Samstag, 13. September 2008
Der Bund der Freien Waldorfschulen begeht Selbstmord
Wie eben dieser Bund in einer Rundmail mitteilt, wurde nun beim Landgericht Stuttgart eine einstweilige Verfügung gegen das "Schwarzbuch Waldorf" erwirkt und damit die Auslieferung des Buches vorläufig gestoppt. Der Bund begründet den drastischen Schritt damit, dass Grandt falsche Tatsachenbehauptungen aufstellt, "in einem besonders gravierenden Fall die Behauptung, der Bund der Waldorfschulen verharmlose und rechtfertige körperliche Züchtigungen an Schülerinnen und Schülern". Da in einem direkten Gespräch mit dem Verlag offenbar keine Einigung gefunden werden konnte, entschloss sich der Bund, den juristischen Weg zu beschreiten.
Sowohl Grandt als auch die Anthroposophen sind geübt: vor 10 Jahren hatte man das "Schwarzbuch Anthroposophie" von Grandt auf diese Weise verbieten lassen und dadurch erreicht, dass es später mit gerichtlich angeordneten Schwärzungen doch erschienen ist, was nicht nur seinen Enthüllungsnimbus steigerte, sondern auch die nicht-geschwärzten Stellen gleichsam als gerichtlich abgesegnete Wahrheit erscheinen ließ. Von der Werbewirkung der Aktion für das Buch und den Image-Schaden für eine sich provinziell unsportlich gebärdende Anthroposophie ganz zu schweigen!
Die Dummheit, diesen faux Pas nun erneut zu begehen, verursacht fast physischen Schmerz. Gibt es denn in Stuttgart keine PR-Berater? Auf solche Aktionen haben Grandt und seine Mitstreiter doch nur gewartet wie ausgehungerte Piranhas, denn sie sind die beste PR für das Buch. Der Enthüllungsanspruch von Grandt, der hinter Waldorf eine rigorose Sekte vermutet, wird dadurch nur bestätigt und die gesellschaftliche Diskussionsunfähigkeit der Waldorfvertreter wird aktenkundig demonstriert. Statt mit einer offenen Debatte voll Esprit und Humor auf die tumbe Agitation von Grandt zu reagieren, begibt man sich noch weit unter dessen eigenes Niveau. Die heren Ansprüche von freiem Geistesleben und Pluralismus, mit dem man sich als Privatschule stets rechtfertigt, weichen einer geradezu spießbürgerlichen Borniertheit. Statt auf Argumente und positive gesellschaftliche Präsenz zu setzen manövriert man sich mit beispielloser Unprofessionalität ins gesellschaftliche Abseits einer Pitbull-Sekte, die auf unbescholtene Journalisten mit Klagen und Verfügungen losgeht.
Was können denn so jämmerliche Figuren wie Grandt und seine paranoiden Agitationen ausrichten gegen die offene und kultivierte Wirklichkeit der Waldorfschulen, gegen Generationen von Waldorfschülern, die in erfolgreich gelebten Biographien - ob prominent oder nicht - für Waldorfschulen Zeugnis ablegen, gegen die Ressourcen an gebildeten und geistreichen Anthropsophen und Waldorfleuten, die solch ungelenk formulierte Kritik mit Witz und Intelligenz zu kontern wissen, und schließlich gegen eine offene Diskussion und eine PR, die Waldorf als integrales Konzept einer freiheitlich-demokratischen, pluralistischen und humanistischen Gesellschaft in Szene setzt?
Diese peinliche Aktion treibt jedem Waldorfschüler die Schamesröte ins Gesicht und sie ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die sich mit Engagement und Phantasie öffentlich für die Ideen der Anthroposophie und der Waldorfpädagogik einsetzen und die einzigartigen Leistungen und Potentiale gegen die ebenso menschlichen Schattenseiten hervorzuheben bemüht sind. Denn hier endet mein Verständnis für die Menschlichkeit der offenbar vollständig unfähigen PR-Abteilung des Bundes der Waldorfschulen und ich weigere mich als Mitglied einer Waldorfschule, einen solchen Bund als Vertretung anzuerkennen.
nerone - #1 - 13.09.2008 21:10 - (Antwort)
Lieber Herr Grauer,
ich teile Ihre Bewertung. Nicht nur Grandt hat auf diese Reaktion gewartet. Ich muss leider gestehen, dass ich auch diesen Reflex erwartet habe. Das ist Selbstzerstörung. Leider...
Christoph Kühn - #1.1 - 13.09.2008 23:50 - (Antwort)
Hmmm, ich hatte das nicht erwartet. Vielmehr bin ich davon ausgegangen, dass sich das Buch von selbst erledigt.
andreas Lichte - #1.2 - 14.09.2008 08:21 - (Antwort)
Hallo Marco,
wieso "leider"?
Wird es nicht langsam Zeit, dass sich der Bund der Freien Waldorfschulen selber zerstört?
Ist der Bund der Freien Waldorfschulen eine Interessenvertretung von Waldorfschülern und Eltern? Von denen würde ich mich sicher nicht vertreten lassen.
Als "Kritiker" wird einem auch langsam langweilig ...
Felix Hau - #2 - 14.09.2008 01:23 - (Antwort)
Es hätte sich ja auch tatsächlich von selbst erledigt -hätte; das Buch ist derartig dumm, dass kein einziger halbwegs vernünftiger Mensch den Unfug nicht bemerken würde. Verbote wirken da völlig kontraproduktiv.
Leuthel - #2.1.1 - 17.09.2008 22:15 - (Antwort)
Sie sind ja nicht mal im Ansatz satisfaktionsfähig, Herr Lichte.
Anonym - #3 - 14.09.2008 02:19 - (Antwort)
"Die einstweilige Verfügung hat genau den gegenteiligen Zweck, nämlich die abschließende Urteilsfindung in dieser Angelegenheit dem Gericht und also dem Ergebnis einer Prüfung zu überlassen."
Zitat Felix Hau vom 4.9.
Zu finden:
http://namenstaenzer.de/2008/08/28/die-philosophie-der-un-freiheit-zu-rudolf-steiners-rassismus/#comment-439
Felix Hau - #4 - 14.09.2008 03:03 - (Antwort)
Exactly, liebes anonym.
Und dieser Zweck ist im Falle Grandt absurd; den könnte eben jeder selbst prüfen.
Anonym - #5 - 14.09.2008 03:34 - (Antwort)
"lustig" ist nur Ihre instrumentelle Rechtsauffassung, je nachdem, wie’s gerade passt.
Christian Grauer - #5.1 - 14.09.2008 10:51 - (Antwort)
Ach bitte, nun lassen Sie doch diese polemische Überinterpretation von banalsten Selbstverständlichkeiten.
Der Rechtsweg IST ein Instrument. Es wird dort eingesetzt, wo andere soziale Instrumente nicht zu einer Lösung führen und also wird es selektiv eingesetzt - eben dort, wo es nötig ist. Das ist so beabsichtigt von der Verfassung. Daraus zu folgern, man verletze den Gleichheitsgrundsatz und propagiere Willkür ist hochgradig absurd und doch nur wieder der Versuch, seinem Gesprächspartner billig ans Bein zu pinkeln.
Ich fand die Klage gegen den rbb auch schon bescheuert, aber es ist, da hat Felix Recht, etwas anderes, ob ich gegen ein Buch klage, das sich kritisch mit einem Gesellschaftsphänomen im Allgemeinen auseinandersetzt, das jedem Leser prinzipiell in gleicher Weise zugänglich ist wie dem Autor, oder ob ich einen Bericht mache, der ganz konkrete juristische oder natürliche Personen einer ganz konkreten schwerwiegenden Straftat beschuldigt, deren Faktizität von den Zuschauern nicht ohne weiteres nachgeprüft werden kann und die existenzielle Folgen für die Betroffenen nach sich zieht. Hier bedarf es eines Instrumentes dessen sich der Beschuldigte bedienen kann, um sich vor möglichen Verleumdungen zu schützen. Und das in Anspruch zu nehmen ist legitim (sofern man wirklich unschuldig ist). Womit ich keinerlei Aussagen über den konkreten Fall Rädel machen will (nur damit hier die Assoziationsmühlen nicht gleich wieder durchzudrehen beginnen...). Natürlich ist auch im Falle Grandt die Klage legal; die Frage ist aber, ob sie legitim und angemessen, vielmehr noch ob sie strategisch und taktisch sinnvoll ist.
Können wir nicht irgendwann mal zu einem etwas differenzierteren Diskurs kommen? Auch in den Kommentaren? Es ist ermüdend nur noch infantiles "tätä tätä tätä" lesen zu müssen.
andreas Lichte - #5.1.1.1.1 - 14.09.2008 14:23 - (Antwort)
Hallo Herr Hau,
ne neue Rolle gefunden? Jetzt:
Felix Hau, Maître de Plaisir
Ich finde, Herr Grauer hat ne sehr schöne headline gewählt - wird schon von google gefunden. Jedes weitere Wort ist unnötige Zugabe ...
Jack Bauer - #6 - 14.09.2008 10:34 - (Antwort)
Klarer Fall: im Bund der Waldorfschule muss ein Maulwurf der Gegenseite sitzen, der das drohende Fiasko der Grandt-Attacke in letzter Minute doch noch in einen PR-Erfolg gegen Waldorf ummünzen kann.
Markus Notter-Binder - #7 - 14.09.2008 13:14 - (Antwort)
Schade. Wieder ein Angebot verpasst, Kreativität und Humor zu zeigen - zwei wichtige Elemente der Waldorfpädagogik.
Hans Moser - #8 - 14.09.2008 13:37 - (Antwort)
Hallo
Ich finde es richtig und gut dass das Verbreiten von Unwahrheiten unterbunden wird.
Der Ein-Mann-Unternehmer M. Grandt behauptet ja, dass alle Waldorfeltern Rassisten, Antisemiten, Sektenanhänger, Kinderschläger etc. wären. Da braucht man sich gar nicht über die Reaktion zu wundern, erst Recht nicht wenn er den Bund der Waldorfschulen angreift sozusagen als institutionalisierte Verbreiter von Kinderschlägern, Rassismus, Antisemitismus und was sonst noch Grandt einfällt.
Da Grandt nicht davor zurückschreckt eine grossangelegte Veröffentlichungsmaschine in Gang zu setzen, wo er diese Behauptungen verbreitet, kann ich den Schritt des Bundes der Waldorfschulen nur begrüssen. Anstatt einer einseitigen Berichterstattung mit schädigenden Behauptungen über Waldorfeltern und Waldorfschulen wird es eine Stellungnahme und Richtigstellung geben.
"Selbstmord" wäre diese Verunglimpfung und Angriffe einfach verbreiten zu lassen, deshalb glaube ich auch dass der Autor dieses Blogs eine etwas rosa gefärbten Weltansicht haben könnte.
Schaut man sich die Webseite von Grandt an - er behauptet ja das alles für die Kinder zu machen - ist man von der Armseligkeit schockiert, ich besonders von der Fixierung auf Kinder mit Satan etc. schaut man sich sein Publikationsliste an. Auf der Webseite ist auch keinerlei Evidenz etwas über die Entwicklung des Kindes zu wissen, geschweige denn irgendwelche positiven Ideen zur Kindererziehung zu haben, etc.
Wes Geistes Kind Grandt ist, wird schon nach einiger Beschäftigung klar, aber am Besten passt noch die Beschreibung von Bierl auf Grandt mit seiner Fixierung dass R. Steiner, der Gründer der Waldorfschulen, ein Rassist, Antisemit, Sektierer gewesen sei auch wenn genau das Gegenteil der Fall ist da Steiner einen radikalen Individualismus und die Möglichkeit einer Erkenntnis des Geistigen vertreten hat:
"Bierl, der, seiner Lehrmeisterin Dithfurt folgend, ebenso leichtfertig wie freigiebig mit der Beschimpfung Faschist, Rassist, Antisemit umgeht, bedient sich selbst ständig undemokratischer, irrationaler, repressiver und faschistischer Methoden, und das seit Jahren."
"Er ist urteilsresistent und will es bleiben, denn Steiner braucht man nicht zu verstehen, sondern muss ihn bekämpfen. Deshalb beglückt er nun landauf, landab die Redaktionen von meinungsbildenden Medien, die sein »Werk« bekannt machen sollen."
Danke an den Bund der Waldorfschulen. Ich habe nämlich keine Lust meine Zeit zu vergeuden um ständig den Grandtschen nekrophilen Müll richtigzustellen.
Grüsse
Christian Grauer - #8.1 - 14.09.2008 19:50 - (Antwort)
Lieber Hans Moser,
(ist der Name echt oder eine Hommage?)
> Ich finde es richtig und gut dass das
> Verbreiten von Unwahrheiten unterbunden
> wird.
> (...)
> Danke an den Bund der Waldorfschulen.
> Ich habe nämlich keine Lust meine Zeit
> zu vergeuden um ständig den Grandtschen
> nekrophilen Müll richtigzustellen.
Ich verstehe diese Position sehr gut und ich habe auch keine Lust, meine Zeit mit Grandts Müll zu verbringen (dass er nekrophil sei, kann ich nun nicht gerade nachvollziehen). Nur: die Aktion des Bundes wirkt da leider kontraproduktiv! Unwahrheiten werden überhaupt nicht unterbunden, sondern ihnen wird noch journalistische Bedeutung verliehen. Und wir werden uns nicht weniger sondern noch weit mehr mit Grandts Müll auseinandersetzen müssen.
Markus Notter-Binder - #8.1.1 - 14.09.2008 20:18 - (Antwort)
Ein so unprofessioneller Kritiker weckt in vielen Menschen eine gewisse Sympathie für die Kritisierten. Ich hätte lieber das Gespräch mit diesen Menschen gepflegt und mit ihnen über die guten Seiten der Waldorfpädagogik diskutiert. Lösungsorientiert das Positive verstärkend. Die Energie auf auf den Autor zu richten, führt dazu, dass wir jetzt nicht mehr über Waldorfpädagogik sprechen werden sondern darüber, dass der Bund einem Autoren die Meinungsfreiheit verbieten will. Diese Diskussion ist ein Energiefresser und denkbar ungeeignet, um die Grundideen der Anthroposophie erlebbar zu machen.
Hans Moser - #8.1.2 - 17.09.2008 14:14 - (Antwort)
Das Grandtsche "Werk" ist bedeutungslos im Sinne des nicht evidenten Inhaltes über Waldorf und Steiner, da stimme ich schon zu. Abstrus ist es ja auch. Nekrophil auch, weil er aus seinem Müll neuen Müll immer wieder produziert und davon anscheinend Einkommen und eine bestimmte Art der Befriedigung zieht.
Das Problem ist, dass Grandt sehr laut schreit und seinen FUD (fear, uncertainity, doubt) - über Waldorfschulen, Steiner, Waldorfeltern etc. verbreitet. Dabei spricht er von Verbot, Dienstaufsichtsbeschwerden, und manch anderen Druck den er z.B. über die Medien auf normale Bürger wie Du und ich ausüben will. Das ganz im Sinne von Inquisition, wobei aber er bestimmen will, was Du und ich machen sollen und dürfen. Er ist ein Agitator im Sinne von vergangener Jahrhunderte, und mental keinesfalls im 21ten Jahrhundert angekommen. Dazu müsste er schon gründliches evidenzbasiertes Quellenstudium betreiben, eine moderne Art der Unabhängigkeit zu geschriebenen Text und der Individualität anderer haben, und auch mal einsehen wenn er was falsch gemacht hat oder auch das anerkennen was z.B. die Waldorfschule gut macht. Das ist aber nicht da, zumindest wenn man sich mit dem Grandtschen "Werk" auseinandersetzt. Nicht dass das ja kommen wird, und sicherlich ist jeder Mensch entwicklungsfähig - im generellen ist halt Grandt "mostly harmless".
Das Problem ist aber im Bereich der Hygiene im sozialen Bereich, wo die Grandtschen Unwahrheiten sich festsetzen können bei normalen Leuten wie Du und ich, die noch keinerlei Kontakt mit Waldorfschulen haben, oder bei prospektiven Waldorfeltern die sich informieren. Sicherlich habe ich das bereits erlebt, wenn plötzlich in einer Mutter-Kind-Gruppe jemand mit einem Internetausdruck kommt, dass Waldorfschulen rassistisch seien, auch wenn genau das Gegenteil also eine komplette Offenheit für die Individualität in der Gruppe lebt, und wer sich mit Anthroposophie beschäftigt inhärent gefeit gegen Rassismus ist. Ein bischen Information zu den Grundlagen und die Geschichte der Waldorfschulen stellt das dann schon richtig. Die Grandtsche Veröffentlichungsmaschine und -wut wiederholt nun diese Unwahrheiten wieder und wieder, wahrscheinlich in der Hoffnung dass die Wiederholung die evidenten Fakten oder die selbst erarbeitete Einsicht in Erziehung von Waldorfeltern auslöschen könnte. Weil das dann schon einen Effekt haben kann, will ich nochmal die komische Ansicht, dass die "Aktion" des Bundes der Waldorffschulen das Grandtsche "Werk" erhöhen könnte anzweifeln. Es wird eben gerade durch diese "Aktion" richtiggesetzt, und die falschen Aussagen werden gelöscht werden, oder eben mit einem Randvermerk versehen. Es wird auch im journalistischen Bereich evident sein, dass sich die Waldorfeltern gegen diese Art der Verunglimpfung wehren, und dass Grandt nicht so fortfahren kann.
Sicher werde ich es ja noch erleben, wenn Grandt eine Katharsis durchmachen wird, oder sich an seinem "Werk" abgearbeitet haben wird. In der Zwischenzeit werde ich halt immer wieder Dinge richtigstellen oder fragen, dass Leute sich selber informieren und selber die Behauptungen durch Nachlesen oder durch offene Beobachtung für sich als Grandtschen Müll evident machen. Das kann man ja auch von Lichte oder anderen Anhängern dieser Art der falschen Berichterstattung verlangen, wobei Lichte anscheinend schon am Ende ist und sich anderen Dingen im Leben zuwendet, weil auch er keinen Nerv und Durchhaltewillen zu einer ernsthaften Beschäftigung mit der Waldorfschule oder Anthroposophie hat. Das ist dann wieder schade, weil irgendwie der Kritikwille nicht in etwas fruchtbares für die jeweilige Persönlichkeit umgewandelt wurde, z.B. als guter Waldorflehrer der den Kindern eine gute Ausbildung zukommen lässt und sie zu mündige Menschen mit gesunder Kritikfähigkeit und der Fähigkeit auch das Lebendige zu erkennen, erzieht.
andreas Lichte - #9 - 14.09.2008 13:51 - (Antwort)
Hallo Markus Notter-Binder,
Sie schreiben:
"Wieder ein Angebot verpasst, Kreativität und Humor zu zeigen - zwei wichtige Elemente der Waldorfpädagogik."
Sie - Sie! - beweisen Humor ... siehe den darauf folgenden Kommentar von "Hans Moser" ... ist der Waldorflehrer? Wie wohl seine "Humorepoche" aussieht?
Hans Moser - #9.1 - 15.09.2008 00:56 - (Antwort)
Hallo
Wieso wählen Sie den Namen eines armen Würschtels als Nick?
Ich verstehe das schon, da ihm der Humor vergangen ist, dass andere gründliches Quellenstudium betreiben.
Grüsse
anonym - #10 - 15.09.2008 13:51 - (Antwort)
"…in Zeitungen wie der Süddeutschen
und der ZEIT als niveauloses
Machwerk in die Bedeutungslosigkeit
rezensiert wurde…."
Stimmt so ja nicht ganz.
die Süddeutsche fand das Buch zwar "eitel" und "miserabel" geschrieben, bestätigte dem Werk allerdings "die richtigen Fragen" zu stellen.
andreas Lichte - #11 - 15.09.2008 15:04 - (Antwort)
"…in Zeitungen wie der Süddeutschen und der ZEIT als niveauloses Machwerk in die Bedeutungslosigkeit rezensiert wurde…."
stimmt im Falle der ZEIT. Aber wen überrascht es, wenn die Rezensentin Dr. Dorion Weickmann heisst, Mitarbeiterin von Dr. Detlef Hardorp, Sprecher der Waldorfschulen in Berlin/Brandenburg.
"Perlentaucher" hat jetzt die von der Zeit übernommene Rezension ergänzt.
http://www.perlentaucher.de/buch/30314.html
Zitat: "Sehr schlechte Noten vergibt die Rezensentin - und bekennende ehemalige Waldorfschülerin - Dorion Weickmann an diese Publikation (...)"
Selbstredend weist der Schachtelhalm oder andere anthroposophische websites nicht auf diesen sauberen Lobbyismus hin ...
Christian Grauer - #11.1 - 15.09.2008 17:47 - (Antwort)
Fakt ist, die ZEIT hat die Rezension veröffentlicht. Dass Ihnen die Rezension nicht gefällt ist dabei nebensächlich.
Die ZEIT ist also ein Lobbyorgan von Waldorf? Interessante These. Im Ergebnis haben Sie aber das Thema verfehlt: hier geht es nicht um das Buch und die Rezensionen, sondern um die Reaktion des Bundes der Freien Waldorfschulen.
PS: "bekennende Waldorfschülerin"?? Was ist das denn für ein Quark? Gibt es Waldorfschüler, die Ihre Waldorfschülerschaft leugnen?
andreas Lichte - #11.1.1 - 15.09.2008 18:33 - (Antwort)
Hallo Herr Grauer,
ich finde die Rezension von Dorion Weickmann sehr amüsant - man muss sie nur richtig lesen. Dazu muss man allerdings wissen, in WELCHER ROLLE Frau Weickmann schreibt ...
Was die ZEIT ist, fragen Sie sie am besten selbst.
Was "Perlentaucher" mit "bekennende Waldorfschülerin" meint, erscheint mir klar. Wenn Sie´s nicht verstehen, fragen Sie dort nach.
Die Reaktion des Bundes der Freien Waldorfschulen ist Selbstmord, oder? Das steht schon in Ihrer Überschrift, oder?
Hans Moser - #11.1.1.1 - 15.09.2008 19:12 - (Antwort)
Hallo
Weiter oben hatten Sie auch schon die Einordnung Ihres Nicks, anscheinend begriffen haben Sie den Humor gar nicht.
Da kann man halt nichts machen...
Grüsse
andreas Lichte - #11.1.1.1.1 - 15.09.2008 20:11 - (Antwort)
"Humor"?
von Ihnen?
DAS ist wohl der Witz ...
Hans Moser - #11.1.1.1.1.1 - 16.09.2008 13:47 - (Antwort)
..mit einem solchen Nick, hat man schon auf der Bewertungsskala mit einer Null angefangen.
andreas Lichte - #11.1.1.1.1.1.1 - 16.09.2008 14:15 - (Antwort)
Herr "Moser",
das ist kein "Nick", oder ist das wieder Ihr "Humor"?
Ihre Bewertungsskala interessiert mich nicht die Bohne. Wie ich schon Felix Hau sagte (siehe unten), wichtig ist nur, dass mir echte Journalisten zuhören.
Hans Moser - #11.1.1.1.1.1.1.1 - 16.09.2008 15:57 - (Antwort)
Wenn das kein Nick ist, ist das dann die Wirklichkeit?
anonym - #11.1.2 - 15.09.2008 19:18 - (Antwort)
Dieser kleine Exkurs ist vielleicht etwas offtopic,
nachdem Sie aber in ihrem Text schrieben, dass es "gerade anfing genüsslich zu werden" findet es mancher leser eventuell interessant, das die Reaktion der überregionalen Presse bei näherer Betrachtung doch nicht so eindeutig war.
Felix Hau - #11.2 - 15.09.2008 20:23 - (Antwort)
Lieber Herr Lichte,
sind alle ehemaligen Waldorfschüler Mitarbeiter von Detlef Hardorp?
Ich frage voller Interesse, da Sie da offenbar über Informationen verfügen, die ja ganz ... also ... olala ... die wären aber ... !
Ich würde mich dann vielleicht auch um eine ganz andere Kader-Besoldungsstufe bewerben können.
andreas Lichte - #11.2.1 - 15.09.2008 23:55 - (Antwort)
Hau, mal wieder xtra schlau?
Haben Sie mal mit Frau Weickmann live in einer rbb Diskussionsrunde gesessen, oder ich?
können Sie noch nicht mal die Suchwörter Weickmann und Lichte bei google eingeben?
Felix Hau - #11.2.1.1 - 16.09.2008 00:25 - (Antwort)
Lieber Herr Lichte,
Sie leben anthromäßig offenbar inzwischen so sehr in Ihrer ganz eigenen Realität, dass Sie Zirkelverweise für Wirklichkeitsbelege halten. Ihre Behauptung wird doch nicht dadurch stichhaltig, dass Sie zu Recht darauf bestehen sie schon einmal aufgestellt zu haben.
Oder was wollen Sie mir sagen?
andreas Lichte - #11.2.1.1.1 - 16.09.2008 10:03 - (Antwort)
Herr Hau,
mir ist total schnuppe, was SIE denken.
Es zählt, was Journalisten denken, echte.
Die schreiben mir dann, z.B.:
"ja, das Textchen in der "Zeit" habe ich gelesen, erinnerte mich auch daran, von Frau Weickmann schon einmal einen Pro-W-Artikel wahrgenommen zu haben - den biographischen Hintergrund kannte ich indes nicht, merci hierfür."
Felix Hau - #11.2.1.1.1.1 - 16.09.2008 12:21 - (Antwort)
Hmm - Herr Lichte, Sie sind wirklich ein bisschen wunderlich. Nun meinen Sie also, Ihre Behauptung werde dadurch wahr, dass Sie sie auch gegenüber echten Journalisten äußern und diese sich dafür bei Ihnen bedanken?
andreas Lichte - #11.2.1.1.1.1.1 - 16.09.2008 12:33 - (Antwort)
Herr Hau,
mir wirklich total schnuppe, was Sie denken.
Und Sie können mal davon ausgehen - klar! - dass ich den Journalisten mehr sage, als Ihnen ... das muss ich doch wohl nicht erklären.
Felix Hau - #11.2.1.1.1.1.1.1 - 16.09.2008 14:25 - (Antwort)
Herr Lichte, wollen Sie den Wettbewerb im Luftmaschenweitwurf gewinnen?
Halten wir einfach mal fest: Dorion Weickmann ist nicht Mitarbeiterin von Detlef Hardorp und Sie erzählen Unsinn im Quadrat.
andreas Lichte - #11.2.1.1.1.1.1.1.1 - 16.09.2008 15:03 - (Antwort)
Monsieur Hau,
s'il vous plaît ...
Hans Moser - #11.2.1.1.1.1.1.1.1.1 - 16.09.2008 20:10 - (Antwort)
Herummosern gibt es, herumlichten noch nicht.
Christine - #12 - 16.09.2008 11:16 - (Antwort)
Sehr geehrter Herr Grauer,
war das von Ihnen beabsichtigt, Michael Grandt zuzuarbeiten?
Michael Grandt hat es sich nicht entgehen lassen, Ihren Artikel auf seiner homepage zu feiern.
http://www.michaelgrandt.de/42395.html
"15.09.2008: NEWS - EINSTWEILIGE VERFÜGUNG GEGEN "SCHWARZBUCH"
Der Bund der Freien Waldorfschulen hat eine Einstweilige Verfügung gegen das Erscheinen des "Schwarzbuch Waldorf" angestrengt. Diese wird zur Zeit jur. geprüft. Dadurch kann aber das Buch nicht wie geplant heute ausgeliefert werden.
Die Aktion des Bundes der Freien Waldorfschulen wird auch in eigenen Reihen kritisiert. So schreibt Christian Grauer von Info3:
"Der Bund der Freien Waldorfschulen begeht Selbstmord (...) Die Dummheit, diesen faux Pas nun erneut zu begehen, verursacht fast physischen Schmerz (...) Auf solche Aktionen haben Grandt und seine Mitstreiter doch nur gewartet wie ausgehungerte Piranhas, denn sie sind die beste PR für das Buch. Der Enthüllungsanspruch von Grandt, der hinter Waldorf eine rigorose Sekte vermutet, wird dadurch nur bestätigt und die gesellschaftliche Diskussionsunfähigkeit der Waldorfvertreter wird aktenkundig demonstriert (...) Statt auf Argumente und positive gesellschaftliche Präsenz zu setzen, manöveriert man sich mit beispielloser Unprofessionalität ins gesellschaftliche Abseits einer Pitbull-Sekte, die auf unbescholtene Journalisten mit Klagen und Verfügungen losgeht (...) Diese peinliche Aktion treibt jedem Waldorfschüler die Schamesröte ins Gesicht (...) Denn hier endet mein Verständnis für die Menschlichkeit der offenbar vollständig unfähigen PR-Abteilung des Bundes der Waldorfschulen und ich weigere mich als Mitglied einer Waldorfschule, einen solchen Bund als Vertretung anzuerkennen (...)
Den ganzen Text unter: www.schachtelhalm.net (Der Bund der Freien Waldorfschulen begeht Selbstmord)"
Christian Grauer - #12.1 - 16.09.2008 14:14 - (Antwort)
Sie verwechseln mich mit dem Bund der Freien Waldorfschulen!
Jens Gerlach - #13 - 17.09.2008 01:24 - (Antwort)
"Sie verwechseln mich mit dem Bund der Freien Waldorfschulen!"
Sie sind sich auch zum verwechseln ähnlich.
Die "Linksfaschisten" haben sich übrigens auch schon wieder geäußert:
http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/09/augen-zu-und-drucken.html
J.G.
Felix Hau - #13.1 - 17.09.2008 02:04 - (Antwort)
"Die "Linksfaschisten" haben sich übrigens auch schon wieder geäußert"
Tatsache. Und assoziativ-schiefhäkelnd wie immer:
"Das vorausgegangene Buch 'strotzte vor Fehlern' und wurde deshalb angeblich vom Markt genommen, so werden auch die Anthroposophen nicht müde zu betonen. Tatsächlich verhielt es sich anders."
(Zitat NWA)
Genau. Es verhielt sich so, dass durch die Unachtsamkeit eines Druckereilehrlings schwarze Druckfarbe auf derartig viele Stellen der Gesamtauflage getropft war, dass das ohnehin schon nicht lesbare Werk nun kaum noch leserlichen Inhalt hatte.
Zehntausend hinzugerufene Minderjährige, die an Eidesstatt versicherten, zuvor einen stimmigen Inhalt gesehen zu haben, wurden wegen Schwarzfahrens kurz vor Wien verhaftet.
Reiner Rudolph - #13.2 - 17.09.2008 09:44 - (Antwort)
Ja und lustig zu lesen, der verzweifelte Versuch Frau Weickmann reim dich oder ich fress dich in den Anthro-Kader einzupressen. Dass es auch ganz normale, gebildete Menschen, gar Historikerinnen gibt, die nicht hysterisch werden wenn von Steiner oder Waldorf die Rede ist, ist schon verdammt ärgerlich.
Gruß, Reiner
Jens Gerlach - #14 - 17.09.2008 12:17 - (Antwort)
"Dass es auch ganz normale ..."
Frau Weickmann ist genauso "normal" wie Sie.
J.G.
Reiner Rudolph - #14.1 - 17.09.2008 14:01 - (Antwort)
q.e.d. Alles "Mitstreiter"! Danke, Herr Gerlach!
Gruß, Reiner
Jens Gerlach - #15 - 17.09.2008 17:11 - (Antwort)
„Alles "Mitstreiter"!“
Aber nein, Herr Rudolph.
Alles ganz normale Menschen, die
„nicht hysterisch werden wenn von Steiner oder Waldorf die Rede ist“,
solange eben kein kritisches Wort dabei fällt.
J.G.
Christoph (drei) - #16 - 18.09.2008 00:27 - (Antwort)
Wer hätte gedacht, dass Gronbach mal in den Olymp der Süddeutschen Zeitung aufsteigt ...
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/447584
"Wuchtig fällt auch das Kontra eines Redakteurs der anthroposophischen Zeitschrift info3 aus: "Ewig Gestrige" könnten nicht verhindern, das "wir (. . .) die neuen Pioniere der Wissenschaft sind. Wir sind kleine und große spirituelle Newtons, Edisons, Darwins, Daimlers, Bells oder Gutenbergs. Wir forschen, experimentieren und erfinden.""
Nur schade, dass Kissler den Namen des Anthroposophen-Gottes verschweigt!
Anonym - #17 - 18.09.2008 10:41 - (Antwort)
Hallo Herr Grauer,
Gratulation!
http://www.schwarzwaelder-bote.de/wm?catId=11738079&artId=13201950&offset=5
Bisingen - Einstweilige Verfügung gegen Waldorf-Buch
...
Kritik gibt es inzwischen übrigens nicht nur an Grandts Buch, sondern auch am Vorgehen der Waldorfschulen – und das aus den eigenen Reihen. So titelt etwa der Autor Christian Grauer, selbst Mitglied einer Waldorfschule, auf der anthroposophischen Internetseite www.schachtelhalm.net : »Der Bund der Freien Waldorfschulen begeht Selbstmord.« Grauers Einschätzung zur einstweiligen Verfügung: »Auf solche Aktionen haben Grandt und seine Mitstreiter doch nur gewartet wie ausgehungerte Piranhas, denn sie sind die beste PR für das Buch.«
nerone - #17.1 - 18.09.2008 14:39 - (Antwort)
Liebes Anonym,
Sie glauben tatsächlich der Grauer war's?
Dann lesen Sie doch mal hier: http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/09/augen-zu-und-drucken.html?showComment=1221650160000#c5358976283512614900
...
Anonym - #17.1.1 - 18.09.2008 15:48 - (Antwort)
Hallo Herr Nerone,
muss ich das verstehen? Oder ist das nur für Eingeweihte?
Natürlich war es der Grauer, der den Selbstmord des Bundes der Freien Waldorfschulen feststellte.
Hans Moser - #17.1.1.1 - 18.09.2008 19:53 - (Antwort)
Grandts Masche ist inzwischen abgegriffen. Genauso sinds sensationelle Medienmeldungen.
Robert - #18 - 19.09.2008 13:03 - (Antwort)
Boah ey, also ich muss sagen, äh, wie sagte Tucholsky: Meine Sorgen möchte ich haben.
Anonym - #18.1 - 19.09.2008 13:09 - (Antwort)
äh, wie sagte Tucholsky:
Rudolf Steiner in Paris
"Abrakadabra kadibar kadabra -
Palle - palle! Muff! Muff! Muff!"
Zauberer in einem Kindertheater
Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat hier einen Vortrag gehalten. Es war eine streng geschlossene Gesellschaft, man hatte mich nicht eingeladen, und so hatte ich Gelegenheit, den Ausführungen Herrn Steiners zu lauschen.
Mit Paris hatte die Veranstaltung nicht allzuviel zu tun. Sie fand im Saal einer hiesigen wissenschaftlichen Gesellschaft statt, die nur die Räume, nicht die Wissenschaftlichkeit dazu gegeben hatte, und sie war in der Hauptsache von jenem ein wenig internationalen Mischmasch verbogener Menschen besucht, die ihr Manko auf Steiner abgewälzt haben: wenn aber eine den Geliebten nicht bekommen kann, einer gekündigt, einer überhaupt unbefriedigt ist, so ist das noch kein Grund, in der Philosophie umherzuschludern.
Steiner trat auf. Der erste Eindruck: Klöpfer als Tartuffe. Auch eine gewisse Ähnlichkeit mit Alfred Abel ist da - aber ohne dessen schönes Auge. Im ganzen sieht Steiner aus wie ein aus den Werken Wilhelm Buschs entlaufener Jesuit: Bauernschädel, gefalteter Komödiantenmund, Augen, die sich beim Sprechen nervös schließen und nur manchmal - in ff. Dämonie - die Zuschauer ansehen. Man hatte mir gesagt, dass ganze Nationen diesem Zauber unterliegen.
Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.)
Der Prophet sprach deutsch. Nach je zehn Minuten pausierte er, und dann übersetzte Jules Sauerwein vom Matin das, was er gesagt hatte, ins Französische, übrigens ausgezeichnet.
Das Ganze war ausdrücklich als einleitender Vortrag angesagt, ich kann also verlangen, dass ich bei einigermaßen gutem Willen zum mindesten verstehe, was da vorgetragen wird. Es ergab sich, aus dem verblasenen und in mißverstandener Terminologie abgefaßten Zeug herausgeschält, dies:
Der Mensch ist imstande, durch schärfste Konzentration zu drei Stufen der Erkenntnis vorzudringen: zu der imaginären, der inspirierten und der intuitiven. Nun wäre der Spott über die menschliche Unbeholfenheit, von diesen Dingen zu Neulingen klar zu sprechen, sehr billig - ich weiß, wie schwer es ist, einem Blinden klarzumachen, was das bedeutet: violett. Und da gibt es nur ein Kriterium dafür, ob jemand die Wahrheit sagt oder schwindelt: das ist die kristallklare Selbstüberzeugtheit.
Nichts davon.
Sein Gerede wimmelte von Fehlern: ob ein Bügeleisen wirklich heiß oder nur "eingebildet heiß" sei, zeige das Leben. Das ist falsch. Schon Charcot hat herausgefunden, dass Hysterische sich am kalten Eisen "wirklich" verbrennen, und dass diese Empfindungen rein subjektiv sind. Wenns mulmig wurde, rettete sich Steiner in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen - das "Seelisch-Geistige", das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt - und er hantierte mit Riesenbegriffen. Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: "Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt -!"
Und der Dreigegliederte redete und redete. Und Sauerwein übersetzte und übersetzte. Aber es half ihnen nichts. Dieses wolkige Zeug ist nun gar nichts für die raisonablen Franzosen, die grade in der Philosophie eine außerordentlich klare und präzise Ausdrucksweise lieben (daher sie selbst für die echten Mystiker wie Angelus Silesius nicht viel übrig haben). Neben mir saß ein alter Herr mit den vernünftigen, braunen Augen des gebildeten Franzosen: sie tränten ihm - so litt er unter der Schläfrigkeit. Die Zuhörer schliefen reihenweise ein; dass sie nicht an Langerweile zugrunde gingen, lag wohl an den wohltätigen Folgen weißer Magie.
Immer, wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach. Was für eine Zeit -! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler, der sommerabends zu Warnemünde, wenns regnet, im Kurhaus eine "Réunion" gibt, alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert ... und das hat Anhänger -! Wie groß muß die Sehnsucht in den Massen sein, die verlorengegangene Religion zu ersetzen! Welche Zeit -"!
Sein "Steinereanum" in der Schweiz haben sie ihm in Brand gesteckt, eine Tat, die durchaus widerwärtig ist. Es soll ein edler, kuppelgekrönter Bau gewesen sein, der wirkte wie aus Stein. Er war aber aus Holz und Gips, wie die ganze Lehre.
Der Redner eilte zum Schluß und schwoll mächtig an. Wenns auf der Operettenbühne laut wird, weiß man: Das Finale naht. Auch hier nahte es mit gar mächtigem Getön und einer falsch psalmodierenden Predigerstimme, die keinen Komödianten lehren konnte. Man war versucht, zu rufen: Danke - ich kaufe nichts.
Der Redner hatte geendet. Mäßiger Beifall pritschelte. Auch zu Anfang waren nur zwei Reihen Unentwegter ehrfürchtig bei seinem Nahen aufgestanden, wie vor einem Gott oder einem besiegten General.
Und nur eines kann ich nicht verstehen, wenn ich die Figur dieses Menschen betrachte, der mit Hartleben herumgesoffen hat, und von dem man sagt, er habe in diesen fröhlichen Kneipnächten die Figur des "Serenissimus" erfunden -.
Christian Morgenstern liebte ihn. Dieser feine, gütige, hohe und tiefe Geist liebte Rudolf Steiner. War das Weltfremdheit? Ist dennoch wirklich etwas hinter dem Gerede dieses unüberzeugten, unsereinen nicht überzeugenden, geschwollenen Predigers? Spricht das gegen Morgenstern? Für Steiner? Ich weiß es nicht.
Reiner Rudolph - #18.1.1 - 19.09.2008 13:28 - (Antwort)
Immer wieder interessent zu lesen. Mehr und mitunter sogar originelleres davon? Ich empfehle ihnen die Lektüre: "Der andere Rudolph Steiner", ich hab mich köstlich amüsiert dabei.
Aber tut das hier irgend was zur Sache?
Gruß, Reiner
Anonym - #18.1.1.1 - 19.09.2008 14:47 - (Antwort)
tun Sie hier irgendwas "zur Sache", Herr Rudolph?
Was ist die Sache? Wie sich die Steiner-Sekte selbst zerstört, "Selbstmord begeht"?
Reiner Rudolph - #18.1.1.1.1 - 19.09.2008 14:53 - (Antwort)
Lesen und verstehen müssten sie schon selber.
Anonym - #18.1.1.1.1.1 - 19.09.2008 15:10 - (Antwort)
ich verstehe, dass Herr Grauer sagt: "Der Bund der Freien Waldorfschulen begeht Selbstmord"
ohne Waldorfschulen ist die Anthroposophie bedeutungslos, also: die Steiner-Sekte zerstört sich selbst
Hans Moser - #18.1.1.1.1.1.1 - 19.09.2008 17:58 - (Antwort)
Interessant aber lau wenn ein (anderes) armes Würstel noch seinen Senf beisteuert zu Waldorschulen oder gar Anthroposophie.
Noch interessanter dass keine Substanz vorhanden ist, also fundierte Kritik, sondern oberflächliches Dahingeplätschel.
Scheint ja trotzdem ein interessantes Thema zu sein, und am allerinteressantesten dass die Waldorfschule überzeugt und
erfolgreich Kinder zur Unabhängigkeit erzieht.
Die armen Gegner tun sich wundschreiben und wundschreien, und gerade so wird eigentlich noch mehr Aufmerksamkeit erregt.
Anonym - #18.1.1.1.1.1.1.1 - 19.09.2008 18:03 - (Antwort)
Keine Substanz - wie bei Steiner?
Wie sagt Tucholsky:
"Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler, der sommerabends zu Warnemünde, wenns regnet, im Kurhaus eine "Réunion" gibt, alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert ... und das hat Anhänger -! Wie groß muß die Sehnsucht in den Massen sein, die verlorengegangene Religion zu ersetzen! Welche Zeit -"!"
Und einen Anhänger der Steiner-Sekte können wir hier bewundern: Herrn "Hans Moser".
Hans Moser - #18.1.1.1.1.1.1.1.1 - 19.09.2008 19:33 - (Antwort)
Bei (fast) allen Gegnern ist die Oberflächlichkeit mit einer Art besessener Wiederholungszwang gepaart, als ob das Eindruck machen könnte. Das ist schon eine besondere Art des Sektierertums; und ist ganz harmlos, wenn auch laut.
Felix Hau - #18.1.1.1.1.1.2 - 20.09.2008 23:31 - (Antwort)
Aber nein, wertes anonym; wir haben noch die anthroposophische Medizin, die anthroposophische Landwirtschaft, die anthroposophischen Banken, die anthroposophischen Drogerien, die anthroposophischen Bio-Food-Seller (...), die Anthroposophie selbst - und schließlich: eine unbezähmbare Lust am Eigensinn.
Sie müssten da schon in Intelligenteres verpacktes Niederträchtiges als Meister Grandt und ähnlich tickende Gesinnungsgenossen auffahren, um eine menschenfreundliche, unermüdlich initiative und weltweit anerkannte Bewegung zu stoppen, die sich in annähernd 100 Jahren sehr erfolgreich kulturübergreifend etabliert hat; ich fürchte, ehrlich gesagt, es wird nur mit einer Neuauflage der Nürnberger Gesetze gehen - aber das werden Sie sicherlich in Kauf nehmen können (ein kleiner Preis für ein hehres Anliegen).
Was Sie, exemplarisch, einfach nicht begreifen, ist, dass sich die interne Kritik, trotz möglicherweise gleichlautenden Vokabulars, von der Ihrigen durch mindestens drei maßgebliche Punkte unterscheidet: Interesse, Kompetenz, Horinzontweite.
Sie haben doch, wenn wir mal ehrlich sind, überhaupt keine Ahnung von gar nichts. Sie leben da Ihr Leben vor sich hin und meinen, der gesunde Menschenverstand gebiete Ihnen, sich gegen die albernen Anthroposophen mit ihrer kulturinfiltrierenden Politik zur Wehr zu setzen. - Merke: Ich glaube Ihnen, dass Sie sich für einen standhaften, aufgeklärten und verantwortungsvollen Bürger dieser Gesellschaft und ihre "Kritik" für eine logische Konsequenz daraus halten. -
Aber Ihr Selbstbild entspricht einfach nicht der Realität. Die Realität ist, dass Sie ein völlig phantasieloser, fremdgesteuerter, intoleranter, nerviger, beschränkter, dummer Langeweiler sind, der sich nicht einmal vorzustellen wagt, dass es Menschen geben könnte, die sich in der kurzen Zeitspanne von durchschnittlich rund achtzig Jahren, die einem Menschenkind so als Lebenszeit gegeben ist, noch mit etwas anderem beschäftigen als Fressen, Ficken, Scheißen, moralischen Internalisierungen und der Verdrängung des unausweichlichen Endes durch die opferreiche Aufsichnahme "verantwortungsvoller Bürgerpflicht" oder ähnlichem Kokolores - und zwar, trotzdem sie ganz genau wissen, dass am Ende die Holzkiste wartet. Sie müssen das für Blödsinn, Flucht vor der Realität oder sonst etwas halten, was Sie kennen, weil es Ihnen nicht möglich ist, etwas über Ihre eigene Sicht Hinausragendes zu erfassen.
Sie sind einfach dumm, einfältig und nicht in der Lage, anderes als Ihre eigene armselige Lebensinterpretation gelten zu lassen - und es nervt kolossal, sich mit Ihresgleichen herumärgern zu müssen.
Versuchen Sie das bitte zu begreifen, auch, wenn Sie in diesem Sermon nur exemplarische Funktion einnehmen konnten.
Und ich hoffe diesmal wirklich inständig, dass Sie nicht Andreas Lichte heißen.
Anonym - #18.1.1.1.1.1.2.1 - 21.09.2008 07:57 - (Antwort)
"Tanz den Rudolf Steiner"
prima, Herr Hau, alles dreht sich bei Ihnen um Rudolf Steiner - eben die Steiner-Sekte
Felix Hau - #18.1.1.1.1.1.2.1.1 - 21.09.2008 15:29 - (Antwort)
Nein, wertes anonym, bei mir dreht sich inzwischen allerdings sehr viel um den Umgang mit grenzdebilen, paranoiden Schwachköpfen - einfach, weil sie mir ständig vors Auto laufen.
ein weiteres anonym - #18.1.1.1.1.1.2.2 - 22.09.2008 16:24 - (Antwort)
Falls man vergessen haben sollte, was einem an den Anthros schon immer auf den Nerv gegangen ist: hier kann man es nachlesen. Selbstgerecht, Überheblich, Verachtend – Entlarvend!
Hans Moser - #18.1.1.1.1.1.2.3 - 22.09.2008 21:48 - (Antwort)
Da haben Sie aber dem Anonym ordentlich eine Standpauke
gehalten.
Interessant, dass Anonym behauptet, es drehe sich alles um
Steiner. Ich nehme an, das reflektiert eine gewisse
besserwisserische Anti-Einstellung.
Auch interessant, wie er generalisiert, was viele Gegner von
Geistigem tun. Das führt dann in seinem Fall zum Anthrobashing,
und auch zu seinen abstrusen Behauptungen (so es immer
derselbe Anonym ist).
Die Fakten und Erfolge zählen. Da sind die meissten Gegner des
Geistigen schwach, deshalb wird oft (auch) provoziert.
Schlussendlich geht es darum die Kultur weiterzubringen, und da
sind die Anthroposophischen Hasen oft mit der Nase vorne mit.
So nichts für ungut, wer einmal die Fruchtbarkeit einer geistigen Erkenntnis auf die verschiedensten Bereiche des Lebens erlebt
hat, wird auch die Anthroposophie etc. zu schätzen wissen. Es gibt
viele Wege im Leben, und die will niemand über- oder
unterschätzen.
Anonym - #18.1.1.1.1.1.2.3.1 - 23.09.2008 01:23 - (Antwort)
ausser "Geist" und "geistig" fällt Ihnen wohl gar nichts mehr ein?
Mit der Steiner-Sekte in der Geisterbahn.
Hans Moser - #18.1.1.1.1.1.2.4 - 24.09.2008 00:09 - (Antwort)
Wiederholen braucht man's ja nicht.
Hilfe! - #18.1.1.1.1.1.2.5 - 13.10.2008 16:47 - (Antwort)
Sehr geehrter Herr Hau,
jetzt habe ich da ihr Schreiben gelesen und
fang an,mir echte Sorgen um mich zu machen.
Wissen Sie, ich hab ja nie was gehalten von
den Waldorfschulen und so und dann hab ich
den Jungen auf die normale Schule gegeben,
war das falsch?
Man will doch nur das Beste. Und jetzt das.
Wird der jetzt ein Langweiler?
Was Sie da sagen mit dem keine Ahnung haben
von nichts, das hat mich echt geschockt und
auch das mit den Nürnberger Gesetzen.
Das war doch was mit dem Hitler?
Da kann man ja in Teufels Küche kommen.
Also da will ich echt nichts mit zu tun haben.
Auch das mit dem nervig sein, ohne Phantasie
sein und dann auch noch dumm.
Kann das sein, daß ich mir den Horizont
erweitern lassen muß?
So kann das nicht weitergehen.
Ich muss unbedingt dieser Anthroposophie
beitreten. Wo kann man das denn?
In Ihrer Drogerie?
Anonym - #19 - 04.10.2008 13:59 - (Antwort)
wiederholen kann nicht schaden ...
wenn man mit AnthropoDOOFEN zu tun hat.








Der Bund der Freien Waldorfschulen hat in einer Rundmail mitgeteilt, dass er mit einer Klage beim Stuttgarter Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen das neue "Schwarzbuch Waldorf" von Michael Grandt erwirkt hat. Das Buch darf bis auf weiteres nicht
Aufgenommen: Sep 13, 17:37