|
Wednesday, October 3. 2007
Esseme sind klein, unscheinbar und schnell. Sie haben einen schwarzen Nacken und viele lange Arme, die sich in jede Form biegen lassen. Sie sitzen da und halten sich mit ihren Armen gegenseitig fest. Und wenn ein Essem sich bewegt, dann spürt das andere Essem dies im Arm und schüttelt sich kräftig. Das spüren die anderen Essem, die es festhalten, und so schütteln sich auch diese wieder. Und so geht das endlos weiter. Es ist ein fürchterliches Geschüttel unter den Essemen.
Doch wenn ein Mensch kommt, husch - dann sind sie fort und an ihrer Stelle sieht man nur noch einen kleinen schwarzen Schatten. Doch meist bemerken wir den Schatten nicht. Vielmehr glauben die Menschen, die leeren Stellen zwischen den Schatten seien Dinge, die man sehen und anfassen kann. In Wirklichkeit aber gibt es keine Dinge, sondern nur Esseme, die sich vor lachen schütteln, weil die Menschen sie nicht sehen. Aber die Menschen, in ihrer groben Art und mit ihren schlechten Brillen, geben den Leerstellen, die sie für Dinge halten, einen Namen und schieben sie hierhin und dorthin und sagen dieses Ding gehört mir, das da gehört Dir, und sie wollen einfach nichts davon wissen, daß sie eigentlich nur Schattenlöcher umherschieben. Ja, viel schlimmer noch. Sie glauben, daß es im Leben darum geht, möglichst viele Namen von Schattenlöchern zu kennen. Wenn sich ein Mensch viele viele Namen ausdenkt und sich gut merken kann, welchen Namen er welchem Schattenloch gegeben hat, dann wird er hoch geehrt und man nennt ihn "Professor". Aber die Esseme, die lachen dann nur ganz herzlich und fangen noch mehr an zu schütteln, so daß mancher Professor, wenn er nicht aufpaßt, vor lauter Ehre doch die Namen durcheinanderbringt. Und das freut die Esseme so, daß sie regelrecht anfangen zu tanzen. Und eh man sich's versieht, da haben sie alles durcheinandergebracht, so daß dem Menschen recht schwindelig wird im Kopf und er gar nicht mehr weiß, wo seine Schattenlöcher alle geblieben sind. Manchmal passiert es dann, daß ein Essem dabei zu sehr herumtollt und der Mensch es für einen winzigen Moment sehen kann. Dann erschrickt er fürchterlich und wenn er einer von den Professoren ist, dann haut er sich ordentlich auf die Backe und sagt: "Na so was, ich glaube ich spinne!". Ja, so ist das mit den Essemen. Sie sind lustige Gesellen, die erst froh sind, wenn wir Menschen alle Namen durcheinandergebracht haben. Nur ganz wenige Menschen, die so sehr an ihre Gesundheit glauben, daß ihnen so etwas, wie dem erschrockenen Professor gar nicht im Traume einfiele, die sehen vielleicht einmal, wenn sie hurtig über die Autobahn brausen, ein Essem an sich vorbeihuschen. Denn Esseme sind ja sehr schnell. So schnell, daß man leicht glaubt, man habe es überholt, obwohl es einen selbst überholt hat! Aber das ist selten. Sehr selten! |
Kategorien Quicksearch Mein Buch: Christian Grauer: Am Anfang war die Unterscheidung. Der ontologische Monismus – eine Theorie des Bewusstseins im Anschluss an Kant, Steiner, Husserl und Luhmann. Info3 Verlag Frankfurt 2007, 109 S. kartoniert, € 13,60 ISBN 978-3-924391-37-9 » Mehr Info Bestellen: » beim Verlag per E-Mail oder über jede Buchhandlung Links Andere Blogs » A Goy's World
» AnthroNRW » Der Bildschirmarbeiter » Devachan » Egoisten » Info3 Blog » Namenstänzer » nerone » NWA2 » Rudolf Steiner Sphäre |
Sun, 30.11.2008 22:01
Ach mensch, Marco! Ich weiß ü berhaupt nicht, wo ich anfange n soll ... Erstens: Nein - nicht Polemik ist das Pr [...]
Sun, 30.11.2008 18:48
Ja, das scheint ein Streitpunk t zwischen Anthroposophen zu s ein, die einen werfen den ande ren vor, Steiners Werk w [...]
Sun, 30.11.2008 17:20
Ich fürchte, dass wir in sehr unterschiedlicher Richtung unt erwegs sind. Mir ist keineswe gs an einer konservative [...]
Sun, 30.11.2008 15:20
Diese Frage nach der fehlenden Sinnhaftigkeit oder der fehle nden seelischen und geistigen Substanz (damit meine ic [...]
Sat, 29.11.2008 11:46
zum besseren verständnis: i st das hier eine methodendebat te? geht es darum wie jemand etwas wie sagt? ginge [...]
Fri, 28.11.2008 00:03
"wenn man aber für einen Satz den Sie schreiben Seiten von A nmerkungen, Erläuterungen und Richtigstellungen und Re [...]
Thu, 27.11.2008 19:30
Lieber Herr Hau, jetzt mal la ngsam Herr Hau. Ich habe nie e ine Hysterielaterne angehabt, Sie müssen ja gewaltig e [...]
Thu, 27.11.2008 15:03
"Wenn man heute einen unliebsa men Erzieher, Pädagoge oder so nstwas eine Auswischen möchte (auch in Rosenkriege) lä [...]
Tue, 25.11.2008 21:37
Lieber Herr Grauer, ich polem isiere wie ich das für richtig halte, aber danke für Ihre Er läuterungen und Anmerkun [...]
Sun, 23.11.2008 12:03
Polemik ist das grundlegende P roblem in der gesamten Diskuss ion um, über und mit Felix Hau . Leider bleibt man n [...]
Fri, 21.11.2008 01:41
Lieber Herr Finkelsteen, Si e polemisieren unnötig: Herr H aus Worte richteten sich primä r an Herrn Eggert, der k [...]
Thu, 20.11.2008 22:39
Lieber Herr Grauer, den Sumpf von Esowatch werden Sie mit d ieser Rethorik von Herrn Hau n icht trocken legen. Besi [...]
Thu, 20.11.2008 22:32
Lieber Herr Grauer, das wird mir alles zu kompliziert. Ich gehe hier niemandem auf den Le im. Ich weiss auch, dass [...]
Thu, 20.11.2008 21:36
Lieber Herr Finkelsteen, > Ich verstehe Sie nicht Herr G rauer, > dass Sie für so jema nden die Hand ins > Fe [...]
Thu, 20.11.2008 20:28
Lieber Herr Grauer, wer mehr Mitleid mit dem Täter also dem Schwänzlein(mit Weihwasser be sprenkeltem)Lutscher hat [...]