Freitag, 22. August 2008
Missionen – Brief statt Rezension
Lieber Sebastian,
meine Vorstellung Deines Buches soll nun ebenso persönlich werden, wie das Buch es ist. Subjektiv muss diese Rezension ohnehin sein, denn ein Buch, auf dessen Einband man seinen eigenen Namen findet, kann man nicht unbefangen lesen. Von Freundschaft und „Geheimbünden“ ganz zu schweigen...
Dieser subjektive Blick erlaubt es mir aber auch, ganz unausgewogen nur über das zu schreiben, was mich besonders berührt hat und zu loben und tadeln, wie es mir gefällt und all das, was alles noch in dem Buch steht, unerwähnt und den Leser Deines Buches entdecken zu lassen. Ich hatte mich ehrlich gesagt etwas vor dem Buch gefürchtet, weil ich der Überschwänglichkeit Deines Stils nicht in allen Deinen Texten Sympathie entgegen bringen konnte – ganz anders als in Deinen Vorträgen übrigens! Auch hoffte ich nicht zu sehr mit Heldenepen und Aufrufen zu allerlei Kreuzzügen behelligt zu werden – der Titel „Missionen“ dient ja dahingehend eher abschreckend. Glücklicherweise wurde ich in allen diesen Dingen weitgehend enttäuscht.
Sicher, mit Diskussionen über den Begriff der Elite und über die Bedeutung von Gewaltmonopol und Selbstverteidigung könnten wir beide noch einige Abende füllen, aber auch die wären nicht grundsätzlicher sondern nur differenzierender Natur. Und der am Anfang noch etwas unsichere und durchaus hier und da zum emotionalen Schnörkel neigende Stil reift im Verlaufe des Buches zu einem echten Charakter heran. Ich möchte sogar behaupten, dass Du mit diesem Buch stilistisch ein neues Genre erfunden hast: ein zwischen Schrift und Sprache angesiedeltes Selbstgespräch mit dem Leser. Wenn ich das so sagen darf. Und ich finde das nicht nur höchst erquicklich sondern auch eminent modern.
Sachlich gefällt mir das 6. Kapitel am besten. Und zwar trotz oder gerade weil ich dort auch die wenigen Anlässe für Einwände finden würde. Wie ein reinigendes Gewitter hast Du die verstaubten Begriffe und Mottenkisten der Anthroposophie abgestaubt, ausgemistet und mit neuem Glanz versehen. Und das nicht durch Überlackieren der Patina, sondern durch deren Entfernen, so dass sie wieder von innen heraus strahlen können. Du ersetzt zwar die Mythologeme der traditionellen Anthroposophie oft auch nur durch neue Mythologeme, aber eben durch solche, die der Gegenwart entstammen und nicht dem Mittelalter und der Romantik, und die außerdem durchsichtig genug sind, um mithilfe Deiner einfühlenden Erläuterungen als solche im Wortsinne durchschaubar zu werden. Auch hier setzt Dein Buch neue Maßstäbe. Die Leichtigkeit, mit der Du in einem Atemzug über Steiner, Freiheit, Toilettenpapier, Liebe, Sex und Klofrauen sprechen kannst, ohne trivial oder lächerlich zu werden, aber auch ohne Überheblichkeit und Defätismus, ist eine Qualität, die in der Anthroposophie so neu ist, dass ich noch keinen Begriff dafür finde.
Besonders aber gefällt mir das Begriffspaar „Grundlegend“ und „Bedeutend“, mit dem Du eine ganze Hundertschaft saublöder Alternativen und scheinbarer Antinomien transzendierst. Diese Begriffe hast Du so brillant konturiert, dass sich daraus in ganz wunderbarer Weise die Idee der Entwicklung und dessen, was Du Mission nennst, gegen den einschläfernden Kultur- und Bewusstseinsrelativismus behauptet, und zwar ganz frei von teleologischer Dogmatik einerseits und kulturchauvinistischer Überheblichkeit andererseits, weil Du Entwicklung und Mission stets vom Individuum, vom Subjekt und seiner konstruktiven Perspektive her denkst und so den Fehler der Verabsolutierung der Hierarchisierungen vermeidest. Bedeutend ist, wem ich Bedeutung verleihe, Grundlegend ist, worauf ich gründe. „Das ist meine Mission“ rufst Du dem Leser zu und fragst zugleich: „und was ist Deine?“ Wunderbar!
Rudolf Steiner erklärte irgendwo und irgendwann auf die Frage nach der rechten Art, seine Philosophie der Freiheit aufzufassen, dass es sich dabei „nur“ um das Protokoll seines persönlichen Erkenntnisdramas handelt und dass die wahre Lektüre der Philosophie der Freiheit für den Leser eigentlich darin bestehen müsste, seine ganz eigene, individuelle Philosophie der Freiheit zu schreiben. Dein Buch ist eine solche und eine großartige dazu. Vielleicht ist historisch gesehen die von Steiner größer, aktuell betrachtet ist die Deine in jedem Falle zeitgemäßer und hat das Zeug, gerade für die jungen Menschen unserer Zeit zum Kultbuch zu werden. Für mich ist sie das schon jetzt. Danke!
Herzlichst,
Dein Christian
Sebastian Gronbach: Missionen
Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008
ISBN 9783772520778,
meine Vorstellung Deines Buches soll nun ebenso persönlich werden, wie das Buch es ist. Subjektiv muss diese Rezension ohnehin sein, denn ein Buch, auf dessen Einband man seinen eigenen Namen findet, kann man nicht unbefangen lesen. Von Freundschaft und „Geheimbünden“ ganz zu schweigen...
Dieser subjektive Blick erlaubt es mir aber auch, ganz unausgewogen nur über das zu schreiben, was mich besonders berührt hat und zu loben und tadeln, wie es mir gefällt und all das, was alles noch in dem Buch steht, unerwähnt und den Leser Deines Buches entdecken zu lassen. Ich hatte mich ehrlich gesagt etwas vor dem Buch gefürchtet, weil ich der Überschwänglichkeit Deines Stils nicht in allen Deinen Texten Sympathie entgegen bringen konnte – ganz anders als in Deinen Vorträgen übrigens! Auch hoffte ich nicht zu sehr mit Heldenepen und Aufrufen zu allerlei Kreuzzügen behelligt zu werden – der Titel „Missionen“ dient ja dahingehend eher abschreckend. Glücklicherweise wurde ich in allen diesen Dingen weitgehend enttäuscht.
Sicher, mit Diskussionen über den Begriff der Elite und über die Bedeutung von Gewaltmonopol und Selbstverteidigung könnten wir beide noch einige Abende füllen, aber auch die wären nicht grundsätzlicher sondern nur differenzierender Natur. Und der am Anfang noch etwas unsichere und durchaus hier und da zum emotionalen Schnörkel neigende Stil reift im Verlaufe des Buches zu einem echten Charakter heran. Ich möchte sogar behaupten, dass Du mit diesem Buch stilistisch ein neues Genre erfunden hast: ein zwischen Schrift und Sprache angesiedeltes Selbstgespräch mit dem Leser. Wenn ich das so sagen darf. Und ich finde das nicht nur höchst erquicklich sondern auch eminent modern.
Sachlich gefällt mir das 6. Kapitel am besten. Und zwar trotz oder gerade weil ich dort auch die wenigen Anlässe für Einwände finden würde. Wie ein reinigendes Gewitter hast Du die verstaubten Begriffe und Mottenkisten der Anthroposophie abgestaubt, ausgemistet und mit neuem Glanz versehen. Und das nicht durch Überlackieren der Patina, sondern durch deren Entfernen, so dass sie wieder von innen heraus strahlen können. Du ersetzt zwar die Mythologeme der traditionellen Anthroposophie oft auch nur durch neue Mythologeme, aber eben durch solche, die der Gegenwart entstammen und nicht dem Mittelalter und der Romantik, und die außerdem durchsichtig genug sind, um mithilfe Deiner einfühlenden Erläuterungen als solche im Wortsinne durchschaubar zu werden. Auch hier setzt Dein Buch neue Maßstäbe. Die Leichtigkeit, mit der Du in einem Atemzug über Steiner, Freiheit, Toilettenpapier, Liebe, Sex und Klofrauen sprechen kannst, ohne trivial oder lächerlich zu werden, aber auch ohne Überheblichkeit und Defätismus, ist eine Qualität, die in der Anthroposophie so neu ist, dass ich noch keinen Begriff dafür finde.
Besonders aber gefällt mir das Begriffspaar „Grundlegend“ und „Bedeutend“, mit dem Du eine ganze Hundertschaft saublöder Alternativen und scheinbarer Antinomien transzendierst. Diese Begriffe hast Du so brillant konturiert, dass sich daraus in ganz wunderbarer Weise die Idee der Entwicklung und dessen, was Du Mission nennst, gegen den einschläfernden Kultur- und Bewusstseinsrelativismus behauptet, und zwar ganz frei von teleologischer Dogmatik einerseits und kulturchauvinistischer Überheblichkeit andererseits, weil Du Entwicklung und Mission stets vom Individuum, vom Subjekt und seiner konstruktiven Perspektive her denkst und so den Fehler der Verabsolutierung der Hierarchisierungen vermeidest. Bedeutend ist, wem ich Bedeutung verleihe, Grundlegend ist, worauf ich gründe. „Das ist meine Mission“ rufst Du dem Leser zu und fragst zugleich: „und was ist Deine?“ Wunderbar!
Rudolf Steiner erklärte irgendwo und irgendwann auf die Frage nach der rechten Art, seine Philosophie der Freiheit aufzufassen, dass es sich dabei „nur“ um das Protokoll seines persönlichen Erkenntnisdramas handelt und dass die wahre Lektüre der Philosophie der Freiheit für den Leser eigentlich darin bestehen müsste, seine ganz eigene, individuelle Philosophie der Freiheit zu schreiben. Dein Buch ist eine solche und eine großartige dazu. Vielleicht ist historisch gesehen die von Steiner größer, aktuell betrachtet ist die Deine in jedem Falle zeitgemäßer und hat das Zeug, gerade für die jungen Menschen unserer Zeit zum Kultbuch zu werden. Für mich ist sie das schon jetzt. Danke!
Herzlichst,
Dein Christian
Sebastian Gronbach: Missionen
Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008
ISBN 9783772520778,
Geschrieben von Christian Grauer
in Anthroposophie, Bücher, Infosophie
um
21:01
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Donnerstag, 21. August 2008
Die neue Waldorfschule
„Denn nichts haben wir in der Sache, um die es geht, dringender nötig als Phantasie“
Die Sache, um die es in dem neuen Buch von Rüdiger Iwan geht, ist jene seit fast 90 Jahren erfolgreiche Schulform, die sich „Phantasie“ quasi als Markenzeichen reserviert hat: die Waldorfschule. Die Diagnose „Phantasiemangel“ ist wahrscheinlich das fundamentalste und radikalste Urteil, dem sich die Waldorfschule ausgesetzt sehen kann. Aber hier wütet keineswegs ein außenstehender Kritiker, der Waldorf ausrotten will, hier schreibt ein engagierter Waldorflehrer und die drastische Schärfe seiner Diagnose resultiert nicht aus ablehnender Distanz sondern aus verantwortungsvoller Liebe zum Gegenstand: zur pädagogischen Ursprungsidee der Waldorfschule!
Rüdiger Iwan formuliert in seinem Buch „Die neue Waldorfschule“ in sachlich und fachlich fundierter Kritik all jene Enttäuschungen und Vorbehalte gegen die Entwicklung bzw. Nicht-Entwicklung der Waldorfschulen, die in mir als ein Gebräu aus unreflektierter Schülererfahrung, dumpfen Ahnungen, philosophisch abstrakten Überlegungen und zersplitterten Einblicken und Informationen seit langem rumoren. Ich möchte dieses Buch und seinen Autor dafür umarmen! Es ist eine Wohltat, seinen sachlichen Darstellungen, seinen zielsicheren Analysen und seinen Ideenreichen Konzepten zu folgen. Ein Buch, das Mut macht, das auf Zukunft hoffen lässt, das Anthroposophie als Gegenwart erleben lässt, das mir Zuversicht gibt, nicht allein zu sein mit dem Drang, nicht nur Formen von Schule sondern Schule als Form in Frage zu stellen und nach modernen Konzepten zu suchen, die Strukturen ändern und nicht nur Etiketten, die neue Lebenswelten schaffen und nicht nur bildungsbürgerliche Schutznischen.
Denn die Kritik richtet sich nicht an die Idee der Waldorfschule, sondern an die konkrete Form, in der diese Idee zur eigenen Karrikatur erstarrt ist. Iwan geißelt das unreflektierte Tradieren von starren Formen, das hilflose sich Ausliefern unter den scheinbaren Druck staatlicher Vorgaben (Dauermenetekel „Abitur“) und den Dilettantismus und die Ignoranz bei der Reflexion von Strukturen, Prozessen und Methoden sowohl im pädagogischen, didaktischen als auch im administrativen Bereich. Dabei muss er nur selten moderne wissenschaftliche Erkenntnisse oder revolutionäre Ideale als Maßstab heranziehen, es genügt meist der Vergleich mit den Ausführungen und Anregungen Rudolf Steiners, mit denen dieser seine Ideen dem Gründungskollegium zu vermitteln versuchte – offenbar schon damals ohne großen Erfolg – um zu zeigen, wo die real existierende Waldorfpädagogik feststeckt.
Anhand von exemplarischen Kochlöffeln – eine anekdotische Metapher für die unreflektierte Pflege von inhaltsentleerten Formen – zeigt Rüdiger Iwan ganz konkret, wie die revolutionären Ideen Steiners in den Waldorfschulen den angestammten Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten einer preußisch-behördlichen Schul- und Lehrermentalität und der Ideenlosigkeit eines sich selbst reproduzierenden Erfolgsmodelles zum Opfer fallen: Monatsfeier als institutionalisierte Langeweile, Verbalbeurteilung als subjektivierte Buchstabenzensur, Hausaufgaben als Vernichtung von Qualitätsansprüchen, Epochenunterricht als Scheinalternative zum Stundenplan. Er entzaubert den Nimbus dieser Parade-Waldorf-Institutionen, indem er zeigt, dass sie nur als leblose Blaupausen einer einst lebendigen und auf Entwicklung angelegten Idee fortbestehen und dass sie teilweise geradezu kontraproduktiv das am Schüler orientierte Waldorf-Ideal negieren. Er entwickelt und beschreibt aber auch Alternativen und Lösungsmodelle, die oft überraschend kreativ die scheinbar festgefahrenen Kontroversen und Antinomien transzendieren. Und er tut dies nicht als theoretischer Utopist, sondern als Pädagoge in der konkreten Praxis der Schulwirklichkeit oder anhand von realen Modellprojekten, die weit ab von der Waldorfwirklichkeit pädagogische Zukunft erfinden.
Und so doziert Iwan im zweiten, „positiven“ Teil seines Buches keineswegs über methodische Theorien, er erörtert keine didaktischen Konzepte und er analysiert weder Feldstudien noch Statistiken. Er erzählt, was bereits an einzelnen Schulen, in einzelnen Projekten, in seiner eigenen Klasse und bei einzelnen Kollegen gemacht wird. Vom Portfolio, von bewegten Klassenzimmern, von Projektunterricht, von Schülern, die in der Pause freiwillig über den Unterrichtsinhalt diskutieren, von Lehrern, die ihre Rolle als Dozent gegen die des methodischen Beraters eintauschen. Von Drittklässlern die ihren Mitschülern aus der Zweiten die selbstgebauten Häuser „verkaufen“, von Arbeitgebern und Ausbildern, die gerne auf abstrakte Zensuren verzichten und ganz wild auf konkrete Leistungsvorlagen sind, von Personalchefs großer Unternehmen, die eine erweiterte Monatsfeier nutzen, um mit möglichen Azubis über deren Arbeitsproben zu sprechen. Die Berichte sind so lebendig und die neuen Methoden – deren Vielfalt hier nicht einmal ansatzweise mitgeteilt werden kann – leuchten dem Leser so unmittelbar ein, dass die erläuternden Worte des Autors im Grund überflüssig sind. Iwan breitet weniger systematisch als exemplarisch eine Collage aus Anregungen und Ideen für „Lernen in Freiheit“ und „Lernen aus dem Leben“ aus, die nur zu lesen auch für einen ehemaligen Waldorfschüler eine wahre Erlösung sind! Ihre lebenspraktische Wahrheit ist unmittelbar sichtbar wie die ästhetische Unanzweifelbarkeit eines Gemäldes von Marc Chagall oder einer Symphonie von Beethoven.
Denn im Grunde sind es – und das ist das vernichtendste Urteil für den status quo der Waldorf- und sonstigen Schulen – denn im Grunde sind es Binsenweisheiten, auf denen die Methoden beruhen: Selbstverantwortung, Eigenkontrolle, Veranschaulichung, Feedback, Reflexion, Phantasie, Teamarbeit, Gegenseitiges lehren und lernen, Realitätsbezug, Positive Verstärkung, Motivation und so weiter und so weiter. Es braucht nur Phantasie und pädagogische Fertigkeit, sie in Lernmodelle zu konkretisieren und Mut, sie gegen die eigenen und die gesellschaftlichen Gewohnheiten und Vorurteile auf allen Ebenen durchzusetzen.
Mein Loblied mag subjektiv sein wie es will und die „neue Waldorfschule“, die Iwan als Leitbild und Zukunftsziel entwirft, mag als Konzept im Detail überzeugen oder nicht – der Gewissensfrage, die er mit der Analyse der Defizite und dem Aufzeigen realer Möglichkeiten zu einem radikalen Methodenwandel stellt, kann sich niemand mehr entziehen. Und seine Aufarbeitung des status quo und der Geschichte der Waldorfschule ist ein Meilenstein inneranthroposophischer Reflexion und Kritik und in ihrer Sachlichkeit und Präzision in diesem Bereich einzigartig. Denn die Waldorfschule steht, wie Iwan präzise diagnostiziert, an dem Scheideweg, ob sie von der alternativen Schulform, die sie (noch) ist, zu dem werden will, was sie ursprünglich sein wollte: eine Alternative zur Schule! oder ob sie auch den letzten Rest an Originalität der Anbiederung an Sachzwänge und Phantasielosigkeit opfern und zur privaten Regelschule verkommen will.
Das Buch stellt damit die alles entscheidende Frage, ob „Waldorf“ nur noch eine sich an ihrer Umgebung abschleifende, historisch irgendwie entstandene und tradierte Form ist, oder ob die originäre Idee, in der diese Institution als Alternative zur Schule ihren Ursprung hat, noch lebt und in Gegenwart und Zukunft entwicklungsfähig ist. Und so wird an diesem Buch langfristig keiner vorbei kommen, der sich ernsthaft mit dem Thema Waldorf auseinandersetzen will. „Die neue Waldorfschule“ von Rüdiger Iwan ist Pflichtlektüre für Waldorfeltern ebenso wie für jeden einzelnen Waldorflehrer. Wie diese für sich selbst die Fragen beantworten, die das Buch stellt, entscheidet über die Zukunft der Waldorfschulen.
Rüdiger Iwan: Die neue Waldorfschule. Ein Erfolgsmodell wird renoviert
Rowohlt Verlag, Hamburg 2007
ISBN 9783498032289
Die Sache, um die es in dem neuen Buch von Rüdiger Iwan geht, ist jene seit fast 90 Jahren erfolgreiche Schulform, die sich „Phantasie“ quasi als Markenzeichen reserviert hat: die Waldorfschule. Die Diagnose „Phantasiemangel“ ist wahrscheinlich das fundamentalste und radikalste Urteil, dem sich die Waldorfschule ausgesetzt sehen kann. Aber hier wütet keineswegs ein außenstehender Kritiker, der Waldorf ausrotten will, hier schreibt ein engagierter Waldorflehrer und die drastische Schärfe seiner Diagnose resultiert nicht aus ablehnender Distanz sondern aus verantwortungsvoller Liebe zum Gegenstand: zur pädagogischen Ursprungsidee der Waldorfschule!
Rüdiger Iwan formuliert in seinem Buch „Die neue Waldorfschule“ in sachlich und fachlich fundierter Kritik all jene Enttäuschungen und Vorbehalte gegen die Entwicklung bzw. Nicht-Entwicklung der Waldorfschulen, die in mir als ein Gebräu aus unreflektierter Schülererfahrung, dumpfen Ahnungen, philosophisch abstrakten Überlegungen und zersplitterten Einblicken und Informationen seit langem rumoren. Ich möchte dieses Buch und seinen Autor dafür umarmen! Es ist eine Wohltat, seinen sachlichen Darstellungen, seinen zielsicheren Analysen und seinen Ideenreichen Konzepten zu folgen. Ein Buch, das Mut macht, das auf Zukunft hoffen lässt, das Anthroposophie als Gegenwart erleben lässt, das mir Zuversicht gibt, nicht allein zu sein mit dem Drang, nicht nur Formen von Schule sondern Schule als Form in Frage zu stellen und nach modernen Konzepten zu suchen, die Strukturen ändern und nicht nur Etiketten, die neue Lebenswelten schaffen und nicht nur bildungsbürgerliche Schutznischen.
Denn die Kritik richtet sich nicht an die Idee der Waldorfschule, sondern an die konkrete Form, in der diese Idee zur eigenen Karrikatur erstarrt ist. Iwan geißelt das unreflektierte Tradieren von starren Formen, das hilflose sich Ausliefern unter den scheinbaren Druck staatlicher Vorgaben (Dauermenetekel „Abitur“) und den Dilettantismus und die Ignoranz bei der Reflexion von Strukturen, Prozessen und Methoden sowohl im pädagogischen, didaktischen als auch im administrativen Bereich. Dabei muss er nur selten moderne wissenschaftliche Erkenntnisse oder revolutionäre Ideale als Maßstab heranziehen, es genügt meist der Vergleich mit den Ausführungen und Anregungen Rudolf Steiners, mit denen dieser seine Ideen dem Gründungskollegium zu vermitteln versuchte – offenbar schon damals ohne großen Erfolg – um zu zeigen, wo die real existierende Waldorfpädagogik feststeckt.
Anhand von exemplarischen Kochlöffeln – eine anekdotische Metapher für die unreflektierte Pflege von inhaltsentleerten Formen – zeigt Rüdiger Iwan ganz konkret, wie die revolutionären Ideen Steiners in den Waldorfschulen den angestammten Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten einer preußisch-behördlichen Schul- und Lehrermentalität und der Ideenlosigkeit eines sich selbst reproduzierenden Erfolgsmodelles zum Opfer fallen: Monatsfeier als institutionalisierte Langeweile, Verbalbeurteilung als subjektivierte Buchstabenzensur, Hausaufgaben als Vernichtung von Qualitätsansprüchen, Epochenunterricht als Scheinalternative zum Stundenplan. Er entzaubert den Nimbus dieser Parade-Waldorf-Institutionen, indem er zeigt, dass sie nur als leblose Blaupausen einer einst lebendigen und auf Entwicklung angelegten Idee fortbestehen und dass sie teilweise geradezu kontraproduktiv das am Schüler orientierte Waldorf-Ideal negieren. Er entwickelt und beschreibt aber auch Alternativen und Lösungsmodelle, die oft überraschend kreativ die scheinbar festgefahrenen Kontroversen und Antinomien transzendieren. Und er tut dies nicht als theoretischer Utopist, sondern als Pädagoge in der konkreten Praxis der Schulwirklichkeit oder anhand von realen Modellprojekten, die weit ab von der Waldorfwirklichkeit pädagogische Zukunft erfinden.
Und so doziert Iwan im zweiten, „positiven“ Teil seines Buches keineswegs über methodische Theorien, er erörtert keine didaktischen Konzepte und er analysiert weder Feldstudien noch Statistiken. Er erzählt, was bereits an einzelnen Schulen, in einzelnen Projekten, in seiner eigenen Klasse und bei einzelnen Kollegen gemacht wird. Vom Portfolio, von bewegten Klassenzimmern, von Projektunterricht, von Schülern, die in der Pause freiwillig über den Unterrichtsinhalt diskutieren, von Lehrern, die ihre Rolle als Dozent gegen die des methodischen Beraters eintauschen. Von Drittklässlern die ihren Mitschülern aus der Zweiten die selbstgebauten Häuser „verkaufen“, von Arbeitgebern und Ausbildern, die gerne auf abstrakte Zensuren verzichten und ganz wild auf konkrete Leistungsvorlagen sind, von Personalchefs großer Unternehmen, die eine erweiterte Monatsfeier nutzen, um mit möglichen Azubis über deren Arbeitsproben zu sprechen. Die Berichte sind so lebendig und die neuen Methoden – deren Vielfalt hier nicht einmal ansatzweise mitgeteilt werden kann – leuchten dem Leser so unmittelbar ein, dass die erläuternden Worte des Autors im Grund überflüssig sind. Iwan breitet weniger systematisch als exemplarisch eine Collage aus Anregungen und Ideen für „Lernen in Freiheit“ und „Lernen aus dem Leben“ aus, die nur zu lesen auch für einen ehemaligen Waldorfschüler eine wahre Erlösung sind! Ihre lebenspraktische Wahrheit ist unmittelbar sichtbar wie die ästhetische Unanzweifelbarkeit eines Gemäldes von Marc Chagall oder einer Symphonie von Beethoven.
Denn im Grunde sind es – und das ist das vernichtendste Urteil für den status quo der Waldorf- und sonstigen Schulen – denn im Grunde sind es Binsenweisheiten, auf denen die Methoden beruhen: Selbstverantwortung, Eigenkontrolle, Veranschaulichung, Feedback, Reflexion, Phantasie, Teamarbeit, Gegenseitiges lehren und lernen, Realitätsbezug, Positive Verstärkung, Motivation und so weiter und so weiter. Es braucht nur Phantasie und pädagogische Fertigkeit, sie in Lernmodelle zu konkretisieren und Mut, sie gegen die eigenen und die gesellschaftlichen Gewohnheiten und Vorurteile auf allen Ebenen durchzusetzen.
Mein Loblied mag subjektiv sein wie es will und die „neue Waldorfschule“, die Iwan als Leitbild und Zukunftsziel entwirft, mag als Konzept im Detail überzeugen oder nicht – der Gewissensfrage, die er mit der Analyse der Defizite und dem Aufzeigen realer Möglichkeiten zu einem radikalen Methodenwandel stellt, kann sich niemand mehr entziehen. Und seine Aufarbeitung des status quo und der Geschichte der Waldorfschule ist ein Meilenstein inneranthroposophischer Reflexion und Kritik und in ihrer Sachlichkeit und Präzision in diesem Bereich einzigartig. Denn die Waldorfschule steht, wie Iwan präzise diagnostiziert, an dem Scheideweg, ob sie von der alternativen Schulform, die sie (noch) ist, zu dem werden will, was sie ursprünglich sein wollte: eine Alternative zur Schule! oder ob sie auch den letzten Rest an Originalität der Anbiederung an Sachzwänge und Phantasielosigkeit opfern und zur privaten Regelschule verkommen will.
Das Buch stellt damit die alles entscheidende Frage, ob „Waldorf“ nur noch eine sich an ihrer Umgebung abschleifende, historisch irgendwie entstandene und tradierte Form ist, oder ob die originäre Idee, in der diese Institution als Alternative zur Schule ihren Ursprung hat, noch lebt und in Gegenwart und Zukunft entwicklungsfähig ist. Und so wird an diesem Buch langfristig keiner vorbei kommen, der sich ernsthaft mit dem Thema Waldorf auseinandersetzen will. „Die neue Waldorfschule“ von Rüdiger Iwan ist Pflichtlektüre für Waldorfeltern ebenso wie für jeden einzelnen Waldorflehrer. Wie diese für sich selbst die Fragen beantworten, die das Buch stellt, entscheidet über die Zukunft der Waldorfschulen.
Rüdiger Iwan: Die neue Waldorfschule. Ein Erfolgsmodell wird renoviert
Rowohlt Verlag, Hamburg 2007
ISBN 9783498032289
Donnerstag, 14. August 2008
Untertitel als Grundversorgung
Ich muss mal wieder auf mein Lieblingsthema kommen: auf das "Informationsschreiben der GEZ und/oder Schreiben, mit dessen Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird". Ja, so heißt das. Nicht etwa nur GEZ-Brief. Das Schriftdeutsche, als solche schon eine deutsche Einmaligkeit (es gibt kein Schriftenglisch oder Schriftitalienisch), entstand ursprünglich aus einer Behördensprache (insb. durch Luthers Bibel), die weit von den lebendigen Dialekten entfernt war. Erst viel später näherte sie sich an, wurde gleichsam verumgangssprachlicht. Allerdings weht der Behördengeist noch allenthalben in ihr. So ist es ein Zeitvertreib der Deutschen, für alle möglichen Dinge des Lebens, für die sie schöne und treffende Wörter haben, sich "offizielle" Begriffe auszudenken: Amtliches Fernsprechbuch für das Telefonbuch, Postwertzeichen für die Briefmarke, Fahrtrichtungsanzeiger für Blinker. Schön ist es z.B. Polizisten im Fernsehen zuzuhören, wenn sie fast an ihren Sätzen ersticken, weil sie nicht einfach sagen können: "Der Golf fuhr beim überholen auf den Traktor auf, weil der ohne zu blinken links in einen Feldweg einbog." sondern glauben sagen zu müssen "Das landwirtschaftliche Zugfahrzeug leitete ohne Setzen des Fahrtrichtungsanzeigers einen Abbiegevorgang in einen linksseitig in die Straße mündenden Land- und Forstwirtschaftlichen Verkehrsweg ein und verursachte dadurch das Auffahren des sich in einem Überholvorgang befindlichen Kraftfahrzeugs der Marke Volkswagen." Dabei bricht meist unterwegs noch die Syntax zusammen und am Ende fehlt ein finites Verb, weil der Beamte mit seinem Satzungeheuer selbst überfordert ist. Aber er glaubt, nur so sei es wirklich genau und wirklich offiziell. Schließlich arbeitet er ja bei einer Behörde und was er sagt, muss Brief und Siegel haben! Auch wenn es anders jedermann verstünde, darauf kommt es in Deutschland nicht an.
Auch die GEZ ist so etwas wie eine Behörde. Allerdings gibt die sich nicht damit zufrieden, selbst Behördendeutsch zu pflegen, nein, sie reitet auf ihrem Amtsschimmel durchs Internet und versucht unbescholtene Herausgeber von Webseiten mit Strafen zu drohen falls diese sich nicht anschicken, statt verständlicher und allgemein gebräuchlicher Wörter an den Haaren herbeigezogene amtliche Ungetüme zu verwenden. Tatsächlich hat die GEZ vor einem Jahr das Webportal akademie.de abgemahnt, weil es gewagt hatte, "GEZ-Brief" zu schreiben, statt des oben zitierten Amtsgeschwurbels. Das eigentliche Anliegen war natürlich, auf diese Weise Kritik an der GEZ und den Rundfunkgebühren zu unterbinden. Näheres dazu findet sich in dem u.a. Link!
Die Abmahnung ist mittlerweile offenbar vom Tisch und die GEZ musste sich damit arrangieren, dass die Sprecher der Deutschen Sprache selbst entscheiden, wie sie sprechen und sich das nicht von einem staatlichen Zwangsabgaben-Inkassobetrieb vorschreiben lassen. Mir kommt es bisweilen so vor, als sei die GEZ nur ein Experiment, um herauszubekommen, wie man eine Behörde errichtet, die es schafft, über alle Vorbehalte hinaus, die Behörden in der Bevölkerung ohnehin schon genießen, sich so richtig unbeliebt zu machen und das Image einer regelrechten Landplage zu entwickeln.
Aber das war ja nur ein Fundstück auf meiner abendlichen Suche nach Informationen über Untertitel und die juristischen Details zur sog. Grundversorgung der Medienanstalten. Denn heute habe ich in der Fußgängerzone an einer Unterschriftenaktion von Gehörlosen teilgenommen (s. Links), die mehr Untertitel in Fernsehsendungen fordern. Um genau zu sein fordern sie, was in anderen Ländern schon Alltag ist, nämlich Untertitel für ALLE Sendungen. Zuerst dachte ich: schön, wieder jemand, der nicht begriffen hat, dass man in der Marktwirtschaft Waren und Leistungen nicht fordert sondern nachfragt und dass sie nicht per Dekret sondern als Angebot bereitgestellt werden. Aber hoppla! War da nicht was? Wir leben kulturell und medial ja gar nicht in einer Marktwirtschaft sondern im Staatsfeudalismus. Und da sind Untertitel ganz klar eine Aufgabe staatlich-solidarischer Grundversorgung! Also hurtig unterschrieben, damit unsere GEZ-Gelder (vorsicht Abmahnung!) in Zukunft für Untertitel ausgegeben werden und nicht mehr nur für schlecht gemachte Reality-Soaps und Casting-Shows von den Privaten, die in den Öffentlich-Rechtlichen noch schlechter nachgemacht werden oder für die Live-Übertragung von Hochzeiten fremdländischer Monarchien, die allerdings auch schon auf drei anderen Kanälen live übertragen werden.
Denn 100% Untertitel für Gehörlose wären tatsächlich mal etwas, das den Namen solidarische Grundversorgung verdienen würde. Ich frage mich auch, ob die Gehörlosen statt einer Unterschriftenaktion nicht lieber eine Klage einreichen und sich ihre Grundversorgung vor Gericht erstreiten sollten, in dem Stil wie das auch die GEZ mit den dafür zu verwendenden Worten macht. Aber wahrscheinlich ist "Grundversorgung" auch nur wieder einer dieser Amtseuphemismen, der gar nichts mit dem zu tun hat, was wir normalsprachlichen Bürger darunter verstehen...
Links:
Die Aktion Recht auf 100 Prozent Untertitel!
Wie die GEZ versucht, die deutsche Sprache zu zensieren:
http://www.akademie.de/private-finanzen/gez-und-rundfunkgebuehren/tipps/gez_gebuehren/gez-abmahnung.html
Mehr zur Deutschen Sprachgeschichte:
http://www.rhetorik-netz.de/rhetorik/deutsch.htm
"Beamtendeutsch" auf Wikipedia
Auch die GEZ ist so etwas wie eine Behörde. Allerdings gibt die sich nicht damit zufrieden, selbst Behördendeutsch zu pflegen, nein, sie reitet auf ihrem Amtsschimmel durchs Internet und versucht unbescholtene Herausgeber von Webseiten mit Strafen zu drohen falls diese sich nicht anschicken, statt verständlicher und allgemein gebräuchlicher Wörter an den Haaren herbeigezogene amtliche Ungetüme zu verwenden. Tatsächlich hat die GEZ vor einem Jahr das Webportal akademie.de abgemahnt, weil es gewagt hatte, "GEZ-Brief" zu schreiben, statt des oben zitierten Amtsgeschwurbels. Das eigentliche Anliegen war natürlich, auf diese Weise Kritik an der GEZ und den Rundfunkgebühren zu unterbinden. Näheres dazu findet sich in dem u.a. Link!
Die Abmahnung ist mittlerweile offenbar vom Tisch und die GEZ musste sich damit arrangieren, dass die Sprecher der Deutschen Sprache selbst entscheiden, wie sie sprechen und sich das nicht von einem staatlichen Zwangsabgaben-Inkassobetrieb vorschreiben lassen. Mir kommt es bisweilen so vor, als sei die GEZ nur ein Experiment, um herauszubekommen, wie man eine Behörde errichtet, die es schafft, über alle Vorbehalte hinaus, die Behörden in der Bevölkerung ohnehin schon genießen, sich so richtig unbeliebt zu machen und das Image einer regelrechten Landplage zu entwickeln.
Aber das war ja nur ein Fundstück auf meiner abendlichen Suche nach Informationen über Untertitel und die juristischen Details zur sog. Grundversorgung der Medienanstalten. Denn heute habe ich in der Fußgängerzone an einer Unterschriftenaktion von Gehörlosen teilgenommen (s. Links), die mehr Untertitel in Fernsehsendungen fordern. Um genau zu sein fordern sie, was in anderen Ländern schon Alltag ist, nämlich Untertitel für ALLE Sendungen. Zuerst dachte ich: schön, wieder jemand, der nicht begriffen hat, dass man in der Marktwirtschaft Waren und Leistungen nicht fordert sondern nachfragt und dass sie nicht per Dekret sondern als Angebot bereitgestellt werden. Aber hoppla! War da nicht was? Wir leben kulturell und medial ja gar nicht in einer Marktwirtschaft sondern im Staatsfeudalismus. Und da sind Untertitel ganz klar eine Aufgabe staatlich-solidarischer Grundversorgung! Also hurtig unterschrieben, damit unsere GEZ-Gelder (vorsicht Abmahnung!) in Zukunft für Untertitel ausgegeben werden und nicht mehr nur für schlecht gemachte Reality-Soaps und Casting-Shows von den Privaten, die in den Öffentlich-Rechtlichen noch schlechter nachgemacht werden oder für die Live-Übertragung von Hochzeiten fremdländischer Monarchien, die allerdings auch schon auf drei anderen Kanälen live übertragen werden.
Denn 100% Untertitel für Gehörlose wären tatsächlich mal etwas, das den Namen solidarische Grundversorgung verdienen würde. Ich frage mich auch, ob die Gehörlosen statt einer Unterschriftenaktion nicht lieber eine Klage einreichen und sich ihre Grundversorgung vor Gericht erstreiten sollten, in dem Stil wie das auch die GEZ mit den dafür zu verwendenden Worten macht. Aber wahrscheinlich ist "Grundversorgung" auch nur wieder einer dieser Amtseuphemismen, der gar nichts mit dem zu tun hat, was wir normalsprachlichen Bürger darunter verstehen...
Links:
Die Aktion Recht auf 100 Prozent Untertitel!
Wie die GEZ versucht, die deutsche Sprache zu zensieren:
http://www.akademie.de/private-finanzen/gez-und-rundfunkgebuehren/tipps/gez_gebuehren/gez-abmahnung.html
Mehr zur Deutschen Sprachgeschichte:
http://www.rhetorik-netz.de/rhetorik/deutsch.htm
"Beamtendeutsch" auf Wikipedia
Sonntag, 3. August 2008
Jetzt regulier ich mich selbst!
Gesundheit ist keine Frage der Vermeidung bzw. Behebung von Defekten, sondern das permanente Aufrechterhalten eines unnatürlichen Zustandes: das kontinuierliche Beleben, Bewegen und Begeistern eines Materiehaufens, der für sich gesehen viel lieber zusammenfallen würde.
Frank Meyer
, der für mich nicht nur ein engagierter Arzt ist sondern auch postmoderner Schamane und virtueller Guru, hat mir diese Erkenntnis in einem Zustand real praktisch vermittelt, in dem sich meine Erfahrung gerade das genaue Gegenteil davon zueigen gemacht hatte.
Jetzt hat er eine Sammlung seiner Aufsätze bei Info3 als Buch herausgebracht. Die Aufsätze behandeln alltägliche Gesundheitsthemen und regen mit undogmatischer Frische zu einer neuen Perspektive auf alte Probleme an. Selbstregulation ist nicht das blinde Vertrauen auf Selbstheilung sondern das aktive Gestalten seiner Gesundheit durch einen achtsamen und lebensfreundlichen Umgang mit dem eigenen Organismus.
Ich empfehle das Buch nicht, weil ich für den Verlag arbeite, sondern weil ich Frank kenne und seine magische Fähigkeit, die Selbstregulation anzuregen, wortwörtlich am eigenen Leib erlebt habe.
» Kaufen!
» www.selbstregulation.de
Frank Meyer
Jetzt hat er eine Sammlung seiner Aufsätze bei Info3 als Buch herausgebracht. Die Aufsätze behandeln alltägliche Gesundheitsthemen und regen mit undogmatischer Frische zu einer neuen Perspektive auf alte Probleme an. Selbstregulation ist nicht das blinde Vertrauen auf Selbstheilung sondern das aktive Gestalten seiner Gesundheit durch einen achtsamen und lebensfreundlichen Umgang mit dem eigenen Organismus.
Ich empfehle das Buch nicht, weil ich für den Verlag arbeite, sondern weil ich Frank kenne und seine magische Fähigkeit, die Selbstregulation anzuregen, wortwörtlich am eigenen Leib erlebt habe.
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» www.selbstregulation.de

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