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Esobashing: Aufklärung oder Linksfaschismus?

Schachtelhalm

Thursday, July 24. 2008

Esobashing: Aufklärung oder Linksfaschismus?

Posted by Christian Grauer in Anthroposophie
Comments (32) | Trackbacks (0)
Esobashing ist ein neuer Volkssport im Internet. Mit den allzu strapazierfähigen Schlagwörtern Demokratie und Wissenschaftlichkeit im Munde und dem Banner der Aufklärung in der Hand ziehen die Esobasher zu Felde gegen alles, was von der bürgerlichen Normalität und der naturwissenschaftlich untermauerten Mainstream-Weltanschauung abweicht. Natürlich steht alles Anthroposophische im direkten Fokus dieser Kreuzritter der Rationalität, nicht nur, weil es einen esoterischen Hintergrund hat, sondern weil es auch in der Praxis relativ erfolgreich ist. Journalisten wie Michael Grandt bauen so ganze Karrieren auf den Kampf gegen Waldorf und Anthro auf.

Dass in anthroposophischen Einrichtungen oder in Waldorfschulen nicht alles immer nur eitel Sonnenschein ist, ist kein Geheimnis. Ich bin ehemaliger Waldorfschüler und auch heute noch allenthalben in der Szene unterwegs und könnte ganze Bücher mit Kritik füllen (und werde das vielleicht auch noch tun, wenn ich Zeit dazu finde). Auch habe ich keinen Grund, mit Kritik zurückzuhalten, wenn mir anthroposophische Borniertheit überhand zu nehmen scheint (s. z.B. Info3-Blog). Aber gerade weil ich die Szene gut kenne bin ich auch regelmäßig belustigt über die donquijoteske Art, mit der die Esobasher sie als den ultimativen Sündenpfuhl entlarven und undurchdringbare Verschwörungstheorien aufbauen, die sich nicht nur auf Anthroposophen und Waldorfs richten, sondern auch die staatlichen Stellen einbeziehen, die derlei esoterisches Treiben ja offenbar gestatten und womöglich - anthroposophisch unterwandert! - auch noch fördern und decken.

Natürlich sind Gewalt in einem Erziehungsheim oder rassistische Thesen in der Lehrerbildung Skandale und ich wünsche da nicht nur lückenlose Aufklärung, sondern betreibe diese im Rahmen des mir möglichen auch aktiv (s. meinen aktuellen Artikel in der Rudolf Steiner Sphäre). Und da wirkt die Kritik auch der Esobasher hilfreich, die vor sich hindämmernde Anthroszene wachzurütteln, dass sie solche Entgleisungen in ihren eigenen Reihen aufmerksamer beobachtet und verhindert. Wenn ich dann allerdings Foren lese, wie Esoblog oder NWA, wo unzulänglich informierte Zeitgenossen sich an der Pauschalisierung ihrer Halbwahrheiten selbstbefriedigen und sich in ihrem Kampf gegen die esoterische Verschwörung gegenseitig aufgeilen, dann schwanke ich zwischen kopschüttelndem Schmunzeln und dem Ausbilden eines Magengeschwürs ob des blutunterlaufenen Fanatismus. Die allzu durchschaubare populistische Manier, mit der z.B. der anonyme Autor von NWA Halbwahrheiten zu Feindbildern zusammenhäkelt und auch trotz Gegenbeweisen auf den handfestesten Irrtümern und Fehlinformationen beharrt und jeden ansatzweise kritischen Kommentar löscht, ist kaum noch ernst zu nehmen.

Besonders aber amüsiert mich stets, wenn das positive Bild, das die Waldorfbewegung allgemein genießt, als das Resultat eines professionellen Marketing und einer aggressiven Lobbyarbeit dargestellt wird, mit dem verschleiert werden soll, dass es sich in Wahrheit um eine Sekte handelt, die jedes Mitglied einer Gehirnwäsche unterzieht und die im Geheimen allerlei abartige Praktiken pflegt. Von Sexorgien bis zu Teufelsaustreibungen ist alles vertreten. Amüsant ist das, weil ich dieses "Marketing" und diese "Lobbyarbeit" kenne und weiß, dass es kaum etwas unprofessionelleres und kontraproduktiveres in der anthroposophischen Welt gibt als deren Öffentlichkeitsarbeit. Natürlich gibt es Broschüren und Websites, natürlich gibt es auch Verbände und Interessensvertretungen und natürlich versuchen auch Waldorfschulen ihre Rechte ggf. vor Gericht zu erstreiten. Darin sehen Esobasher aber regelmäßig einen Beweis dafür, dass hinter Waldorf eine rücksichtslose Mafia von Rechtsanwälten lauert, die alles und jeden versucht mundtot zu machen.

Der rationalistische und demokratische Anspruch der Esobasher wirkt zunächst sehr aufgeklärt und sachlich. Und wer könnte etwas dagegen haben, wenn Kindesmisshandlung angeprangert wird! Doch im Verlaufe einer Diskussion zeigt sich nicht selten, dass die scheinbar sachliche Kritik mehr und mehr zur Polemik mutiert, deren Argumentation nicht weiter als bis zu der Gleichung Eso=irrational=böse reicht. So werden Vertreter der Anthroposophie oder anderer esoterischer Richtungen und deren Arbeit pauschal als Idioten und Verrückte bezeichnet und es gilt als eine naturgegebene Selbstverständlichkeit, dass alles, was vom Dogma der Wissenschaftlichkeit abweicht, ausgemachter Blödsinn ist und allein aus diesem Grunde verboten werden sollte.

An dieser Stelle wird es dann weniger amüsant, denn da zeigt sich, wo die eigentliche Motivation steckt. Die polemischen und sophistischen Argumentationen zielen keineswegs auf einen Dialog ab. Es ist daher auch aussichtslos, einer Diskussion mit rationalen Argumenten beizukommen. Das Esobashing zielt vielmehr stets auf eine Stigmatisierung und eine daraus abgeleitete Forderung nach Verbot ab. Dafür ist in der Diskussion fast jedes Mittel recht und jede Halbwahrheit billig. Da stehen dann am Ende nicht selten die bedenklichsten Formen von Dogmatismus und Totalitarismus. Die Totalablehnung von Anthro und Waldorf gründet letzlich in einem dogmatisch einseitig szientistischen, linksideologischen oder christlich-dogmatischen Anspruch auf Interpretationshoheit jeder zivilen kulturellen Betätigung. Es geht dem Esobasher nicht darum, Gefahren und Irrungen der esoterischen Welt aufzudecken und anzuklagen, sondern es geht ihm darum, jeden von seiner eigenen Weltanschauung abweichenden Lebensentwurf als Normabweichung zu deklarieren und als solchen zu unterbinden. Und dafür wird durchaus auch schon mal das Grundgesetz und die dort garantierten freiheitlichen Rechte in Frage gestellt. So argumentiert Andreas Lichte gegen den Bestand von Privatschulen mit den Worten "Der Staat vertritt die Interessen der Allgemeinheit. Partikularinteressen können den Interessen der Allgemeinheit zuwiderlaufen. Die Kontrolle MUSS daher der Staat ausüben." (comment-3289">aus einem Blogkommentar).

Das zeigt deutlich, worum es eigentlich geht: um staatliche Normpädagogik und kulturelle Gleichschaltung. Populärstes und populistischstes "Argument" ist immer wieder die Entrüstung darüber, dass der Staat überhaupt private Schulen und damit Pluralität finanziert! Die Rassismen in Steiners Werk, die Skandale an Waldorfschulen, das Aufbauschen der Schrulligkeit der Anthroszene zu einer bedrohlichen Sekte - es ist nichts anderes als der Kampf um das Alleinvertretungsrecht einer Ideologie. Es ist Antipluralismus, Intoleranz und letztlich ein faschistischer Anspruch einer Unterordnung des zivilen kulturellen Lebens und der individuellen Selbstbestimmung unter die Kontrolle einer staatlich-normativen Ideologie. Und die stets im Munde geführte Demokratie erweist sich als schierer Strohmann, um sich ins rechte Licht zu setzen. In Wahrheit werden zentrale demokratische Werte wie Selbstbestimmung, Bildungsfreiheit und Freiheit des weltanschaulichen Bekenntnisses in Frage gestellt. Was uns die Esobasher als Demokratie verkaufen wollen ist nichts anderes, als ein säkularer Religionsstaat, eine Diktatur der Norm und Einheitskultur.

Das ist in seiner Brisanz und seiner politischen Gefahr weit bedenklicher als alle Hinterwäldlereien und Irrationalismen der am Ende harmlos in ihrem eigenen Ätherleib verstrickten Anthroposophen zusammen! Es bleibt zu hoffen, dass es sich um eine ideologische Minderheit handelt, die sich nur dem am Thema Interessierten als ein nachhaltiges Phänomen zeigt und die nicht zuletzt mit Mitteln wie einem anonymen Blog (s. NWA, weil die Anthros ja eine gefährliche Mafia sind) oder zirkulären Selbstrefernzen versucht, sich Bedeutung anzudichten. Ich denke nicht, dass der gesellschaftliche Mainstream sich solchen antidemokratischen und totalitären Gesinnungen anschließen würde. Allerdings steckt diese Gesinnung hinter einer Maske aus wissenschaftlichem und aufklärerischem Pathos, die sicherlich manchen über die echten Beweggründe dieser Genossen täuschen wird. Und das ungefilterte Internet lässt ja so manche Filzlaus als Elefant erscheinen.

Störend für die Anthroposophie und die Waldorfbewegung sind sie aber nicht deswegen, weil sie Kritik daran üben, sondern weil ihr an der Sache völlig desinteressierter und auf die Ausrottung von weltanschaulicher Pluratlität ausgerichteter Kreuzzug eine sachliche Kritik an Anthroposophie und Waldorf stets lauthals überlagern, entqualifizieren und damit letzlich unmöglich machen. Denn, auch das muss gesagt werden, gerade eine sachliche Kritik und aufgeklärte Selbstreflexion fehlt der Anthroposophie und der Waldorfbewegung in geradezu lebensbedrohlicher Weise. Es gibt tatsächlich viel zu viele skandalöse Ansatzpunkte für die Enthüllungsritter und insbesondere wird die Aufarbeitung dieser Skandale und der Strukturen, auf denen sie wachsen, von innen sträflich und in nicht mehr nachvollziehbarem Maße vernachlässigt.

 

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Hallo Herr Grauer,

Können Sie nicht ein paar Beispiele nennen, wo sich im „EsoBlog“ (http://blog.esowatch.com/index.php?itemid=78) oder „NWA“ (http://rudolf-steiner.blogspot.com/) „fanatische“ und „linksfaschistische“ Beiträge finden?

Andernfalls entstünde womöglich der Eindruck, Sie selbst seien …

J.G.
#1 Jens Gerlach on 2008-08-04 23:27 (Reply)
Lieber Herr Gerlach,

wozu sollte das dienen? Ich habe meinen Standpunkt und meine Argumente ausgeführt, den Esoblog und NWA kann jeder lesen und sich sein Urteil bilden. Ich habe nicht vor, mich hier am Bauklötzchenwerfen zu beteiligen. Wenn Sie glauben, dass deswegen der Eindruck entsteht, dass ich fanatisch und linksfaschistisch (??) sei, dann glauben Sie das ruhig.

(
Wenn Sie meinen Artikel aufmerksam lesen, dann werden Sie außerdem feststellen, dass ich weniger die einzelnen Statements dort als Linksfaschistisch und fanatisch bezeichnet habe, sondern die Motivation derer, die sich dort Engagieren, bei Esoblog insbesondere in den Kommentaren. Nicht jedes Phänomen lässt sich durch das Herumwerfen mit Zitaten erschlagen, manche Dinge sind komplexer...)
#1.1 Christian Grauer (Link) on 2008-08-05 18:01 (Reply)
Christian Grauer schrieb:

„Ich habe meinen Standpunkt und meine Argumente ausgeführt“

:-D

Ihr Text ist gänzlich frei von Argumenten.

Er entspricht in etwa einem trotzigen mit dem Fuß auf den Boden stampfen.

Außer Unterstellungen birgt er rein gar nichts. Deshalb hatte ich gefragt, ob Sie eventuell doch irgendeine Begründung parat hätten, was aber leider nicht der Fall ist.

Es ist erstaunlich, wie sie Kritiker der Anthroposophie als intolerante Fanatiker beschimpfen, während die Anthroposophen allenfalls ein bisschen schrullig seien.

Es gibt in diesem Lande niemanden, der irgendwo eine Kritik an der Anthroposophie geäußert hätte, ohne dafür unverzüglich mit allen Mitteln der Beschwerden, Diffamierungen und juristischen Klageerhebungen angegangen worden zu sein.

Das hat nichts mit Schrulligkeit zu tun, sondern in der Tat mit einem konsequenten Vorgehen, wie es für sogenannte Sekten charakteristisch ist.

Wenn Sie dann herumjammern, die bösen Kritiker wollten Ihnen die Freiheit Ihrer Weltanschauung rauben, dann ist das ebenso überzeugend wie das gleich lautende Gezeter der NPD-Kameraden.

J.G.
#2 Jens Gerlach on 2008-08-05 22:12 (Reply)
> Ihr Text ist gänzlich frei von
> Argumenten...

Haach, wie originell...
#2.1 Christian Grauer (Link) on 2008-08-05 23:10 (Reply)
Zitat Christian Grauer in einer mail an die Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche:

"Ihre [Andreas Lichtes] Schlussfolgerung, die ich zitiert habe, ist ein klassisch linker Topos.

Sie ist mithin die Grundfigur des Sozialismus: die staatliche Kulturdoktrin zum vermeintlichen Wohle des Proletariats...

Nur ist diese Denke mittlerweile tatsächlich zur bürgerlichen Mitte geworden und macht vor evangelischen Pfarreien nun wirklich nicht halt. Das ist ja gerade das Problem!"

¡viva la revolución!

Klassenkampf à la Steiner,

Klassenkampf à la Grauer!
#3 Andreas Lichte on 2008-08-06 14:27 (Reply)
Ach sooo, nicht nur die Anthro-Kritiker, die ganze „bürgerliche Mitte“ ist „linksfaschistisch“.

Na, das muss einem ja mal gesagt werden. Danke, Herr Grauer!

Könnten Sie gelegentlich noch erläutern, wie es den „Linksfaschisten“ 1949 gelang, das kommunistische Manifest unter dem Decknamen „Grundgesetz“ als Verfassung zu oktroyieren?

J.G.
#4 Jens Gerlach on 2008-08-06 17:19 (Reply)
Herr Lichte: die Mail ging an Sie privat und nicht an die Sektenbeauftragten.

Herr Gerlach: Sie sollten lesen und Sozialismus von Linksfaschismus unterscheiden lernen und dergleichen. Ich habe die bürgerliche Mitte weder als linksfaschistisch noch als sozialistisch bezeichnet, sondern ich habe geschrieben, dass die bürgerliche Mitte den sozialistischen Topos von der staatlichen Vorschriftskultur pflegt. Mein Gott, wo haben Sie eigentlich Lesen gelernt? Auch das Wort "mittlerweile" ist ja nicht ganz unwesentlich. Es ist Herr Lichte, der das Grundgesetz und die dort garantierten Freiheitsrechte und den Pluralismus in Frage stellt...

Sie können jetzt gerne Ihren Kindergarten hier fortsetzen und versuchen, mich mit ihren logisch-semantischen Darmverschlingungen als Sekte, Neonazi, Esofaschist und Antichrist zu "outen", ich werde aber im Folgenden verzichten, darauf einzugehen, sondern bedanke mich schon jetzt herzlich bei Ihnen für die engagierte Bestätigung und Exemplifizierung meines Artikels!
#5 Christian Grauer (Link) on 2008-08-06 17:54 (Reply)
Gibt es irgendeinen Leser hier, der meine Sprache spricht, und mir erklären könnte, WAS Herr Grauer eigentlich (wem aus welchen Gründen) mitteilen wollte?

Seine Äußerungen machen auf Nicht-Anthroposophen bisweilen einen besorgniserregenden Eindruck.

J.G.
#6 Jens Gerlach on 2008-08-06 18:16 (Reply)
Lieber Christian Grauer,

Sie haben Recht!

Aber nur damit: "Herr Lichte: die Mail ging an Sie privat und nicht an die Sektenbeauftragten."

Das habe ich gerade auch Hugo Stamm

http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Stamm

in einer e-mail erklärt, Zitat:

"Herr Grauer sortierte mich ins "Linksfaschistische Lager" ein, nachdem ich mich aufs Grundgesetz berufen hatte: Ich arbeite nämlich mit einem bekannten deutschen Schulrechtler zusammen ... da passiert es schon mal, dass man das radikale GG zitiert. Grauer hatte an mich geschrieben, ich habe an die Sozialistischen Sektenbeauftragten weitergeleitet ..."
#7 andreas Lichte on 2008-08-06 19:17 (Reply)
Herr Grauer,
"...und könnte ganze Bücher mit Kritik füllen (und werde das vielleicht auch noch tun, wenn ich Zeit dazu finde)."
Vielleicht hätten Sie gerade das frühzeitig tun sollen - zum Wohle Ihrer aller "Steinersphäre".
Im übrigen tue ich mit Ihrem Text das, was sich im Umgang mit Glaubenseiferern immer bewährt: Man stellt ihn auf den Kopf, dreht ihn um 180 Grad und schaut der enthüllten Wahrheit ins Antlitz.
#8 Ronald Ehrlichmann on 2008-08-07 14:45 (Reply)
Hier die geistigen Grundlagen der Steinerwelt und all ihrer Folgeerscheinungen - man könnte sagen vom "Darmen zum Denken und wieder zurück (undsoweiter undsofort, bis zur nächsten Reinkarnation)
Rudolf:
„Nun gehen wir aber weiter. Was ist denn nun eigentlich im Kopfe enthalten? Irdische Stofflichkeit. Wenn man also das edelste Organ herausschneidet aus dem Tier, das Gehirn, man hat drinnen irdische Stofflichkeit. Beim Menschen hat man im Gehirn irdische Stofflichkeit, nur die Krafte sind kosmisch, die Stofflichkeit ist eine irdische.
Wozu dient dieses Gehirn? Es dient als Unterlage für das Ich. Das Tier hat noch nicht das Ich. Halten wir das ganz richtig fest: Das Gehirn dient als Unterlage für das Ich, das Tier hat noch nicht das Ich, sein Gehirn ist erst auf dem Wege zur Ich-Bildung. Beim Menschen geht das immer weiter zu der Ich-Bildung hin. Das Tier hat also ein Gehirn; auf welche Weise ist es entstanden?
Nehmen Sie den ganzen organischen Prozess. Alles dasjenige, was da vorgeht, dasjenige, was im Gehirn zum Vorschein kommt als Irdisch-Materielles, wird einfach ausgeschieden, ist Ausscheidung aus dem organischen Prozesse. Da wird irdische Materie ausgeschieden, um als Grundlage für das Ich zu dienen.
Nun ist eine bestimmte Menge irdischer Materie auf der Grundlage des Prozesses, der von der Nahrungsaufnahme durch die Verdauungsverteilung im Stoffwechsel-Gliedmassen-System sich bildet, fähig, um von da die irdischen Nahrungsmittel hineinzuleiten in den Kopf und das Gehirn, da ist eine bestimmte Menge irdischer Stofflichkeit, welche diesen Weg durchmacht, und die dann im Gehirn richtig abgeschieden wird.
Aber es wird diese Nahrungsstofflichkeit nicht nur abgeschieden im Gehirn, sondern schon auf dem Wege im Darm. Dasjenige, was nicht weiter verarbeitet werden kann, wird im Darm abgeschieden, und bier tritt Ihnen eine Verwandtschaft entgegen, die Sie ausserordentlich paradox linden werden, die aber nicht übersehen werden darf, wenn man verstehen will die tierische und auch die menschliche Organisation.
Was ist die Hirnmasse? Die Hirnmasse ist einfach zu Ende geführte Darmmasse. Verfrühte Gehirnabscheidung geht durch den Darm. Der Darminhalt ist seinen Prozessen nach durchaus verwandt dem Hirninhalt.
Wenn ich grotesk rede, würde ich sagen, ein fortgeschrittener Dunghaufen ist das im Gehirn sich Ausbreitende; aber es ist sachlich durchaus richtig. Der Dung ist es, der durch den eigenen organischen Prozess in die Edelmasse des Gehirns umgesetzt wird und da zur Grundlage für die Ich-Entwickelung wird."

---------------------------------------
(1) Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft

[Landwirtschaftlicher Kurs] 8 Vorträge, eine Ansprache und vier Fragenbeantwortungen, gehalten in Koberwitz v. 7. bis 16. Juni 1924, und ein Vortrag in Dornach am 20. Juni 1924;GA 327;(S. 200-202)
und:
„Beim Menschen wird möglichst viel umgesetzt von Bauchdünger in Gehirndünger, weil der Mensch ja sein Ich auf der Erde trägt; beim Tier weniger, daher bleibt mehr drinnen in dem Bauchdünger, der dann zum wirklichen Dünger verwendet wird. Da bleibt mehr Ich in der Anlage drinnen. Weil es das Tier nicht zum Ich bringt, bleibt da mehr Ich in der Anlage drinnen.

Daher sind tierischer Mist und menschlicher Mist zwei ganz verschiedene Dinge. Tierischer Mist enthält noch die Ich-Anlage. Und wir finden, wenn wir misten, wenn wir Dünger von aussen her an die Wurzel, das Ich an die Wurzel, an die Pflanzen herangebracht haben, dass wir, wenn wir vollständig die Pflanze zeichnen (Zeichnung), hier unten die Wurzel haben, oben die sich entwickelnden Blätter und Blüten haben, dass sich hier das Astralische hinzuentwickelt durch den Verkehr mit der Luft, hier sich entwickelt durch den Verkehr mit dem Dünger die Ich-Anlage der Pflanze."

Egal wie Sie ihre Kritiker betiteln möchten : erkennen Sie doch bitte erst sich selbst und Ihre geistigen Wurzeln.
#8.1 Ronald Ehrlichmann on 2008-08-08 10:48 (Reply)
Hallo Ronald Ehrlichmann,

Ihre Kommentare sind ja sehr gut ...

aber ich frage mich, ob wir Herrn Grauer vielleicht nicht doch zu viel Aufmerksamkeit widmen:

Werfen Sie doch mal einen Blick auf die Anzahl der Kommentare bei seinen anderen "Artikeln" ... "0", "0", "0" ...




Ist es nicht geradezu unhöflich, Herrn Grauer bei seinen Selbstgesprächen zu stören?

meine erste mail zu "Esobashing: Aufklärung oder Linksfaschismus?":

"Sehr geehrter Herr Grauer,

hab Ihr Selbstgespräch

"Esobashing: Aufklärung oder Linksfaschismus?"

gelesen, http://www.rss-nachrichten.de/weblog/private-blogs/rss-anzeigen-40646.html

Können Sie mich bitte in Zukunft aus Ihren Monologen raus halten? Danke!"
#9 andreas Lichte on 2008-08-08 11:30 (Reply)
Na, hoppla! Hier scheinen sich ja ein paar Leute betroffen zu fühlen. ;-)
#10 Christoph (Link) on 2008-08-17 03:49 (Reply)
Herr "Christoph",

sind Sie nicht betroffen?

Sind Sie aus dem anthroposophischen Rechts-Block?
#11 w.g. on 2008-08-17 12:42 (Reply)
Lieber "w.g."!

sind Sie nicht betroffen?

Ich bin amüsiert.

Sind Sie aus dem anthroposophischen Rechts-Block?

LOL! Das ist die lustigste Frage, die mir seit langem gestellt wurde. Du kannst ja mal einwenig in meinem Weblog schmökern und mich danach dann einem Block deiner Wahl zuordnen.

Aus wem besteht denn dein "anthroposophischer Rechts-Block"?

Schönen Sonntag!
Christoph
#11.1 Christoph (Link) on 2008-08-17 13:06 (Reply)
Herr "Christoph",

wo finde ich denn Ihren Rechts-blog?


Ein Rechter ist Grauer, ein anderer Michael Eggert, Zitat:

"Das deshalb, weil die AG [Anthroposophische Gesellschaft] eigentlich in einem ständigen Rechtfertigungsdruck steht gegenüber einer spöttischen politischen Linken."

http://www.egoisten.de/files/f10f40f0e59ec263f7b99749bf134d2d-821.html

jo. Die bösen Linken. Sie sind einfach überall. Siehe Grauer.
#12 w.g. on 2008-08-18 09:28 (Reply)
Schöner Text! Wir haben das mal verlinkt. :-)
#13 Nachsichten aus der Welt der Anthroposophie (Link) on 2008-08-19 01:15 (Reply)
Lieber Herr Grauer,
danke für diesen Artikel. Leider wird diese Diskussion wieder von der Frage Rechts-Links beherrscht, da ich aber Legastheniker bin UND pROBLEM MIT LINKS UND RECHTS HABE werde ich keinem von Ihnen ...
Der Dank für die Diskussion geht an die Linken wie an die Rechten. Weiter so!!!
Ein herzlich grüssender Herrmann Finkelsteen
#14 Herrmann Finkelsteen (Link) on 2008-08-19 08:24 (Reply)
Lieber Christian,

danke - Volltreffer!
#15 Felix Hau (Link) on 2008-08-23 11:50 (Reply)
Hallo Herr Hau,

mal Leserresonanz simulieren?

NULL neue Kommentare nach der inmedia Selbstbeweihräucherung:

"Esobashing ist ein neuer Volkssport im Internet." So beginnt ein fulminanter und bereits viel diskutierter Artikel des Philosophen Christian Grauer, der gerade sein erstes Buch veröffentlichte. Und natürliche stehe alles Anthroposophische im direkten Fokus dieser Kreuzritter der Rationalität, nicht nur, weil es einen esoterischen Hintergrund habe, sondern "weil es auch in der Praxis relativ erfolgreich ist", so Grauer.
Dass der Stuttgarter seinen Artikel mit "Aufklärung oder Linksfaschismus?" übertitelt, wird manchen genauso überraschen wie seine These, die er ausführlich begründet: "Die Totalablehnung von Anthro und Waldorf gründet letztlich in einem dogmatisch einseitig szientistischen, linksideologischen oder christlich-dogmatischen Anspruch auf Interpretationshoheit jeder zivilen kulturellen Betätigung."

Grauer spart auch nicht mit anthroposophischer Selbstkritik, die er allerdings klug einzuordnen weiß. Ich empfehle diesen Artikel als Musterbeispiel für ein couragiertes Vorchecking in Sachen Öffentlichkeitsarbeit."


"couragiertes Vorchecking in Sachen Öffentlichkeitsarbeit"
#16 w.g. on 2008-08-24 10:12 (Reply)
Ich bin ein noch recht junger frischer Barsch im Teich, wo Karpfen, Forellen, Goldlinge aber auch Zierfische, Ährenfische, Labyrinthfische, Garnelen und Krebse, ja gar Welse und Salmler sich gesellen. Der Grund für ein allgemeines Wohlbefinden in diesem Teich ist der, daß er Meeresgrösse besitzt und jeder trotz gemeinsamen Milieu sein eigenes Revier besitz, der von allen geachtet und geschätzt wird. Eigenes Revier heißt: wir schwimmen nicht in den Hemmstoffen der eigenen Art. Es entwickeln sich die Flossen besser (offenbar auch die Farben). Neulich sah ich einen Vogel über den Teichspiegel fliegen. Von dem Brot, das essfertig für Sekunden auf der Oberfläche weilt, naschte er nicht einmal. Dabei belastet Gefressenes und Verdautes das Wasser weniger als nichtgefressenes. Ihn interessiert es wohl nicht weiter und zog von Dannen.

Lieber Herr Grauer, vielen Dank für Ihre leckeres Stück Brot.
#17 Nadine Aeberhard-Josche on 2008-08-24 20:10 (Reply)
Barsche sind Raubfische, fressen kein Brot.

Aber DOOF bleibt DOOF, Anthroposoph bleibt Anthroposoph.
#18 j.h. on 2008-08-24 23:31 (Reply)
Das Brot von Herrn Grauer ist ein selbst gemachtes, speziell gefülltes Brot, dass sehr gut mundete. Gerade junge Barsche lieben diese Raffinesse...
#19 Nadine Aeberhard-Josche on 2008-08-25 10:44 (Reply)
Bist wohl eher ein B A C K F I S C H , der sich selber in die Pfanne haut, liebste Nadine.

AnthropoDOOF bleibt AnthropoDOOF.
#20 j.h. on 2008-08-25 16:57 (Reply)
Ja, Backfisch:

http://www.individualstudium.ch/index.php?id=747&L=4

Nadine Aeberhard-Josche

geb. 06. Juli 1975 in Siegen (Deutschland)

Mein Studium beschäftigt sich mit den geisteswissenschaftlichen Äusserungen Rudolf Steiners zur Sprachwissenschaft, die geist- und seelentragende Eigenschaft der Sprache und ihren Ursprung in tiefgreifender Weise darstellen.

Ein wunderbarer Schritt in eine Tiefendimension zur Erweiterung der Linguistik
#21 j.h. on 2008-08-25 17:02 (Reply)
Lieber "j.h." (Joachim Helmstedt, geb. 1965?)!

Hast du denn auch was zur Sache, also zum Text von Grauer zu sagen? Fühlst du dich betroffen?

Liebe Grüße
Christoph
#21.1 Christoph Kühn (Link) on 2008-08-25 19:48 (Reply)
warum sollte ich mich von dem Grauer Quatsch betroffen fühlen?

Bin doch kein B A C K F I S C H oder AnthropoDOOF
#22 j.h. on 2008-08-25 19:59 (Reply)
„Mein Studium beschäftigt sich mit den geisteswissenschaftlichen Äusserungen Rudolf Steiners zur Sprachwissenschaft, die geist- und seelentragende Eigenschaft der Sprache und ihren Ursprung in tiefgreifender Weise darstellen.“

Wow! Welche Waldorfschule haben Sie denn zuvor besucht?

Grüeziwohl, J.G.
#23 Jens Gerlach on 2008-08-25 21:32 (Reply)
Hallo Herr Grauer! Wir haben Sie einer Replik für würdig befunden: http://blog.esowatch.com/index.php?itemid=106

Man sieht sich..

Th. Xavier
#24 Thomas Xavier (Link) on 2008-09-01 20:41 (Reply)
Für alle, die auf der Esoblog-Kommentarseite eine Antwort von mir erwarten: ich kann nun ganz unpolemisch tatsächlich nicht antworten, weil ich offenbar auf einer Blacklist stehe und für Kommentare gesperrt bin. Das jedenfalls wird mir notorisch mitegeteilt, wenn ich versuche einen Kommentar abzusetzen. Außerdem wurden Teile meiner Kommentare durch *** ersetzt. Zensur? Es ist im Grunde viel zu albern, um sich zu wundern... Weiterhin viel Spaß bei der "Aufklärungsarbeit"!
#24.1 Christian Grauer (Link) on 2008-09-03 23:59 (Reply)
Das Faktische ist per se autoritär. Ein regelrechter Realitätsfaschismus regiert die Welt. Als Naturgesetz getarnte Gängeleien, wie etwas die Schwerkraft, behindern den spirituellen Aufstieg der Wurzelrasse. Nicht mal die Luft darf frau anhalten wie sie Lust hat – Terror pur.
#25 BeobachterIn on 2008-09-02 08:18 (Reply)
Jetzt halten Sie aber mal die Luft an, BeobachterIn!

...und übersetzen Sie mir mal diese Schwurbelei in lesbares Deutsch.
#26 BeobachtEr on 2008-09-02 10:00 (Reply)
Das ist doch ganz einfach zu verstehen: Ich steck mir die Finger in die Ohren, mach lalala und wünsche mir die Welt wie sie mir gefällt.
#26.1 Thomas Xavier (Link) on 2008-09-02 10:39 (Reply)

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Christian Grauer:
Am Anfang war die Unterscheidung.
Der ontologische Monismus – eine Theorie des Bewusstseins im Anschluss an Kant, Steiner, Husserl und Luhmann.

Info3 Verlag Frankfurt 2007, 109 S. kartoniert, € 13,60
ISBN 978-3-924391-37-9
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"wenn man aber für einen Satz den Sie schreiben Seiten von A nmerkungen, Erläuterungen und Richtigstellungen und Re [...]


anon about Esowatch watet weiter durch den Sumpf
Thu, 27.11.2008 19:30
Lieber Herr Hau, jetzt mal la ngsam Herr Hau. Ich habe nie e ine Hysterielaterne angehabt, Sie müssen ja gewaltig e [...]


Felix Hau about Esowatch watet weiter durch den Sumpf
Thu, 27.11.2008 15:03
"Wenn man heute einen unliebsa men Erzieher, Pädagoge oder so nstwas eine Auswischen möchte (auch in Rosenkriege) lä [...]


Herrmann Finkelsteen about Esowatch watet weiter durch den Sumpf
Tue, 25.11.2008 21:37
Lieber Herr Grauer, ich polem isiere wie ich das für richtig halte, aber danke für Ihre Er läuterungen und Anmerkun [...]


nerone about Esowatch watet weiter durch den Sumpf
Sun, 23.11.2008 12:03
Polemik ist das grundlegende P roblem in der gesamten Diskuss ion um, über und mit Felix Hau . Leider bleibt man n [...]


Christian Grauer about Esowatch watet weiter durch den Sumpf
Fri, 21.11.2008 01:41
Lieber Herr Finkelsteen, Si e polemisieren unnötig: Herr H aus Worte richteten sich primä r an Herrn Eggert, der k [...]


Herrmann Finkelsteen about Esowatch watet weiter durch den Sumpf
Thu, 20.11.2008 22:39
Lieber Herr Grauer, den Sumpf von Esowatch werden Sie mit d ieser Rethorik von Herrn Hau n icht trocken legen. Besi [...]


Herrmann Finkelsteen about Esowatch watet weiter durch den Sumpf
Thu, 20.11.2008 22:32
Lieber Herr Grauer, das wird mir alles zu kompliziert. Ich gehe hier niemandem auf den Le im. Ich weiss auch, dass [...]


Christian Grauer about Esowatch watet weiter durch den Sumpf
Thu, 20.11.2008 21:36
Lieber Herr Finkelsteen, > Ich verstehe Sie nicht Herr G rauer, > dass Sie für so jema nden die Hand ins > Fe [...]


Herrmann Finkelsteen about Esowatch watet weiter durch den Sumpf
Thu, 20.11.2008 20:28
Lieber Herr Grauer, wer mehr Mitleid mit dem Täter also dem Schwänzlein(mit Weihwasser be sprenkeltem)Lutscher hat [...]


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