guber
Ich bin ab sofort offizieller Stephan Guber Fan!
Vorgestern haben ich einen Vertrag unterzeichnet, der dem Künstler
Stephan Guber eine monatliche Zuwendung meinerseits sichert, und mir den Zugriff auf seine Kunstwerke im Gegenwert der Zuwendung, sowie ein paar besondere Privilegien, über die ich mehr erfahre, wenn ich demnächst mein "Starter-Kit" erhalte, das der Künstler mir in Aussicht stellte, als ich den Vertrag anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Rathaus in Eschborn bei Frankfurt übergab. Stephan Guber finanziert sein Leben nun schon seit vielen Jahren mit diesem Modell. Ein partielles Grundeinkommen könnte man das nennen und es scheint zu funktionieren.
Das liegt allerdings nicht nur an der Originalität dieses Finanzierungsmodells, sondern schlicht an der Qualität seiner Arbeit. Sein thematischer Grundstrom ist "das Rätselhafte", sein Material ist Holz, Feuer, Bienenwachs und andere urtypische Naturmaterialien. Seine schlanken, schüchtern-heroischen Holzplastiken arbeitet er unter anderem mit der Motorsäge aus mannshohen Eichen-Spaltlingen heraus. Mit dem Flammenwerfer werden die Figuren in ihr eigenes Kohlekleid gehüllt, das dann im Gesicht wieder teilweise abgeschliffen wird, so dass das Holz hervorleuchtet. So entstehen geheimnisvolle Figuren, düster und leuchtend zugleich, wie traumwandelnd eine Verheißung flüsternd.
Auch in den Bildern - auf Holz gebrachtes Bienenwachs, Pollen, Kohle und anderes - spürt man, wie der Künstler dem Material eine Geschichte abringt. Immer versucht, nichts aufzuzwingen sondern die Formen entstehen zu lassen, aber stets aufmerksam kontrollierend, um nicht Beliebigkeit entstehen zu lassen. Auch die Bilder bleiben in jenem instabilen Gleichgewicht zwischen Offenbarung und Verhüllung, das unsere ästhetische Phantasie herausfordert und uns jenen Dialog fühlen lässt, in dem der Künstler mit seinem Werk stand.
Selten habe ich den Eindruck, so authentisch und intim durch das Werk ins Innere des Künstlers zu blicken. Man erlebt im Betrachten mit, wie der Künstler der Form nachspürt. Das Rätselhafte, das Geheimnisvolle, dieses Paradox aus Unsichtbarkeit und Verlockung, dieses Wechselspiel aus Vorenthaltung und sich Zeigen, ist das Urbild von Dialog und Kommunikation und die eigentliche Erotik der Begegnung. Meisterhaft ist die unprätentiöse Ästhetik, mit der Guber diese Urgesten so faszinierend in Szene setzt, dass man den Blick nicht mehr abwenden kann. Und am Ende sind seine Werke eines vor allen anderen Dingen: außergewöhnlich schön!
Mehr Info:
www.stephan-guber.de
Vorgestern haben ich einen Vertrag unterzeichnet, der dem Künstler
Das liegt allerdings nicht nur an der Originalität dieses Finanzierungsmodells, sondern schlicht an der Qualität seiner Arbeit. Sein thematischer Grundstrom ist "das Rätselhafte", sein Material ist Holz, Feuer, Bienenwachs und andere urtypische Naturmaterialien. Seine schlanken, schüchtern-heroischen Holzplastiken arbeitet er unter anderem mit der Motorsäge aus mannshohen Eichen-Spaltlingen heraus. Mit dem Flammenwerfer werden die Figuren in ihr eigenes Kohlekleid gehüllt, das dann im Gesicht wieder teilweise abgeschliffen wird, so dass das Holz hervorleuchtet. So entstehen geheimnisvolle Figuren, düster und leuchtend zugleich, wie traumwandelnd eine Verheißung flüsternd.
Auch in den Bildern - auf Holz gebrachtes Bienenwachs, Pollen, Kohle und anderes - spürt man, wie der Künstler dem Material eine Geschichte abringt. Immer versucht, nichts aufzuzwingen sondern die Formen entstehen zu lassen, aber stets aufmerksam kontrollierend, um nicht Beliebigkeit entstehen zu lassen. Auch die Bilder bleiben in jenem instabilen Gleichgewicht zwischen Offenbarung und Verhüllung, das unsere ästhetische Phantasie herausfordert und uns jenen Dialog fühlen lässt, in dem der Künstler mit seinem Werk stand.
Selten habe ich den Eindruck, so authentisch und intim durch das Werk ins Innere des Künstlers zu blicken. Man erlebt im Betrachten mit, wie der Künstler der Form nachspürt. Das Rätselhafte, das Geheimnisvolle, dieses Paradox aus Unsichtbarkeit und Verlockung, dieses Wechselspiel aus Vorenthaltung und sich Zeigen, ist das Urbild von Dialog und Kommunikation und die eigentliche Erotik der Begegnung. Meisterhaft ist die unprätentiöse Ästhetik, mit der Guber diese Urgesten so faszinierend in Szene setzt, dass man den Blick nicht mehr abwenden kann. Und am Ende sind seine Werke eines vor allen anderen Dingen: außergewöhnlich schön!
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Mittwoch, 1. April 2009
Das Grundeinkommen ist da!
Endlich hat die Bundesregierung reagiert! Nachdem in einer Petition über 50.000 Bürger das Grundeinkommen gefordert haben kann man es ab sofort bei der Bundesagentur für Einkommen
online beantragen . Weitere Informationen sind auf der
Website der Bundesagentur zu finden.
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Montag, 2. Februar 2009
Mit 5 Klicks zur Revolution!
Einfach die Petition zum Grundeinkommen unterschreiben. Verlängert bis zum 17. Februar 2009[1]!
Es gibt Ideen und Institutionen, die sind so selbstverständlich, einleuchtend und naheliegend, dass man sich nach ihrer Einführung nicht mehr vorstellen kann, wie die Menschheit ohne sie ausgekommen ist. Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine solche. Mit dem Unterschied, dass wir derzeit noch vor ihrer Einführung stehen.
Das bedingungslose Grundeinkommen ist keine Utopie einer neuen Gesellschaftsordnung, in der alles viel besser ist als heute, in der am grünen Tisch das Paradies entworfen wird. Das bedingungslose Grundeinkommen ist die Anerkennung der sozialen Realität. All diese Provisorien, Umwege, Notlösungen, Behelfsinstitutionen und Zugeständnisse an scheinbare Sachzwänge, mit denen wir versuchen ein längst obsoletes soziales Konzept zum Schein noch aufrecht zu erhalten, werden ersetzt durch eine geradlinige neue institutionelle Form für die soziale Realität, die hinter diesen Hilfskonstruktionen steckt.
Schon längst sind Arbeit und Einkommen getrennt - weniger als 50% der Bürger sind erwerbstätig. Längst wird jeder bei Bedarf mit einem Mindesteinkommen versorgt - wir betrachten es aber als Notlösung, als "Stütze" und diskriminieren die Betroffenen. Schon längst geben wir mehr als die Hälfte unseres Einkommens dem Staat zur solidarischen Verwendung - wir verstecken diese hohe Staatsquote nur hinter einem gigantisch komplexen Steuersystem. Schon längst leben wir von den Leistungen der Gesellschaft und nicht von unserer eigenen - indem wir Arbeitsplätze wie Waren behandeln täuschen wir nur vor, unsere Leistung zu verkaufen. Schon längst führen wir eine Nivellierung der Einkommen durch - wir machen es nur versteckt mit Sozialnachlässen, Steuerprogression, Luxussteuern, Freibeträgen etc.
All diese Dinge und noch viel mehr werden vom bedingungslosen Grundeinkommen nicht wie eigentlich zu behebende Defekte behandelt, sondern sie werden als gesellschaftliche Realität ganz neutral anerkannt und mit möglichst effizienten Mitteln verwaltet, statt einem obsoleten gesellschaftlichen Konzept nachzuhängen, das auf fragwürdigen Zwangsvorstellungen einer Leistungs- und Verdienstethik basiert, das seine Wirtschaft zwischen Sozialneid und sozialer Verantwortung aufreibt und sich an ausrangierten Prinzipien wie Vollbeschäftigung und staatlicher Gnade orientiert.
Das bedingungslose Grundeinkommen schafft nicht das Paradies auf Erden, aber es macht Schluss mit der sozialen Schizophrenie, die uns nicht nur daran hindert, allen Menschen die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, ohne sie mit dem Stigma des Scheiterns zu belegen, sondern die uns auch daran hindert, eine effiziente Marktwirtschaft zu betreiben, die uns von Arbeit befreit, statt uns um des Einkommens Willen an sinnlose, ineffiziente und unattraktive Produktions- und Arbeitsmethoden zu binden. Und die uns nicht zuletzt zu einem Verwaltungsaufwand zwingt, der allein schon einen großen Teil der eingenommenen und wieder verteilten Steuern verschlingt.
Bis zum 10. Februar gibt es die Möglichkeit, bei einer Petition an den Bundestag zu unterschreiben, die diesen veranlasst, das Thema Grundeinkommen endlich auf die Tagesordnung zu setzen und ernsthaft die Vor- und Nachteile dieser Idee zu besprechen, die sich immer mehr als eine der drängendsten Forderungen unserer Zeit gerade aus der gesellschaftlichen Basis heraus formuliert.
Petition zum Grundeinkommen
Man muss sich für die Petition anmelden, das ist aber ganz unkompliziert und in fünf Minuten erledigt.
Weitere Infos zum Grundeinkommen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Grundeinkommen
http://www.grundeinkommen.tv/blog/ mit einem hervorragenden Film zum Downloaden über das Grundeinkommen!
[1] Ergänzung vom 9.2.09: lt. Angaben des Netzwerk Grundeinkommen (www.grundeinkommen.de) wurde die Petition aufgrund anhaltender technischer Probleme in den letzten Tagen um eine Woche bis zum 17.2.2009 verlängert.
Es gibt Ideen und Institutionen, die sind so selbstverständlich, einleuchtend und naheliegend, dass man sich nach ihrer Einführung nicht mehr vorstellen kann, wie die Menschheit ohne sie ausgekommen ist. Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine solche. Mit dem Unterschied, dass wir derzeit noch vor ihrer Einführung stehen.
Das bedingungslose Grundeinkommen ist keine Utopie einer neuen Gesellschaftsordnung, in der alles viel besser ist als heute, in der am grünen Tisch das Paradies entworfen wird. Das bedingungslose Grundeinkommen ist die Anerkennung der sozialen Realität. All diese Provisorien, Umwege, Notlösungen, Behelfsinstitutionen und Zugeständnisse an scheinbare Sachzwänge, mit denen wir versuchen ein längst obsoletes soziales Konzept zum Schein noch aufrecht zu erhalten, werden ersetzt durch eine geradlinige neue institutionelle Form für die soziale Realität, die hinter diesen Hilfskonstruktionen steckt.
Schon längst sind Arbeit und Einkommen getrennt - weniger als 50% der Bürger sind erwerbstätig. Längst wird jeder bei Bedarf mit einem Mindesteinkommen versorgt - wir betrachten es aber als Notlösung, als "Stütze" und diskriminieren die Betroffenen. Schon längst geben wir mehr als die Hälfte unseres Einkommens dem Staat zur solidarischen Verwendung - wir verstecken diese hohe Staatsquote nur hinter einem gigantisch komplexen Steuersystem. Schon längst leben wir von den Leistungen der Gesellschaft und nicht von unserer eigenen - indem wir Arbeitsplätze wie Waren behandeln täuschen wir nur vor, unsere Leistung zu verkaufen. Schon längst führen wir eine Nivellierung der Einkommen durch - wir machen es nur versteckt mit Sozialnachlässen, Steuerprogression, Luxussteuern, Freibeträgen etc.
All diese Dinge und noch viel mehr werden vom bedingungslosen Grundeinkommen nicht wie eigentlich zu behebende Defekte behandelt, sondern sie werden als gesellschaftliche Realität ganz neutral anerkannt und mit möglichst effizienten Mitteln verwaltet, statt einem obsoleten gesellschaftlichen Konzept nachzuhängen, das auf fragwürdigen Zwangsvorstellungen einer Leistungs- und Verdienstethik basiert, das seine Wirtschaft zwischen Sozialneid und sozialer Verantwortung aufreibt und sich an ausrangierten Prinzipien wie Vollbeschäftigung und staatlicher Gnade orientiert.
Das bedingungslose Grundeinkommen schafft nicht das Paradies auf Erden, aber es macht Schluss mit der sozialen Schizophrenie, die uns nicht nur daran hindert, allen Menschen die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, ohne sie mit dem Stigma des Scheiterns zu belegen, sondern die uns auch daran hindert, eine effiziente Marktwirtschaft zu betreiben, die uns von Arbeit befreit, statt uns um des Einkommens Willen an sinnlose, ineffiziente und unattraktive Produktions- und Arbeitsmethoden zu binden. Und die uns nicht zuletzt zu einem Verwaltungsaufwand zwingt, der allein schon einen großen Teil der eingenommenen und wieder verteilten Steuern verschlingt.
Bis zum 10. Februar gibt es die Möglichkeit, bei einer Petition an den Bundestag zu unterschreiben, die diesen veranlasst, das Thema Grundeinkommen endlich auf die Tagesordnung zu setzen und ernsthaft die Vor- und Nachteile dieser Idee zu besprechen, die sich immer mehr als eine der drängendsten Forderungen unserer Zeit gerade aus der gesellschaftlichen Basis heraus formuliert.
Petition zum Grundeinkommen
Man muss sich für die Petition anmelden, das ist aber ganz unkompliziert und in fünf Minuten erledigt.
Weitere Infos zum Grundeinkommen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Grundeinkommen
http://www.grundeinkommen.tv/blog/ mit einem hervorragenden Film zum Downloaden über das Grundeinkommen!
[1] Ergänzung vom 9.2.09: lt. Angaben des Netzwerk Grundeinkommen (www.grundeinkommen.de) wurde die Petition aufgrund anhaltender technischer Probleme in den letzten Tagen um eine Woche bis zum 17.2.2009 verlängert.
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Montag, 5. Januar 2009
Wir sind Israel!
Ab sofort prangen bei Schachtelhalm oben links zwei Fähnchen von Deutschland und Israel und verweisen auf eine
Informationsseite von "The Israel Project" über Israel und den Nahostkonflikt.
Noch immer wird in Deutschland antiisraelische Hetze betrieben und unter dem heuchlerischen Namen des Pazifismus der palästinensische und islamistische Terrorismus verharmlost und naiv romantisierend zum Friedens- und Freiheitskampf stilisiert. Berge von Halbwahrheiten und unreflektierter tendenziöser Desinformation versuchen davon abzulenken, dass da eine Horde rein ideologisch motivierter, politisch völlig unkontrollierter und gezielt mordender Terroristen gegen einen demokratischen Staat steht, der seine Zivilbevölkerung militärisch gegen diese Angriffe verteidigt. Das Blutvergießen ist schrecklich, aber wenn wir uns nicht hinter Israel stellen, stellen wir uns außerhalb der freiheitlich-demokratischen Werteordnung, auf der unsere zivilisierte Welt gründet. Dieser Werteordnung ist auch die israelische Offensive verpflichtet und durch sie legitimiert, weil die Provokationen der Hamas und ihrer islamistischen Gesinnungsgenossen nicht nur jenseits dieser Werteordnung stehen, sondern sie gezielt, mit feiger Gewalt und zynischer Propaganda bekämpfen.
Denn ganz gleich wie groß die Mitschuld Israels an diesem Krieg ist und ob ihre Mittel angemessen sind - Israel steht auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Zivilisation. Israel will Frieden, Sicherheit und sein Existenzrecht. Und es verteidigt diese mit den selben Mitteln, die auch wir uns als demokratische Nation zur Verteidigung unseres Landes vorbehalten. Die Hamas hingegen will erklärtermaßen keinen Frieden für Palästina, sondern die Vernichtung Israels mit allen Mitteln. Niemand, der auch nur einen Funken politischen Verstand hat und dem das Wohl und der Frieden des palästinensischen Volkes am Herzen liegt, handelt wie die Hamas handelt. Die Hamas missbraucht das geschundene palästinensische Volk, insbesondere die zahllosen zu Kampfmaschinen und als Schutzschilde missbrauchten Kinder und Jugendlichen, für ihren ideologischen Kampf gegen die Freiheit. Und dieser Kampf gilt nicht nur Israel, er gilt ebenso Europa, er gilt der gesamten freien Welt; er gilt auch uns!
Wir sind Israel!
Beispiele für die antiisraelische bis antisemitische Pro-Terrorismus-Propaganda:
All diese Seiten - und das sind nur wenige Beispiele - verharmlosen und solidarisieren sich mit der Hamas, die von den USA und der EU als terroristische Vereinigung eingestuft ist und in deren Charta u.a. folgende Überzeugungen niedergelegt sind:
Das ist nicht die Stimme eines verfolgten und unterdrückten Volkes, nicht die Stimme eines Kampfes für Freiheit und Frieden, es ist die Stimme eines barbarischen Vernichtungswillens und kompromissloser Agression, die weder Recht noch Gnade kennen.
Wem das nicht genügt, wer die Hamas noch immer für eine Pfadfindertruppe hält, die bedrohte Kinder und Mütter schützt und sich nur gegen die angebliche israelische Unterdrückung wehrt; wer nicht verstehen will, dass Israel nicht gegen die Palästinenser sondern gegen die Hames kämpft und dass die Palästinenser nicht von Israel sondern von der Hamas instrumentalisiert und in diesen Krieg hineingezogen wird, um eines fundamentlistisch-ideologischen Kreuzzuges Willen, der weit über die Vernichtung Israels hinaus zielt; wer immer noch nicht begreift, dass man sich mit Anit-Israel-Demonstrationen an die Seite von Terroristen und gegen die europäische und amerikanische Zivilisation stellt, der möge sich im Originalton anhören, was und wem er da seine Stimme gibt:
Noch Fragen?
Noch immer wird in Deutschland antiisraelische Hetze betrieben und unter dem heuchlerischen Namen des Pazifismus der palästinensische und islamistische Terrorismus verharmlost und naiv romantisierend zum Friedens- und Freiheitskampf stilisiert. Berge von Halbwahrheiten und unreflektierter tendenziöser Desinformation versuchen davon abzulenken, dass da eine Horde rein ideologisch motivierter, politisch völlig unkontrollierter und gezielt mordender Terroristen gegen einen demokratischen Staat steht, der seine Zivilbevölkerung militärisch gegen diese Angriffe verteidigt. Das Blutvergießen ist schrecklich, aber wenn wir uns nicht hinter Israel stellen, stellen wir uns außerhalb der freiheitlich-demokratischen Werteordnung, auf der unsere zivilisierte Welt gründet. Dieser Werteordnung ist auch die israelische Offensive verpflichtet und durch sie legitimiert, weil die Provokationen der Hamas und ihrer islamistischen Gesinnungsgenossen nicht nur jenseits dieser Werteordnung stehen, sondern sie gezielt, mit feiger Gewalt und zynischer Propaganda bekämpfen.
Denn ganz gleich wie groß die Mitschuld Israels an diesem Krieg ist und ob ihre Mittel angemessen sind - Israel steht auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Zivilisation. Israel will Frieden, Sicherheit und sein Existenzrecht. Und es verteidigt diese mit den selben Mitteln, die auch wir uns als demokratische Nation zur Verteidigung unseres Landes vorbehalten. Die Hamas hingegen will erklärtermaßen keinen Frieden für Palästina, sondern die Vernichtung Israels mit allen Mitteln. Niemand, der auch nur einen Funken politischen Verstand hat und dem das Wohl und der Frieden des palästinensischen Volkes am Herzen liegt, handelt wie die Hamas handelt. Die Hamas missbraucht das geschundene palästinensische Volk, insbesondere die zahllosen zu Kampfmaschinen und als Schutzschilde missbrauchten Kinder und Jugendlichen, für ihren ideologischen Kampf gegen die Freiheit. Und dieser Kampf gilt nicht nur Israel, er gilt ebenso Europa, er gilt der gesamten freien Welt; er gilt auch uns!
Wir sind Israel!
Beispiele für die antiisraelische bis antisemitische Pro-Terrorismus-Propaganda:
- Die
"Freunde Palästinas" huldigen dem Terror und promoten
Prof. Dr. Udo Steinbach von der Uni Marburg mit haarsträunden Aussagen wie "die Hamas ist eine kämpfende Gruppe, die sich in gewisser Weise zur Wehr setzt. Aber das eigentliche Problem liegt bei den Israelis"! Steinbach hält es gar für "normal", dass "die Menschen militant werden". Von Israel hingegen fordert er Verzicht auf militärische Mittel und Abwehr der 3200 Raketenangriffe allein im letzten Jahr ausschließlich durch politisches Engegenkommen! Es ist bodenlos, was ein staatlich bezahlter Universitätsprofessor da öffentlich an proterroristischer Propaganda von sich gibt. - Auf dem
Palästina-Portal vergreift sich Ehardt Arendt am Begriff des Genozids, den er einem Land vorwirft, aus dem seit Beginn der aktuellen Eskalation u.a. 178 Wagenladungen Hilfsgüter nach Gaza gebracht wurden. - Ein alter Bekannter:
Ufologe und
Lügenjournalist Michael Grandt
hetzt beim Kopp-Verlag . Wer sich näher mit Grandt beschäftigt hat, dem fällt dazu überhaupt nichts mehr ein. Dieser "Journalist" ist seine eigene Karrikatur! - Der
Muslim-Markt betreibt offen antisemitische Hetze gegen die angeblich "rassistische Ideologie" Israels und des Zionismus und fordert die Tilgung des israelischen Staates. Der Muslim-Markt hält es sogar für nötig, sich dann aber doch ausdrücklich von Adolf Hitler zu distanzieren. So groß ist die ideologische Nähe! - Die
Linkezeitung empört sich "über die Grausamkeit und Brutalität Israels" und fordert "umgehend Verhandlungen für einen gerechten Frieden". Über die 3200 Raketen der Hamas in ein Land, das die Hamas und Gaza mit Hilfsgütern versorgt, empört sie sich nicht und auch nicht darüber, dass die Hamas die für Verhandlungen notwendige Waffenruhe einseitig beendet hat...
All diese Seiten - und das sind nur wenige Beispiele - verharmlosen und solidarisieren sich mit der Hamas, die von den USA und der EU als terroristische Vereinigung eingestuft ist und in deren Charta u.a. folgende Überzeugungen niedergelegt sind:
Hamas ist eines der Glieder in der Kette des Djihad, die sich der zionistischen Invasion entgegenstellt. (...) Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!
(...)
Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; (...) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit.
Das ist nicht die Stimme eines verfolgten und unterdrückten Volkes, nicht die Stimme eines Kampfes für Freiheit und Frieden, es ist die Stimme eines barbarischen Vernichtungswillens und kompromissloser Agression, die weder Recht noch Gnade kennen.
Wem das nicht genügt, wer die Hamas noch immer für eine Pfadfindertruppe hält, die bedrohte Kinder und Mütter schützt und sich nur gegen die angebliche israelische Unterdrückung wehrt; wer nicht verstehen will, dass Israel nicht gegen die Palästinenser sondern gegen die Hames kämpft und dass die Palästinenser nicht von Israel sondern von der Hamas instrumentalisiert und in diesen Krieg hineingezogen wird, um eines fundamentlistisch-ideologischen Kreuzzuges Willen, der weit über die Vernichtung Israels hinaus zielt; wer immer noch nicht begreift, dass man sich mit Anit-Israel-Demonstrationen an die Seite von Terroristen und gegen die europäische und amerikanische Zivilisation stellt, der möge sich im Originalton anhören, was und wem er da seine Stimme gibt:
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Samstag, 29. November 2008
Spinat-Ricotta-Ravioli und Höhlengnome
Es duftet nach Bienenwachs und gebrannten Mandeln, an den Wänden hängt Tannenreisig, Kerzen brennen, handgemalte Schilder weisen den Weg zu Stuben und Buden, in denen allerlei Handgemachtes aus Wolle und Holz verkauft wird. Nicht ganz perfekte, aber liebevolle Unikate. Alles ist zurechtgemacht, profane Funktionselemente des Schulgebäudes sind mit Seidentüchern oder Weihnachtsgestecken kaschiert, von irgendwo tönt Musik. Die Ästhetik der Waren und Dekorationen zeugt von Anspruch, wird bisweilen aber auch von allzu ernster Schwere erdrückt. Kinder werden mit Märchen, bekerzten Nussschalenschiffchen und der langwierigen schichtweisen Herstellung von Bienenwachskerzen unterhalten. Grellbuntes, Aufdringliches, Quäkendes und Plärrendes, profanes Plastik und monotone Industrieware muss draußen bleiben. Alles folgt einer stillschweigenden ästhetischen und qualitativen Norm: Adventsbasar an der Waldorfschule!
Die typische Athmosphäre eines Waldorfbasars kennt nur, wer dort war. Und als Schüler war ich notgedrungen jedes Jahr dort. Heute war ich nach gut 20 Jahren wieder einmal auf dem Adventsbasar meiner ehemaligen Schule. Besagte Atmosphäre allerdings nicht. Dabei war vordergründig alles wie immer. Kerzenziehen, gebrannte Mandeln, Märchen, Kuchen, Filz und Naturfarben. Alles war da. Aber bei näherem Hinsehen: ein waldorfpädagogisches No-Go nach dem anderen! Kaum Reisig an den Wänden. Unverhüllte Feuerlöscher. Die Zimmer durchnummeriert. Statt wachskreidenbemalter Wegzeiger ein schnöder Orientierungsplan. Zu Essen gab es Spinat-Ricotta-Ravioli in Schinken-Sahne-Sauce mit Parmesan und Ruccola an Balsamico. Zwar lecker, aber vom Adventsbasar-Charme her nicht im Ansatz mit Wienerli & Kartoffelsalat oder selbstgebackenen Waffeln zu vergleichen. An den Verkaufsständen zum größten Teil kommerzielle Waren von externen Anbietern: Bücher, Kurzwaren aus Wolle, Obst und Gemüse, Perlen und Schmuck, Spielwaren. Die handgemachten Weidezäune für die waldorfkompatible Ritterburg, selbstgefilzte Höhlengnome und handbemaltes Tongeschirr musste man teilweise erfolglos suchen. Schließlich doch noch eine Bastelecke, in der man sich für 50 Cent aus Baumscheiben, Moos und Wachsknete eine weihnachtliche Miniaturlandschaft basteln konnte.
Ich kann nicht so einfach sagen, was mir fehlte. Denn im Grunde darf man froh sein, dass die enge und bisweilen von jeglicher Frischluftzufuhr abgeschnittene Subkultur der klassisch waldorfpiätistischen Weleda-Ästhetik in weiten Teilen der Vergangenheit angehört. Bei diesem Adventsbasar hatte ich allerdings das Gefühl, dass damit zugleich etwas über Bord geworfen wurde, das nicht nur zur gewohnten Atmosphäre des Basars gehört, sondern auch zur originären Idee der Waldorfpädagogik. Denn was hinter der ästhetischen Enge immer auch noch steckte, war ein gewisser Qualitätsanspruch, der sich - nicht unbedingt in dieser Ausformung, aber in seiner Haltung - überall dort findet, wo versucht wird, seinem Tun über die rein technische Funktion hinaus einen Sinn zu verleihen, der sich nicht an der Sache, sondern am Menschen orientiert. "Für Menschen mit Sinn gestaltet" könnte der passende Marketing-Slogan lauten. Sinn für Gediegenheit, für Ursprünglichkeit, für Originalität, für die unmittelbare Sinnlichkeit des natürlichen, für die seelenpflegende Wirkung von Ästhetik, für den wechselseitigen Einfluss von Form und Funktion, für die charakterbildende Kraft des Wahren, Schönen und Guten, für die soziale und persönliche Reifung durch sinnstiftende Kulturtechniken. Kurz ein Sinn für den Sinn einer an einem geistigen Menschenbild und an der konkreten Individualität des Einzelnen Kindes orientierten Pädagogik. Denn geistiges Menschenbild heißt nichts anderes als ein Bild, das den Menschen nicht nur als kausal wirkender Teil einer physikalisch-biologischen Natur sieht, sondern darüber hinaus als einen, der sich und seine Umwelt aus sich heraus mit einem ganz eigenen, alles physikalisch-biologisch-kausale übersteigenden Sinnzusammenhang versieht. In diesem Sinnzusammenhang kann der Mensch überhaupt erst seine Freiheit entfalten, weil er selbst es ist, der den ansich profan und wertneutral der Kausalität folgenden Dingen eine höhere Bedeutung verleiht.
Pädagogik - weit über Schule hinaus - ist aber am Ende nichts anderes, als die behutsame Einführung eines rein biologisch-kausal funktionierenden Eiweißbündels in die Kunst der autopoetischen Sinngebung, in das Herausheben des eigenen Ichs aus der nichtssagenden Relativität der schieren kausalen Sterblichkeit, in die Zeugung der eigenen Biographie. Und Schule stellt in unserer Kultur dafür einen der wichtigsten Parcours an Anregungen, um diesen eigentlich paradoxen Sprung aus der kausalen Funktionalität hinein in das spontane und freie Versehen der Welt mit Sinn zu schaffen. So wie sich die Freiheit des Gedankens erst dann entfalten kann, wenn das Denken sich zuerst in das Korsett der Regeln einer Sprache gezwängt hat und an ihrem Erlernen überhaupt erst prototypisch die Bedeutung von 'Bedeutung' für sich gleichsam aus dem Nichts erschaffen hat, so kann sich auch der junge Mensch erst dann seinen eigenen Sinn geben, wenn er die Fähigkeit der Sinngebung an einer sinnhaften Welt erlernt hat. Nicht weil er diesen Sinn übernehmen soll, sondern weil er daran die Fähigkeit zur selbständigen Sinnstiftung und damit zum freien Handeln in einer über das biophysische hinaus gehenden psychischen, sozialen, künstlerischen und geistigen Welt erlernen muss.
Das ist die eigentliche Idee der "Erziehung zur Freiheit", die hinter der Waldorfpädagogik steckt und die trotz all der muffigen Szeneästhetik als originärer und bewusster Qualitätsanspruch immer zu spüren war. Doch sie scheint immer mehr verloren zu gehen und einer an Traditionen, Gewohnheiten, Moden und scheinbaren Sachzwängen orientierten Beliebigkeit zu weichen, die sich zwar durchaus an netten Dingen erfreut - an Spinat-Ricotta-Ravioli und Unterhosen aus Wolle-Seide-Gemisch zum Beispiel - die aber nicht mehr den Unterschied spürt, zwischen dem Inhalt einer Sache und ihrem Sinn, ihrem inneren Zusammenhang in der Welt. Genau da ist aber der Unterschied zwischen einer Pippi-Langstrumpf-CD und einer Märchenerzählerin, die im Kerzenschein und von Wurzeln und Wollzwergen umringt die Kinder mit ihrer Erzählkunst fasziniert. Nicht weil Pippi-Langstrumpf-CDs irgendwie gefährlich oder ungesund wären, sondern weil die Märchenerzählerin dem Kind (im richtigen Alter) ganz unabhängig vom Inhalt schon als schierer Akt und Performance einen viel reicheren Sinnzusammenhang gibt, an den das Kind anknüpfen kann und durch den das Kind in seiner autopoetischen Sinnstiftung angeregt wird. Es ist nicht die Versorgung des Kindes mit der Information über den Inhalt des Märchens, der den eigentlichen pädagogischen Wert darstellt, sondern der Akt des Erzählens, das Eintauchen in die Geschichte, der Soziale Akt der Veranstaltung, das Erleben des Besonderen, die Interaktion mit Menschen und die Faszination an der Evokation von Vorstellungen. Das alles bringt natürlich auch die CD mit sich, aber in viel schwächerem Maße. Sie ist im Vergleich zur Märchenerzählerin für das Kind wie eine trockene Brotrinde zu einem opulenten Festmahl.
Ob also die Zwerge aus Filz und naturfarben oder ob sie aus Plastik und neonbunt sind, wäre letztlich egal, wenn sie denn nur nicht als beliebiger Dekoartikel in einem Sammelsurium an Zufälligkeiten auftreten (und das tun auch die Filzzwerge mittlerweile viel zu oft), sondern wenn sie sich als Teil eines nachvollziehbaren und sinnlich opulent erfahrbaren Sinnzusammenhanges darstellen, an dem sich die pädagogische Stimulation zur autopoetischen Biographie-Zeugung entzünden kann. Denn das tut die fünfhundertste Merchandising-Figur aus Plastik nicht, der Filzzwerg aber durchaus, weil er seine feste Rolle in der Märchenwelt und damit in jenem kindlichen Instrumentarium zur protoreflektiven Handhabung seiner Innerlichkeit hat. Die Plastikfigur hat da allenfalls eine feste Rolle in der kommerziellen Konsumerziehung.
Und so ist auch der Adventsbasar nur in zweiter Linie eine Verkaufsveranstaltung zur Finanzierung der Schule (so richtig gewichtig ist der Erlös ohnehin nicht) und deswegen auch das Augenmerk auf Verkaufbarkeit, Marktfähigkeit und Nachfrageorientierung der Artikel nur bedingt interessant. In erster Linie ist es ein sozialer Akt, ein Event und eine Gelegenheit, nicht nur für die Kinder sondern auch für die Eltern und Lehrer und nicht zuletzt für die Besucher, sich als Schulgemeinschaft und Schulumwelt, aber auch als Einzelne zur Sinnstiftung anzuregen, indem man gemeinsam in einen zwar beliebig zu wählenden, aber in sich nicht beliebigen Zusammenhang eintaucht, durchaus auch ohne gleich darin zu ersticken.
Das ist es, was ich hinter all der ästhetischen Zumutung, die ein Adventsbasar bisweilen mit sich brachte, heute an meiner ehemaligen Schule vermisst habe. Die Aufmerksamkeit für Gediegenheit, für Zusammenhang und Sinn, die sich im Detail in der nur scheinbar funktional überflüssigen Ästhetik und Qualität niederschlägt. Kurz: Kultur! Und das steht nur als pars pro toto für den Eindruck, den ich von der Waldorfpädagogik insgesamt gegenwärtig habe - man korrigiere mich gerne mit empirischen Belegen! - sie verliert ihre Marotten, aber zugleich auch ihre Substanz.
Die typische Athmosphäre eines Waldorfbasars kennt nur, wer dort war. Und als Schüler war ich notgedrungen jedes Jahr dort. Heute war ich nach gut 20 Jahren wieder einmal auf dem Adventsbasar meiner ehemaligen Schule. Besagte Atmosphäre allerdings nicht. Dabei war vordergründig alles wie immer. Kerzenziehen, gebrannte Mandeln, Märchen, Kuchen, Filz und Naturfarben. Alles war da. Aber bei näherem Hinsehen: ein waldorfpädagogisches No-Go nach dem anderen! Kaum Reisig an den Wänden. Unverhüllte Feuerlöscher. Die Zimmer durchnummeriert. Statt wachskreidenbemalter Wegzeiger ein schnöder Orientierungsplan. Zu Essen gab es Spinat-Ricotta-Ravioli in Schinken-Sahne-Sauce mit Parmesan und Ruccola an Balsamico. Zwar lecker, aber vom Adventsbasar-Charme her nicht im Ansatz mit Wienerli & Kartoffelsalat oder selbstgebackenen Waffeln zu vergleichen. An den Verkaufsständen zum größten Teil kommerzielle Waren von externen Anbietern: Bücher, Kurzwaren aus Wolle, Obst und Gemüse, Perlen und Schmuck, Spielwaren. Die handgemachten Weidezäune für die waldorfkompatible Ritterburg, selbstgefilzte Höhlengnome und handbemaltes Tongeschirr musste man teilweise erfolglos suchen. Schließlich doch noch eine Bastelecke, in der man sich für 50 Cent aus Baumscheiben, Moos und Wachsknete eine weihnachtliche Miniaturlandschaft basteln konnte.
Ich kann nicht so einfach sagen, was mir fehlte. Denn im Grunde darf man froh sein, dass die enge und bisweilen von jeglicher Frischluftzufuhr abgeschnittene Subkultur der klassisch waldorfpiätistischen Weleda-Ästhetik in weiten Teilen der Vergangenheit angehört. Bei diesem Adventsbasar hatte ich allerdings das Gefühl, dass damit zugleich etwas über Bord geworfen wurde, das nicht nur zur gewohnten Atmosphäre des Basars gehört, sondern auch zur originären Idee der Waldorfpädagogik. Denn was hinter der ästhetischen Enge immer auch noch steckte, war ein gewisser Qualitätsanspruch, der sich - nicht unbedingt in dieser Ausformung, aber in seiner Haltung - überall dort findet, wo versucht wird, seinem Tun über die rein technische Funktion hinaus einen Sinn zu verleihen, der sich nicht an der Sache, sondern am Menschen orientiert. "Für Menschen mit Sinn gestaltet" könnte der passende Marketing-Slogan lauten. Sinn für Gediegenheit, für Ursprünglichkeit, für Originalität, für die unmittelbare Sinnlichkeit des natürlichen, für die seelenpflegende Wirkung von Ästhetik, für den wechselseitigen Einfluss von Form und Funktion, für die charakterbildende Kraft des Wahren, Schönen und Guten, für die soziale und persönliche Reifung durch sinnstiftende Kulturtechniken. Kurz ein Sinn für den Sinn einer an einem geistigen Menschenbild und an der konkreten Individualität des Einzelnen Kindes orientierten Pädagogik. Denn geistiges Menschenbild heißt nichts anderes als ein Bild, das den Menschen nicht nur als kausal wirkender Teil einer physikalisch-biologischen Natur sieht, sondern darüber hinaus als einen, der sich und seine Umwelt aus sich heraus mit einem ganz eigenen, alles physikalisch-biologisch-kausale übersteigenden Sinnzusammenhang versieht. In diesem Sinnzusammenhang kann der Mensch überhaupt erst seine Freiheit entfalten, weil er selbst es ist, der den ansich profan und wertneutral der Kausalität folgenden Dingen eine höhere Bedeutung verleiht.
Pädagogik - weit über Schule hinaus - ist aber am Ende nichts anderes, als die behutsame Einführung eines rein biologisch-kausal funktionierenden Eiweißbündels in die Kunst der autopoetischen Sinngebung, in das Herausheben des eigenen Ichs aus der nichtssagenden Relativität der schieren kausalen Sterblichkeit, in die Zeugung der eigenen Biographie. Und Schule stellt in unserer Kultur dafür einen der wichtigsten Parcours an Anregungen, um diesen eigentlich paradoxen Sprung aus der kausalen Funktionalität hinein in das spontane und freie Versehen der Welt mit Sinn zu schaffen. So wie sich die Freiheit des Gedankens erst dann entfalten kann, wenn das Denken sich zuerst in das Korsett der Regeln einer Sprache gezwängt hat und an ihrem Erlernen überhaupt erst prototypisch die Bedeutung von 'Bedeutung' für sich gleichsam aus dem Nichts erschaffen hat, so kann sich auch der junge Mensch erst dann seinen eigenen Sinn geben, wenn er die Fähigkeit der Sinngebung an einer sinnhaften Welt erlernt hat. Nicht weil er diesen Sinn übernehmen soll, sondern weil er daran die Fähigkeit zur selbständigen Sinnstiftung und damit zum freien Handeln in einer über das biophysische hinaus gehenden psychischen, sozialen, künstlerischen und geistigen Welt erlernen muss.
Das ist die eigentliche Idee der "Erziehung zur Freiheit", die hinter der Waldorfpädagogik steckt und die trotz all der muffigen Szeneästhetik als originärer und bewusster Qualitätsanspruch immer zu spüren war. Doch sie scheint immer mehr verloren zu gehen und einer an Traditionen, Gewohnheiten, Moden und scheinbaren Sachzwängen orientierten Beliebigkeit zu weichen, die sich zwar durchaus an netten Dingen erfreut - an Spinat-Ricotta-Ravioli und Unterhosen aus Wolle-Seide-Gemisch zum Beispiel - die aber nicht mehr den Unterschied spürt, zwischen dem Inhalt einer Sache und ihrem Sinn, ihrem inneren Zusammenhang in der Welt. Genau da ist aber der Unterschied zwischen einer Pippi-Langstrumpf-CD und einer Märchenerzählerin, die im Kerzenschein und von Wurzeln und Wollzwergen umringt die Kinder mit ihrer Erzählkunst fasziniert. Nicht weil Pippi-Langstrumpf-CDs irgendwie gefährlich oder ungesund wären, sondern weil die Märchenerzählerin dem Kind (im richtigen Alter) ganz unabhängig vom Inhalt schon als schierer Akt und Performance einen viel reicheren Sinnzusammenhang gibt, an den das Kind anknüpfen kann und durch den das Kind in seiner autopoetischen Sinnstiftung angeregt wird. Es ist nicht die Versorgung des Kindes mit der Information über den Inhalt des Märchens, der den eigentlichen pädagogischen Wert darstellt, sondern der Akt des Erzählens, das Eintauchen in die Geschichte, der Soziale Akt der Veranstaltung, das Erleben des Besonderen, die Interaktion mit Menschen und die Faszination an der Evokation von Vorstellungen. Das alles bringt natürlich auch die CD mit sich, aber in viel schwächerem Maße. Sie ist im Vergleich zur Märchenerzählerin für das Kind wie eine trockene Brotrinde zu einem opulenten Festmahl.
Ob also die Zwerge aus Filz und naturfarben oder ob sie aus Plastik und neonbunt sind, wäre letztlich egal, wenn sie denn nur nicht als beliebiger Dekoartikel in einem Sammelsurium an Zufälligkeiten auftreten (und das tun auch die Filzzwerge mittlerweile viel zu oft), sondern wenn sie sich als Teil eines nachvollziehbaren und sinnlich opulent erfahrbaren Sinnzusammenhanges darstellen, an dem sich die pädagogische Stimulation zur autopoetischen Biographie-Zeugung entzünden kann. Denn das tut die fünfhundertste Merchandising-Figur aus Plastik nicht, der Filzzwerg aber durchaus, weil er seine feste Rolle in der Märchenwelt und damit in jenem kindlichen Instrumentarium zur protoreflektiven Handhabung seiner Innerlichkeit hat. Die Plastikfigur hat da allenfalls eine feste Rolle in der kommerziellen Konsumerziehung.
Und so ist auch der Adventsbasar nur in zweiter Linie eine Verkaufsveranstaltung zur Finanzierung der Schule (so richtig gewichtig ist der Erlös ohnehin nicht) und deswegen auch das Augenmerk auf Verkaufbarkeit, Marktfähigkeit und Nachfrageorientierung der Artikel nur bedingt interessant. In erster Linie ist es ein sozialer Akt, ein Event und eine Gelegenheit, nicht nur für die Kinder sondern auch für die Eltern und Lehrer und nicht zuletzt für die Besucher, sich als Schulgemeinschaft und Schulumwelt, aber auch als Einzelne zur Sinnstiftung anzuregen, indem man gemeinsam in einen zwar beliebig zu wählenden, aber in sich nicht beliebigen Zusammenhang eintaucht, durchaus auch ohne gleich darin zu ersticken.
Das ist es, was ich hinter all der ästhetischen Zumutung, die ein Adventsbasar bisweilen mit sich brachte, heute an meiner ehemaligen Schule vermisst habe. Die Aufmerksamkeit für Gediegenheit, für Zusammenhang und Sinn, die sich im Detail in der nur scheinbar funktional überflüssigen Ästhetik und Qualität niederschlägt. Kurz: Kultur! Und das steht nur als pars pro toto für den Eindruck, den ich von der Waldorfpädagogik insgesamt gegenwärtig habe - man korrigiere mich gerne mit empirischen Belegen! - sie verliert ihre Marotten, aber zugleich auch ihre Substanz.
Geschrieben von Christian Grauer
in Anthroposophie, Gesellschaft
um
23:16
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