Donnerstag, 20. September 2007
Buch
Christian Grauer: Am Anfang war die Unterscheidung.
Der ontologische Monismus – eine Theorie des Bewusstseins im Anschluss an Kant, Steiner, Husserl und Luhmann.
Info3 Verlag Frankfurt am Main 2007, 109 Seiten, kartoniert, Euro 13,60
Erschienen als Band 11 in der Schriftenreihe Kontext.
ISBN 978-3-924391-37-9
Mehr über das Buch:
barbara - #1 - 05.10.2007 11:34 - (Antwort)
meine örtliche buchhandlung hat es geschafft, mir das buch in 4 tagen über ein we und einen feiertag zu besorgen, nun habe ich lektüre fürs we.![]()
du chrsitian, warum hast du das layout geändert? und alles in braun? schachtelhaml ist grün;-) ich dachte schon, ich häte den falschen blog erwischt.
Christian Grauer - #1.1 - 06.10.2007 16:57 - (Antwort)
Schachtelhalm ist nicht nur grün, sondern auch braun. Und gelb und rot, gestreift und kariert, blau, lila, weiß. Alles ist Schachtelhalm, deswegen wirst Du Dich noch öfter an ein neues Design gewöhnen müssen ![]()
Henk Goorhuis - #2 - 02.01.2008 12:32 - (Antwort)
Das Buch gefällt mir gut, ausser die Aussage auf S. 65, dass die völlige Ununterschiedenheit bzw. die Unbeobachtetheit das Nichts sei. Wie kommst Du darauf? Wenn man beispielsweise in Meditation dorthin gelangt wo nichts unterschieden sowie nichts beobachtet werden kann, ist das überhaupt nicht Nichts. Im Buddhismus wird es die Ekstase der Nicht-Erfahrung genannt und das ist gar nicht Nichts! Es ist das was man nicht beobachten kann.
Christian Grauer - #2.1 - 02.01.2008 13:02 - (Antwort)
Eine berechtigter Einwand, den ich mir auch gestellt habe. Ich habe den Begriff "nichts" in Ermangelung eines besseren gewählt. Denn dass es sich um einen paradoxen Sachverhalt handelt - zumindest solange man ihn sprachlich fassen will - ist offensichtlich. Wie soll ich das bezeichnen, was NICHT unterschieden und NICHT beobachtet werden kann? Natürlich ist es nicht NICHTS, sobald ich darüber rede. Aber es ist auch nicht Etwas - dazu müsste ich es schon unterscheiden... Ich denke es fehlt ein Begriff dafür; und natürlich fehlt der notwendigerweise.
Henk Goorhuis - #2.1.1 - 02.01.2008 13:42 - (Antwort)
Es fehlt der Begriff, einverstanden, gerade deshalb ist es so interessant welchen Begriff man wählt.
Wenn ich sage: es ist Nichts, glaube ich kaum, das jemand motiviert wird, es zu entdecken. Deshalb scheint es mir fruchtbarer, für das Nicht-Benennbare bzw. Nicht-Beobachtbare einen Begriff zu wählen, der wenigstens das Interesse daran weckt! Die Ekstase des Nicht-Beobachtbaren beispielsweise scheint mir da motivierender! ![]()
Es scheint mir grundsätzlich so, dass uns für alles was uns begegnet die Begriffe fehlen, und mit der Art und Weise welche Begriffe wir wählen konstruieren wir unsere Wirklichkeit, welche nur durch die Begriffswahl wirklich wird.
Christian Grauer - #2.1.1.1 - 02.01.2008 14:37 - (Antwort)
Ich weiß nicht, ob ich motivieren will. Da läuft man ja dann auch Gefahr, falsche Vorstellungen zu provozieren.
Es ist richtig, unsere Wirklichkeit sind die Begriffe, die wir für sie wählen. Aber auch die Begrffe selbst leben nur von dieser Wahl. Vielleicht ist meine Wahl des Begriffes NICHTS auch der Versuch, diesem Begriff eine bestimmte Wirklichkeit zu verleihen und ihn so von seiner schrecklichen Leere zu befreien. Diese Leere war ja durchaus eine der Hauptmotivationen für dieses Buch bzw. meine Gedanken, die darin dargestellt werden.
Henk Goorhuis - #2.1.1.1.1 - 02.01.2008 16:41 - (Antwort)
Warum ist denn die Leere schrecklich?
Ich mag die Leere sehr und möchte andere sehr gerne dazu motivieren, sie kennzulernen. Deshalb verwende ich natürlich dafür möglichst einladende Begriffe. Was könnte ich denn damit für falsche Vorstellungen provozieren? Die Leere scheint mir ziemlich ungeeignet dafür, sich davon falsche Vorstellungen zu machen. Gibt es falsche Vorstellungen von der Leere? Das glaube ich kaum.
Christian Grauer - #2.1.1.1.1.1 - 05.01.2008 09:45 - (Antwort)
Das Erlebnis der Leere kann sehr schrecklich sein, wenn man sie nur als Abwesenheit erlebt. Natürlich kann man Leere auch positiv erleben, aber der Weg genau dort hin läuft oft - nicht immer - über ein Negativ-Erlebnis der Leere oder des Nichts, der Bedeutungslosigkeit, der Verlassenheit etc.
Falsche Vorstellungen kann man genau dann provozieren, wenn man Begriffe verwendet, die beim Empfänger den Eindruck erwecken, dass diese Leere, vor der er sich fürchtet, in Wahrheit doch ETWAS ist - ein Begriff wie "Extase" kann alle möglichen (falschen) Vorstellungen provozieren, wenn der Vorstellende noch versucht, die Leere abzuwenden und irgend ein höheres Etwas zu finden, das er an seine Stelle setzen kann, statt die "Fülle in der Leere selbst" zu suchen.
Henk Goorhuis - #2.1.1.1.1.1.1 - 05.01.2008 18:29 - (Antwort)
Wir sind uns offenbar darin einig, dass der Weg zur Leere hin sinnvoll ist, auch wenn gar nicht immer angenehm und ebenso gar nicht leicht. Ebenso darf die Fülle nur in der Leere selbst gesucht werden, sonst wird sie immer enttäuschend sein.
Wie man jetzt Menschen darin unterstützt, diese Leere ganz kennenzulernen und anzunehmen ist natürlich eine Frage, mit der sich spirituelle Lehrer seit Jahrhunderten beschäftigen. Die einen wählen den Weg, die Leere möglichst attraktiv darzustellen (mit den Gefahren der falschen Vorstellungen die enstehen, die dann im richtigen Moment wieder zerstört werden müssen), die anderen wählen den Weg, immer nur auf die Leere hinzuweisen (mit den Gefahren dass Menschen das vorerst gar nicht durchhalten und wieder weglaufen).
Wahrscheinlich wählt jeder wahrlich Erleuchtete eine Mischung von beiden je nach Situation und Schüler den er vor sich hat.
Einig sind sich wohl alle darin, dass (1) die wahre Fülle nur in der Leere zu finden ist und (2) dass es sehr sehr angenehm, ja sogar extatisch ist wenn man ganz darin lebt.
Christian Grauer - #2.1.1.1.1.1.1.1 - 11.01.2008 16:50 - (Antwort)
Damit bin ich nun völlig einig. Da ich aber kein spiritueller Lehrer bin sondern selbst auf der Suche, stellt sich mir nicht die Frage, welchen Weg ich darstellen soll. Mein Buch und alles was damit zusammenhängt, dass es entstanden ist, ist ganz allein MEIN Weg.
Tmasthenes - #3 - 04.04.2008 19:47 - (Antwort)
Lieber Christian,
Haben Sie ueber die erst kuerzlich Veroeffentlung des apokryphen Evangeliums gehoert? Es heisst das Evangelium nach Sebastian und es ist in einem Uribistanihoehle entdeckt worden.
Bitte lesen Sie hier darueber:
http://www.egoisten.de/files/apokryph.html
Es handelt sich um eine grossartige Synchronizitaet, weil der erste Vers des ersten Kapitels dieses Evangeliums ist:
"Am Anfang war der Kahlkopf . . ."
Also koennte man wirklich entscheiden: welches ist zuerst an der Reihe: die Unterscheidung oder der Kahlkopf?
Mit vielen Gruessen aus Los Angeles
Tom Mellett

Unter dem Titel "Wirklichkeit und Bewusstsein" wird am 1. Februar im Rudolf Steiner Haus in Frankfurt ein Seminar zu meinem Buch "Am Anfang war die Unterscheidung" stattfinden. Das Seminar ist als philosophische Diskussionsrunde angelegt, in der einige
Aufgenommen: Jan 15, 22:52